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What happened to Magdalena Jung?

D 1983, 13 min

Im Sturzflug hebt das Kino zu neuen Möglichkeiten an. Teil zwei der „Trilogie zur Filmkritik“.

Synopsis

MAGDALENA JUNG verlässt den Boden der Realität und behauptet, sie könne fliegen. Unvorstellbar für den naiven Filmstudenten, der diesem Phänomen nachspürt. Trotz des Unglaubens fliegt Lena durch die Luft und stellt dabei sämtliche Überzeugungen auf den Kopf.
WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG beschäftigt sich spielerisch mit den Illusionswerkzeugen des Kinos, mit dem „Film als Wunderding“. Der Film ist neben PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN und TUNGUSKA – DIE KISTEN SIND DA Teil der „Trilogie zur Filmkritik“.

Pressestimmen

“What happened to Magdalena Jung”. Dessen Untertitel: “Die Ungenierten kommen”. Ungeniertheit – genauer Desinvolture –, zitiert der Film Ernst Jünger, “ist Wuchs und freie Gabe und als solche dem Glück oder der Zauberei weit eher als dem Willen verwandt”. Magdalena Jung mißachtet die Gesetze der Schwerkraft, springt und fliegt, “das Tier als Vorbild und der Film als Wunderding”. Video heißt nicht, ich sehe, video heißt, ich fliege, sagt Andy Warhol. (Enno Patalas) 

Christoph Schlingensief gehört nicht zu denen, die auf der Welt des derzeit aktuellen reiten, um risikolos zu Erfolg zu kommen. Mit einem gehörigen Maß an Selbstbewusstsein (…) verwirft er sämtliche Regisseure des – mittlerweile nicht mehr ganz so – neuen deutschen Films. Er ist wohl einer, der sich reiben muss an anderen, der Positionen beziehen muss, um sich über die Richtung seines Werks klar zu werden. Vorerst spricht Christoph Schlingensief noch recht geheimnisvolles von Denkprozessen, die er in Gang setzen wolle, von Leuten, die Einzelpositionen einnehmen wollen, und der Identifikation mit solchen, vom Ernstnehmen des Individuums.
(…) Seinen beiden Filmen mangelt das Konkrete. Doch eines ist hier schon abzusehen: Hier entwickelt sich einer, der sowohl der weinerlichen Nabelschau der neuen Innerlichkeit wie auch dem „Aufstehen“-Herdentrieb basisgläubiger Demonstrationsveranstalter ablehnend gegenübersteht. (Zu Christoph Schlingensiefs Filmen PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN und WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG?, Oberhausener Stadtanzeiger 27.04.1983)

Weitere Texte

Erklärung der DEM Filmproduktion zur Kinovorführung der beiden Filme PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN und WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG?
vom 14.04.1983 
 

Hiermit teilen wir Ihnen mit, daß der „NEUE DEUTSCHE FILM“ unzeitgemäß ist. Sein Ziel, der Traum vom erweiterten Bewußtsein, ist Wirklichkeit geworden, sodass nun nur noch – ABGEKLÄRTHEIT UND KONTINUITÄT – Grundlage einer jeden Auseinandersetzung sein können.
Zwei Filme bringen Licht in das Walhalla des „NDF“: WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG? und PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN ziehen einen Schlußstrich unter das Elend der gegenwärtigen „neunen deutschen Filmproduktion“ und setzen gleichzeitig einen neuen Anfang ohne abgestandene Romantik und Mystik. 

PDF

Credits

Buch und Regie
Christoph Schlingensief
Mit
Charlotte Ullrich, Rudolf Färber, Mathias Colli, Detlev Redinger, Martina Wolfs, Irene Fischer, Christa Towet, Anna Fechter, Doris Möllers, Nikolaus Hein, Heinz Geige
Kamera
Ralf Grape
Kameraassistenz
Dominikus Probst
Schnitt
Christopher Krieg (= Christoph Schlingensief)
Musik
Mathias Colli, Christoph Schlingensief
Szenenbild
Bertram Strauß
Kostüm
Julia Strauß
Ton
Burkart Wilbers
Regieassietenz
Ludger Aretz
Aufnahmeleitung
Edgar Cox
Produzenten
Christoph Schlingensief, Wolfgang Schulte
Produziert von
DEM Film
Uraufführung (DE)
19.04.1983, Oberhausen, Gloria

DVD-Infos

WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG? ist auf der DVD CHRISTOPH SCHLINGENSIEF UND SEINE FILME erschienen, die auch in der DVD-Box zur DEUTSCHLAND TRILOGIE enthalten ist.

Kinoverleih-Infos

Verleihkopien
DCP (25 fps)