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Phantasus muss anders werden

D 1983, 9 min

Schlingensief schreit es in die Kamera: Jetzt wird alles anders! Der erste Film der „Trilogie zur Filmkritik“.

Synopsis

Stets hat man versucht, uns den Blick zu verstellen, uns klar zu machen, der Weg sei frei, der Weg ist frei, aber nur so weit, wie wir wollen. Stets hat man nach Erwachen und Veränderung geschrien – JEZT WIRD ALLES ANDERS!

PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN ist der erste Teil der „Trilogie zur Filmkritik“, zu der auch WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG? und TUNGUSKA – DIE KISTEN SIND DA gehören. Die Trilogie ist Schlingensiefs persönliche Abrechung mit dem Neuen Deutschen Film und zugleich der Versuch, einen neuen Anfang zu setzen.

Pressestimmen

Ein Plädoyer für eine neue Filmhaltung. (Neue Ruhr Zeitung 23.04.1983)

Christoph Schlingensief gehört nicht zu denen, die auf der Welt des derzeit aktuellen reiten, um risikolos zu Erfolg zu kommen. Mit einem gehörigen Maß an Selbstbewusstsein (…) verwirft er sämtliche Regisseure des – mittlerweile nicht mehr ganz so – neuen deutschen Films. Er ist wohl einer, der sich reiben muss an anderen, der Positionen beziehen muss, um sich über die Richtung seines Werks klar zu werden. Vorerst spricht Christoph Schlingensief noch recht geheimnisvolles von Denkprozessen, die er in Gang setzen wolle, von Leuten, die Einzelpositionen einnehmen wollen, und der Identifikation mit solchen, vom Ernstnehmen des Individuums.
(…) Seinen beiden Filmen mangelt das Konkrete. Doch eines ist hier schon abzusehen: Hier entwickelt sich einer, der sowohl der weinerlichen Nabelschau der neuen Innerlichkeit wie auch dem „Aufstehen“-Herdentrieb basisgläubiger Demonstrationsveranstalter ablehnend gegenübersteht. (Zu Christoph Schlingensiefs Filmen PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN und WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG?, Oberhausener Stadtanzeiger 27.04.1983)

Weitere Texte

Erklärung der DEM Filmproduktion zur Kinovorführung der beiden Filme PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN und WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG?
vom 14.04.1983 
 

Hiermit teilen wir Ihnen mit, daß der „NEUE DEUTSCHE FILM“ unzeitgemäß ist. Sein Ziel, der Traum vom erweiterten Bewußtsein, ist Wirklichkeit geworden, sodass nun nur noch – ABGEKLÄRTHEIT UND KONTINUITÄT – Grundlage einer jeden Auseinandersetzung sein können.
Zwei Filme bringen Licht in das Walhalla des „NDF“: WHAT HAPPENED TO MAGDALENA JUNG? und PHANTASUS MUSS ANDERS WERDEN ziehen einen Schlußstrich unter das Elend der gegenwärtigen „neunen deutschen Filmproduktion“ und setzen gleichzeitig einen neuen Anfang ohne abgestandene Romantik und Mystik.