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The Airstrip – Aufbruch der Moderne, Teil III

THE AIRSTRIP – AUFBRUCH DER MODERNE, TEIL III Heinz Emigholz, D 2013, 108 min

Photographie und jenseits – Teil 21 / Aufbruch der Moderne – Teil III. Nach PARABETON und PERRET IN FRANKREICH UND ALGERIEN der dritte Teil der Reihe.


Special Screening in Berlin:
THE AIRSTRIP + Filmgespräch mit HEINZ EMIGHOLZ am Sonntag den 19.10.2014 um 17:00 Uhr im Kino ARSENAL, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin.
(Letzte Vorführung im Kino Arsenal am Sonntag den 26.10.2014 um 17:00 Uhr.)


Kinostart: ab 2. Oktober in folgenden Kinos:
Berlin: Kino Arsenal
Karlsruhe: Die Kurbel
Köln: Filmhauskino
Leipzig: Schaubühne Lindenfels
München: Werkstattkino

ab November in folgenden Kinos:
Mannheim: Cinema Quadrat
ab Dezember in folgenden Kinos:

Hamburg: Metropolis Kino
ab Januar in folgenden Kinos:
Heidelberg: Karlstorkino
ab Februar in folgenden Kinos:
Liechtenstein: Filmklub im Takino
ab März in folgenden Kinos:
Bamberg: Lichtspielkino

Festival Screenings

Über den Film
Man stelle sich einen Luftraum vor, in dem eine Bombe abgeworfen wurde, die noch nicht ihren Explosionsort erreicht hat. Sie fliegt auf ihn zu und ist nicht mehr zu stoppen. Die Zeit zwischen dem Abwurf und der Explosion der Bombe ist weder Zukunft – denn die unweigerliche Zerstörung hat ja noch nicht stattgefunden – noch ist sie Vergangenheit, da diese unweigerlich im Begriff ist, zerstört zu werden. Die Flugzeit der Bombe beschreibt so das absolute Nichts, die Stunde Null, bestehend aus all den Möglichkeiten, die es im nächsten Moment nicht mehr gibt. Eine Geschichte also, die aufhören wird, bevor sie angefangen hat, und die hier aus Trotz erzählt wird: Eine Architekturreise von Berlin über Arromanches, Rom, Wroclaw, Görlitz, Paris, Bologna, Madrid, Buenos Aires, Atlantida, Montevideo, Mexico City, Brasilia, Tokyo, Saipan, Tinian, Tokyo, San Francisco, Dallas, Binz und Mexico City nach Berlin – ins Bodenlose.

Bauwerke und Skulpturen
Die Dreharbeiten zum Film THE AIRSTRIP fanden von März 2011 bis Juni 2012 in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Argentinien, Uruguay, Mexico, Brasilien, den USA, auf den Nördlichen Marianen und in Japan statt. Der Film zeigt folgende Bauwerke und Skulpturen:

Der gefesselte Prometheus
(1899) von Reinhold Begas in Berlin, Deutschland
Mulberry Harbour (1944) von Winston S. Churchill, Arromanches, Frankreich
Pantheon (2. Jahrhundert n. Ch.) in Rom, Italien
Hala Ludowa (1913) von Max Berg in Wrocław, Polen
Kaufhaus (1913) von Carl Schmanns in Görlitz, Deutschland
Einkaufscenter La Vache Noir (2000er) in Arceuil, Frankreich
Monument Gustave Eiffel (1928) von Auguste Perret in Paris, Frankreich
Markthalle (1953) von Renato Bernadi in Bologna, Italien
Flughafen Madrid
Einkaufscenter Mercado de Abasto
(1934) von Viktor Sulčič in Buenos Aires, Argentinien
La Bombonera Stadion (1940) von Viktor Sulčič und José Luis Delpini in Buenos Aires, Argentinien
Drei Mausoleen (1930er, 40er Jahre) von Viktor Sulčič auf dem Recoletta Friedhof in Buenos Aires, Argentinien
Parochial Kirche (1960) von Eladio Dieste in Atlántida, Uruguay
Lagerhaus (1979) von Eladio Dieste in Montevideo, Uruguay
Flughafen Montevideo
Las Arboledas
(1958-63) von Luis Barragán in Mexico City, Mexico
Doppelhaus (1937) von Luis Barragán in Mexico City, Mexico
Türme am Queretaro Highway (1958) von Luis Barragán und Mathias Goeritz in Mexico City, Mexico
Das Ende einer Autobahn (2012) in Mexico City, Mexico
Flughafen Mexico City
Italienische Botschaft
(1959) von Pier Luigi and Antonio Nervi in Brasilia, Brasilien
Flughafen Brasilia
Flughafen Tokyo
Japanisches Gefängnis
(1930er) in Garapan auf Saipan, Nördliche Marianen
Einkaufscenter La Fiesta (1990er) auf Saipan, Nördliche Marianen
Monument an den Banzai Selbstmordklippen (1953) auf Saipan, Nördliche Marianen
Flughafen Saipan
Northfield Memorial
(1985) auf Tinian, Nördliche Marianen
Flughafen Tokyo
Saint Mary's Kathedrale
(1971) von Pier Luigi Nervi in San Francisco, Kalifornien
Flughafen Dallas
Bushaltestelle
(1967) von Ulrich Müther in Binz, Deutschland
Kathedrale
(1573-1813) in Mexico City, Mexico
Neptunbrunnen
(1891) von Reinhold Begas in Berlin, Deutschland

Trailer
Musikvideos SUN, ROTE WÜSTE und MOTH RACE von Heinz Emigholz für KREIDLER
Musikvideopremiere von MOTH RACE bei Spex.de
"MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo" für MOTH RACE auf den Kurzfilmtagen in Oberhausen 2013

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Frag' nicht nach Sonnenschein.
Spruch meines Vaters

Eine Reise nach Saipan

Ich kann den Zeitpunkt genau benennen. Es war am Nachmittag des 23. Oktober 2010, an dem ich mich nach all den Jahren entschloß, auf die Nördlichen Marianen zu fliegen, nach Saipan, um von dort nach Tinian überzusetzen. Wem nicht nur der Name Pearl Harbour etwas sagt, sondern auch bei der Nennung von Midway, Wake, Marcus, Marshall, Kwajalein,  Eniwetok, Gilbert, Truk, Iwo Jima, Attu, Kiska, Salomonen, Bougainville, Rabaul, Ulithi, Guadalcanal, Espiritu Santo, Guam, Palau, Mindanao, Luzon, Tarawa und Okinawa zusammenzuckt, wird diesen Entschluß verstehen. Ich gestehe, daß ich mein Leben der Existenz der ersten beiden Atombomben verdanke und – als Deutscher – einem japanischen Fanatismus, der zu ihrem Abwurf über Japan führte. Dort aber, wo alles kulminierte, im westlichen Pazifik, wollte ich jetzt sein. Ich kam mir vor wie eine Schildkröte, die Tausende von Meilen an ihren Geburtsort zurückschwimmt, um ihre Eier im Sand zu vergraben – an dem Strand, an dem die vielen Soldaten sterben mußten, denen ich mein Leben und eine Kindheit im Schutz des Gleichgewichts des Schreckens verdankte.
     Das Leben, wenn es denn lange genug andauert, erzählt sich leichter als Rahmennovelle. Diese literarische Form ist für die Propagierung von Sinn erdacht worden, auch wenn er als Trost nur aus fernen Echos besteht. In den 50er Jahren waren die beiden Kinos unserer Kleinstadt, das Corso und das Odeon, voll mit amerikanischen B-Movies, die von der Schlacht im Pazifik erzählten. Abwechselnd mit Fuzzy-Filmen waren diese s/w-Filme dort fast jeden Sonntag zu sehen. Die erste Konfrontation mit Anatahan von Josef von Sternberg, meinem späteren Lieblingsfilm und Lieblingsregisseur, fiel auch in diese Zeit. Das erste Antlitz eines Schauspielers, das sich nachhaltig neben dem von Al St. John als „Fuzzy“ in mein Bewußtsein eingegraben hat, war das von Lee Marvin, der in vielen dieser Filme als ruhender Pol im Schlachtgeschehen auftrat. Bei unseren Dreharbeiten auf Saipan erfuhr ich, daß Marvin als US Marinesoldat bei der Erstürmung des Mount Tapochau auf Saipan im Juni 1944 schwer verwundet worden war und dafür mit dem Purple Heart ausgezeichnet worden ist. Diese Insel hatte es in sich.
     Bei den Recherchen zum Film Parabeton war ich auf das Buch The Roman Pantheon: the Triumph of Concrete des amerikanischen Bauingenieurs David Moore gestoßen. Er beschreibt darin die Zusammensetzung des römischen Zements und die Konstruktionskunst der römischen Baulegionäre. Die Website von David Moore beinhaltet noch zwei weitere Themen: Prostatakrebs von Kriegsveteranen und The Battle of Saipan, an der Moore als „Seabee“ im Juni 1944 teilgenommen hat – als einer der Pioniere des US Navy Construction Battalions, die die Flugfelder auf Saipan angelegt haben.
     Am 20. Juli 2009 erschien in The New Yorker die autobiografische Erzählung Rat Beach von William Styron. Ich las sie, weil Styron mir 1990 durch Ausführungen zum „Black Dog“ – ein Begriff den Churchill für seine Depressionen gefunden hatte – in seinem Buch Darkness Visible das Leben gerettet hatte. Die Lektüre von Rat Beach war umwerfend und ausschlaggebend für meine Entscheidung vom 23. Oktober. Styron mußte im Frühjahr 1945 als zwanzigjähriger Offizier auf Saipan die Landung seiner Einheit auf dem japanischen Festland trainieren und beschreibt in dem Text seine damalige Todesangst angesichts eines zu allem entschlossenen, fanatisch verzweifelten Feindes. Und er beschreibt die dröhnenden Motorengeräusche der von der südlichen Nachbarinsel Tinian startenden B-29s, die Tag für Tag japanische Städte bombardierten. Darunter waren auch die beiden B-29-Superfortresses Enola Gay und Bockscar mit den Atombomben Little Boy und Fat Man an Bord, deren Abwürfe nicht nur sein Leben retteten.
     Auf meinem Rückflug von Saipan nach Tokyo erblickte ich über dem seit 2003 wieder aktiven Vulkan der nördlichen Nachbarinsel Anatahan einen Regenbogen. Ich beschloß, dort in Fortsetzung von The Airstrip den Film Anatahan II zu drehen. Außer Hütten, Höhlen und denen der Pflanzen gibt es darauf keine Architekturen. Es sei denn, man sieht auch die Menschen, die die seit 1990 unbewohnte Insel gelegentlich besuchen, als Gebaute an.

Heinz Emigholz


Photographie und jenseits  –  Stand 2013

In der Zeit nach der Premiere von Der Zynische Körper auf dem Forum der Berlinale am 17. Februar 1991 befand ich mich in einer prekären Lage. Die kommodenhafte Robustheit und coole, erzählerische Eleganz des Films hatten, neben ein paar klugen Kommentatoren, die filmjournalistelnden Witwentröster der Bundesrepublik auf die Palme gebracht. Die Mitarbeiter des Sputnik-Filmverleihs waren bemüht, das Beste für den Film zu tun, aber am Ende war ich als alleiniger Produzent des Films so pleite wie nie zuvor. Das von Manfred Salzgeber initiierte Nachfolgeprojekt, die Verfilmung des Romans Fluß ohne Ufer von Hans Henny Jahnn, zu dem Klaus Behnken, Ueli Etter und ich ein produktionsreifes Drehbuch erarbeitet hatten, wurde von den damals die Szene beherrschenden Münchner Filmpfründe-Oligarchen kalt gestoppt. Zwar besetzte mich Joseph Vilsmaier, nachdem er mich 1991 auf den Filmfestspielen in Cannes „entdeckt“ hatte (nachdem ich wiederum seine Frau, die wunderbare Dana Vavrova, für eine der Rollen in Fluß ohne Ufer „entdeckt“ hatte), in ein paar lukrativen Nebenrollen und rettete mich so vor dem finanziellen Ruin. Meine Entfremdung von Film an sich aber war nie größer als zu jener Zeit, und ich schwor mir, damit aufzuhören – oder wieder ganz von vorn anzufangen.

Der Neuanfang kam dann 1993 mit dem Projekt Photographie und jenseits, das mich der WDR-Redakteur und Liebhaber von Der Zynische Körper, Wilfried Reichart, machen ließ. Reinhard Wulf vom gleichen Sender und diverse Filmförderungen haben diese Zusammenarbeit im Konzert mit Filmgalerie 451 und Amour Fou Vienna dann fortgesetzt. Aber ich hatte damals keine Ahnung, für welchen Zeitraum mich dieses Projekt beschäftigen würde. Hier ein Ausschnitt aus der damaligen Projektbeschreibung: „Photographie und jenseits ist ein Filmprojekt über Schrift, Zeichnung, Skulptur und Architektur. Thema des Films sind aktive Gestaltungs- und Projektionsleistungen – real gewordene Vorstellungen. Analysiert wird ein quasi umgedrehter Sehvorgang – Sehen als Ausdruck, nicht als Eindruck. Das Auge als Schnittstelle zwischen Gehirn und Außenwelt, der Blick eine komponierende Kraft, die ein Inneres nach Außen stülpt und in der Realität gespiegelt vorführt.“
     Photographie und jenseits sollte zu Anfang ein cirka hundertminütiger Essayfilm werden, in dem ich mich mit den Tatsachen einer gestalteten Welt und deren Erscheinen auf kinematographisch gestalteten Abbildungsflächen beschäftigen wollte. Architekturen, Skulpturen, Photographien, Zeichnungen, Gemälde, Schriften, Kinematographie, Collagen, Drucke und städtische Landschaften standen auf der Motivliste. Erzählt werden sollte nicht vermittels Sprache oder Dialoge, sondern durch die dargestellten Dinge und Situationen selbst. Nicht gerade ein Projekt für die BBC oder den History Channel und deren weichgekochte Art des Dokumentierens: Hardcore-Dokumentationen begann ich die entstehenden Filme zu nennen. Denn es blieb nicht bei einem Film. Nach einer jahrelangen Phase von Dreharbeiten plus anschließendem Schnittblock – und dem Zwischenspiel des Aufbaus eines Instituts für zeitbasierte Medien an der Universität der Künste in Berlin – kam es erst 2001 zur Veröffentlichung von zunächst drei kürzeren Filmen, die unter dem Obertitel Photographie und jenseits veröffentlicht wurden. Durch andauernde Zellteilungen auf der Motivliste und die neu hinzugekommene Zusammenarbeit mit Artimage in Graz folgten dann viele weitere kurze und lange Filme. Nach nunmehr zwanzig Jahren seit Beginn der Unternehmung stehen zehn lange und vierundsiebzig kurze Filme auf der Backkatalog-Liste des Projektes. Gekennzeichnet und ermöglicht wurden diese Filme durch eine konsequente Ausschaltung eines überdrehten Produktionsapparates und die Konzentration aller Mittel auf das angestrebte und letztlich ausschlaggebende visuelle und akustische Kinoerlebnis. Man kann die Liste der Filme mit den dazugehörigen Beschreibungen und Kommentaren auf <www.pym.de> und <www.filmgalerie451.de> einsehen. Die weitergehenden, erkenntnistheoretischen Implikationen der Serie habe ich den Fußnoten zum Text The End in Disko 22 <www.a42.org> dargelegt.
     Die meisten der bisherigen Filme der Serie befassen sich mit Architektur und verleihen dem Projekt dadurch ein gewisse, unbeabsichtigte Schlagseite. In der Tat sind die architektonischen Studien und Feldforschungen mit den jetzt vorgelegten Filmen Zwei Museen und The Airstrip abgeschlossen – abgesehen von drei Langzeitprojekten, die mich noch einige Jahre beschäftigen werden. Standen zuerst Werkkataloge der von mir bevorzugten Bauingenieure und Architekten der klassischen Moderne (Sullivan, Maillart, Loos, Schindler, Perret, Goff, Nervi) im Vordergrund meines Interesses, obsiegte zum Schluß das Interesse des Kinematographen an anonymen, architektonischen Situationen, die sich mit keinem Namen eines Gestalters mehr verbinden lassen.
     Die Erfüllung einer Utopie wäre es, wenn man mir einen jährlichen, unbetitelten Etat gäbe, und ich käme dafür mit mindestens zwei weltweit aufgenommenen Architekturfilmen zurück: einer Komödie und einer Tragödie. Ich bin mir sicher, daß alles, was Menschen überhaupt zu erzählen haben, in Architektur vorzufinden ist: ihre Liebe zueinander, ihre Angst voreinander, ihr Bedürfnis nach Schutz und Ausstattung, ihre Eingebundenheit in den Zirkel der Natur. Nicht zuletzt wird eine der Architektur innewohnende brüllende Komik weltweit unterschätzt. Leider wird sich diese Utopie nicht erfüllen lassen, weil sich die Vorfinanzierung von Filmen dem Wort verpflichtet fühlt und nicht dem Bild.

Heinz Emigholz

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Pressestimmen

In seinem neuen Film spürt Heinz Emigholz Verbindungslinien auf, die vom Betonkult der Moderne bis zur, so der Filmemacher, "Betonkultur des Krieges" reichen. Der letzte bedeutende Bilderanalytiker des deutschen Kinos war nie funkiger. (epd film, 10.2014, Andreas Busche)

"The Airstrip" wird zum globalen Road Movie, zum Reflexions- und Assoziationsteppich, der schwerelos wird und zum Flug anhebt. (Film Dienst 20/2014, Claus Löser)

Essayistischer Architektur- und Kunstfilm von Heinz Emigholz, in dem er rund um den Globus der klassichen Moderne in der Architektur nachspürt und mit pointierten Off-Kommentaren über die ökonomisch-materiellen und ideologischen Bedingungen der Bauwärke räsoniert - eine Art "Best of" von Emigholz' weitgespanntem Projekt "Photografie und jenseits". Sehenswert. (Film Dienst 20/2014, Bewertung der Filmkommission)

Einer der schönsten Dokumentarfilme dieser Filmfestspiele stammt aus einer Künstlerwerkstatt. Heinz Emigholz war bis vor kurzem noch Professor für Experimentelle Filmgestaltung an der Berliner Universität der Künste. In "The Airstrip - Aufbruch der Moderne, Teil III" erschloss er im "Forum"-Programm höchst bemerkenswerte Architekturen aus Deutschland, den USA und Japan, vor allem aber aus Lateinamerika: aufgenommen aus jeweils sorgfältig ausgesuchten Blickwinkeln. Ein Fest für die Sinne. (Kunstzeitung, Manfred Eichel)

Für "The Airstrip" ist Emigholz bis auf die Marianen gereist, jene Inselgruppe im Pazifik, die im Zweiten Weltkrieg von herausragender strategischer Bedeutung war. Er filmte dort die Betongruben, aus denen die beiden Atombomben für Hiroshima und Nagasaki in die Flugzeuge verladen wurden; in einer Entsprechung suchte er später auch den Strand von Aramanche in der Bretagne auf. Dort befinden sich am Strand zwei riesige Betonstrukturen, die von den Alliierten im Zweiten Weltkrieg als künstliche Häfen angelegt wurden und nun dem Spiel von Ebbe und Flut preisgegeben sind. Mit dieser "Betonkultur des Krieges", wie Emigholz es nennt, taucht eine explizierte historiographische Signatur in seinem Werk auf, die für die Zukunft noch einiges verspricht. (frieze d/e, 2014, Bert Rebhandl)

Der Filmemacher (Heinz Emigholz) und die Band (Kreidler) passen so gut zueinander, weil sie beide dasselbe Ziel verfolgen: den Raum ausloten in Momentaufnahmen, und dabei ohne Kompromisse die eigene Ästhetik verfolgen. (CULTurMAG, 2014, Tina Manske)

Angriffslustig, fast wütend klingt der sparsam und prägnant eingesetzte Kommentar in Heinz Emigholz’ jüngstem Dokumentar-Essay "The Airstrip", in dem er Bau- und Kunstwerke in einen Zusammenhang mit zeitgeschichtlichen Ereignissen des letzten Jahrhunderts setzt. Einerseits stellt Emigholz seinen Film dabei in den ästhetischen Kontext seiner Architekturfilme, andererseits werden aggressiv ungewohnte Wege beschritten: Überblendungen, Spezialeffekte und Musik von Kreidler. (Tip Berlin, 2014, Lars Penning)

Preise und Festivals