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Der Zynische Körper

DER ZYNISCHE KÖRPER Heinz Emigholz, D 1986-90, 89 min

Ich will kein Gemüse werden.

Für eine Gruppe von Künstlern wird das Sterben eines Freundes zur Konfrontation mit dem eigenen Überleben. 'Der Zynische Körper' untersucht die vielfältigen Beziehungen zwischen den auf Ewigkeit zielenden Baukörpern einer monumentalen Architektur und dem in seiner endlichen Lebenszeit gefangenen menschlichen Körper.

Fünf Menschen blättern in den Notizbüchern des verstorbenen Lektors Roy, der ihr Freund war, und rekonstruieren dabei ihre gemeinsame Vergangenheit: der Schriftsteller Carl, seine Mitbewohnerin, die Photographin Liza, der Architekt Jon, für den Liza photographiert, der Zeichner Fred, mit dem Carl Situationen seines Romans durchspielt, und die Übersetzerin Bela, die Freudsche Versprecher sammelt.

Carl hat Probleme beim Schreiben. Aus seiner Romanfigur Rob entwickelt sich im Fortgang der filmischen Handlung eine reale Person, die immer bedrohlicher in sein Leben eingreift. Roy unterstützt seinen Autor Carl, ist aber von einer schweren Krankheit gezeichnet. Um seinen Schwierigkeiten zu entgehen, begleitet Carl Jon und Liza auf eine Architektur-Reise nach Spanien. Bela und Fred bleiben zurück und müssen sich mit Roys Verfall auseinandersetzen. In Barcelona erreicht die Reisenden die Nachricht von Roys Tod.

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Pressestimmen

In Hamburg, auf dem Kölner Dom und vor Gaudís Kathedralenbau La Sagrada Familia, auf der Erde und im Himmel, spielt Heinz Emigholz' komplexer, toller, witziger, packender Maler-Dichter-Philosophie-Sex-Film Der Zynische Körper. Er handelt vom Zusammenhang zwischen Bauten und Körpern und Landschaften, zwischen philosophischen Texten und Daliah-Lavi-Schlagern wie Wär" ich ein Buch zum Lesen. Er erzählt vom Dichten und vom Sammeln, von der Liebe zwischen Bisexuellen, Heteros und Schwulen, und vom Tod. Komisch wirkt das, und dann immer tragischer. (KÖLNER STADTANZEIGER, Hans Schifferle)

In Hamburg, auf dem Kölner Dom und vor Gaudís Kathedralenbau La Sagrada Familia, auf der Erde und im Himmel, spielt Heinz Emigholz' komplexer, toller, witziger, packender Maler-Dichter-Philosophie-Sex-Film Der Zynische Körper. Er handelt vom Zusammenhang zwischen Bauten und Körpern und Landschaften, zwischen philosophischen Texten und Daliah-Lavi-Schlagern wie Wär" ich ein Buch zum Lesen. Er erzählt vom Dichten und vom Sammeln, von der Liebe zwischen Bisexuellen, Heteros und Schwulen, und vom Tod. Komisch wirkt das, und dann immer tragischer. (VOGUE, Bernd Skupin)

Unter den Bildern dieses Films sind einige der schönsten, die man in den letzten Jahren gesehen hat. Die ungewöhnlichen Kameraperspektiven, die kühnen architektonischen Erkundungen, die Grenzverschiebungen zwischen Realität und Imagination, auch die nachdenkliche Tristesse des Films provozieren Tagtraum-Atmosphären, die angenehme Unsicherheit von Zwischenzonen. Man ahnt Absturzgefahr, und Angstvisionen gewaltsamer Todesstürze gibt es gleich mehrfach. Seit zwanzig Jahren eifert Emigholz, wie jeder anständige Experimentalfilmer, gegen das traditionelle narrative Kino; er examiniert das etablierte ästhetische Vokabular, propagiert neue Sehweisen und Bildsprachen. Selten geschah das so kreativ und so kulinarisch. (TIP, Wolf Donner)

Die ungewöhnlichen Kameraperspektiven, die kühnen architektonischen Erkundungen, die Grenzverschiebungen zwischen Realität und Imagination, auch die nachdenkliche Tristesse des Films provozieren Tagtraum-Atmosphären, die angenehme Unsicherheit von Zwischenzonen. Man ahnt Absturzgefahr, und Angstvisionen gewaltsamer Todesstürze gibt es gleich mehrfach. Seit zwanzig Jahren eifert Emigholz, wie jeder anständige Experimentalfilmer, gegen das traditionelle narrative Kino; er examiniert das etablierte ästhetische Vokabular, propagiert neue Sehweisen und Bildsprachen. Selten geschah das so kreativ und so kulinarisch. (FR, Peter Körte)

Architekturfotografie, Kölner Dom, Gaudís Sagrada Familia und während im Off ein Text zur Ideologie der Ununterscheidbarkeit von Struktur und Verzierung gesprochen wird, reproduziert der Film in seiner Verweigerung des architekturtouristischen Blicks genau diese Vermischung, löst die Struktur auf im Ornament aus Schwarz und Weiß, oder umgekehrt: kehrt die Struktur des Baus in Richtung Bild, löscht die Schwerkraft, löscht den Sinn des Baus, will Fotografie. Link zur vollständigen Kritik: (jumpcut, Ekkehard Knörer) mehr...

Preise und Festivals