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Das Kino des Roland Klick - Interview und Kurzfilme

DAS KINO DES ROLAND KLICK - INTERVIEW UND KURZFILME Roland Klick / Frieder Schlaich, D 1997, 177 min

Ausführliches Interview mit einem Ausnahmeregisseur!

Roland Klick, Regisseur von Filmen wie DEADLOCK und SUPERMARKT, nimmt in der Geschichte des deutschen Films eine Sonderstellung ein. Trotz seiner Außenseiterposition im Neuen Deutschen Film der 70er-Jahre wurden seine Filme mit sechs Bundesfilmpreisen ausgezeichnet, feierten auch international Erfolge und haben inzwischen Klassikerstatus erreicht. Der Interview-Film mit Roland Klick ist ein spannendes Dokument über das Filmemachen und über einen Regisseur, der bis heute fasziniert.

Neben dem Interview-Film von Frieder Schlaich (1997 - 73min) beinhaltet die DVD alle vier Kurzfilme von Roland Klick.

Alle Filme sind separat auch als Stream & Download auf der Filmgalerie 451 VoD - Website erhältlich, nur im VoD-Bereich und in der ROLAND KLICK - DVD COLLECTION mit englischen Untertiteln, siehe Filmtitel >

Kurzfilme:

WEIHNACHT D 1962/63, 10 min, s/w, 35 mm

Ein Junge spaziert durch eine Stadt zur Weihnachtszeit und bewundert den festilichen Krimskrams.
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LUDWIG D 1964, 16 min, s/w, 35 mm

Ein Film über einen jungen Mann (Otto Sanders erste Roile) in einem armen bayrischen Dorf, der die Rolle des Dorfdeppen spielt.
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ZWEI D 1965, 26 min, s/w, 35 mm, mit Til Erwig, Peggy Parnass
Beide wohnen in einem Wohnblock. Er ist ein junger Büroangestellter, sie eine in die Tage gekommene Stripperin. Ihre Leben überschneiden sich nicht, bis sie sich eines Tages zweimal treffen.
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JIMMY ORPHEUS D 1966, 52 min, s/w, 35 mm, mit Klaus Schichan, Ortrud Beginnen
Ein Hafenarbeiter muss durch die Straßen Hamburgs ziehen, als er aus seiner Unterkunft ausgesperrt ist. Im ärmeren Teil der Stadt trifft er eine junge Frau. Er will eine Affäre mit ihr beginnen, aber es soll nicht sein.
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Pressestimmen

Roland Klicks gefeierter erster Kurzfilm WEIHNACHT (1963) zeigt einen Schuljungen, der einen Tag lang durch eine vorweihnachtliche Großstadt stromert und stauend die Warenwelt des wirschaftswunderlichen Gabenfests zur Kenntnis nimmt. Seine Blicke sind programmatisch für die Arbeitsweise des Regisseurs: Das Kino des Roland Klick ist ein "Kino der aufgerissenen Augen". Sie entdecken eine kalte Welt. Geld ist in ihr das Mittel, das alle Dinge in Bewegung setzt. ("Autos Geld Pistolen", Szene Hamburg, 12.12.97, Jörg Schöning)

Klick nähert sich den Objekten seiner Filmschilderungen mit Verständnis und Sympathie, wenn auch nicht unkritisch. Und er versteh sein Handwerk so gut, dass er auf formale Tricks verzichten kann. (TWEN, Dezember 1964, Joe Hembus über WEIHNACHT)

Für seinen zweiten Kurzfilm LUDWIG (1964) jagte Klick Otto Sander (...) durch die entmythologisierte Tristesse eines kleinen Bauerndorfes. Für diesen Film kehrte er nach Jahren an den Ort seiner unbeschwerten Kindheit zurück. (...) Heute meint Klick, daß ihm mit LUDWIG ganz intuitiv etwas gelungen ist, was er sich in den folgenden Jahren erst wieder hart erarbeiten mußte: das Ineinandergreifen von einer "sozialer Wahrheit", die man ablichtet, und Kino. ('Roland Klicks Exile on Mainstream', Splatting Image, 03/99, Andreas Busche)

Ich glaube, dass mit Klick ein Talent heranreift, das im deutschen Film noch Aufsehen erregen wird. LUDWIG ist für mich der beste deutsche Kurzspielfilm des Jahres. (1964, René Houle)

ZWEI (1965) zeigt Momentaufnahmen von Menschen, einer Stadt und ihrem Alltag. Die genaue Beobachtung konzentriert sich auf das Leben zweier Personen, deren Wege sich im Laufe des Films kreuzen. Klick zeichnet seine Personen mit einer mitleidlosen Klarheit, die aber nie den Respekt für die Menschen verliert. (diagonale.at, 1999)

Zu Klicks Prinzip gehörte es von jeher, das Chaos zuzulassen. (...) Die "Produktionsbedingung" Wirklichkeit ist tief in seine Filme eingeschrieben. Und ging das mal daneben, hat es doch Charme. Besonders schön in dieser Hinsicht ist Klicks Geschichte, wie der bei den Aufnahmen zu JIMMY ORPHEUS bei einer Verfolgungsjagd auf St. Pauli einen - zuvor von ihm vollkasko versicherten - Leihwagen mit Karacho an einen Laternenpfahl setzte, der Kameramann jedoch, als er Klick auf sich zurasen sah, in Panik alles stehen und liegen ließ, so dass die naturgemäß nicht wiederholbare Aufnahme unterblieb und die Zuschauer darum mit einer akkustischen Simulation dieser Verschrottungsaktion aus dem Off vorliebnehmen müssen. ("Autos Geld Pistolen", Szene Hamburg, 12.12.97, Jörg Schöning)

Klaus Schichan als moderner Orpheus in der Unterwelt: seine Begierde für die schöne Ortrud Beginnen läßt die beiden eine schlaflose Nacht lang durch Hamburgs Straßen und U-Bahn-Stationen taumeln. Eine wild improvisierte Liebesgeschichte zwischen nouvelle vague, deutschem Beat und totaler filmischer Verrücktheit. (diagonale.at, 1999 über JIMMY ORPHEUS)

Die Reihe ergänzt ein Interview, das unter anderem eine Niederlage rekonstruiert, die den Filmemacher spürbar noch immer schmerzt. Denn eigentlich hatte Klick Christiane F's autobiografischen Roman "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" realisieren sollen. Nach unzähligen Drehbuchfassungen und Jahren der Vorbereitung zerplatzte dieser Traum nach Streitigkeiten mit der Produktion vor Gericht. Was bleibt sind Spekulationen: Wäre das DER bundesdeutsche Film der Siebziger geworden? Wer Klicks Filme (wieder)entdeckt, ist sich sicher: Ja! („tip“ Berlin zur Videoedition, 1997, Annette Kilzer)