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Überall ist es besser wo wir nicht sind

ÜBERALL IST ES BESSER WO WIR NICHT SIND Michael Klier, D 1989, 78 min

Entweder ist das Gras grüner, oder die Häuser sind höher, oder die Sonne ist wärmer!

Warschau 1988. Jerzy will in den Westen. Sein Ziel ist Amerika. Aber sein Geld reicht erst einmal nur für Berlin. Dort trifft er Ewa wieder, die er an seinem letzten Tag in Polen kennen gelernt hat. Die beiden kommen sich näher. Sie nehmen alle Jobs an und haben wenig Zeit für einander. Dennoch gibt es einige Momente des Glücks, bis Ewa verschwindet, ohne eine Adresse zu hinterlassen ...

'Überall ist es besser wo wir nicht sind' erscheint als sechster Film in der Edition 'Debütfilme' von Filmgalerie 451 und dem Filmmagazin Schnitt

Michael Kliers neuer Film 'Alter und Schönheit' kommt am 8. Januar 2009 in die Kinos. In den Hauptrollen spielen Henry Hübchen, Burghart Klaußner, Armin Rohde, Sibylle Canonica und Peter Lohmeyer.

Auszug aus dem aktuellen Interview mit Michael Klier, welches auf der DVD in voller Länge zu sehen ist:

Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an deinen Debütfilm 'Überal ist es besser wo wir nicht sind' denkst?

Vergangenes Kino. Eine vergangene Art, Filme zu machen, eine unschuldige Art, als würde man den Film neu erfinden. Das war der Hintergedanke: Bilder zu machen, die man in dieser Weise vorher noch nicht gesehen hat.

War das ein sehr geplanter Dreh oder habt ihr viel auch improvisiert?

Das war ein geplanter Dreh, weil es eine sehr kurze Drehzeit war. 24 Tage. Das Buch war komplett geschrieben, die Motive waren alle da, und die Darsteller waren auch alle vorher gecastet. Wir haben ausreichend Probeaufnahmen gemacht, und dann hat man versucht, ein gewisses Flair herzustellen, eine Magie herzustellen, in den Bildern, in dem Spiel und der Art, wie man das Ganze sieht.

Woher kam bei deinem Debütfilm diese Souveränität her? 

Das weiß ich nicht. Ich hatte natürlich schon sehr viele Filme in meinem Leben gesehen und etliche kleine Dokumentarfilme gedreht, die sehr vom Stil der Nouvelle Vague beeinflußt gewesen sind, die also sehr leicht, sehr schnell waren, sehr virtuos in der Kamera, der Montage, in dem Einsatz von Musik. Das war alles sehr spielerisch. Bei meinem ersten Spielfilm habe ich dann aus meiner Erfahrung als Cineast geschöpft. Ich hatte ja vorher noch keine Regie geführt, hatte aber Vorbilder im Kopf und habe versucht, gewisse Dinge anzuwenden, die ich im Kino gesehen hatte und mochte. Natürlich: Das selber zu machen ist noch einmal ein ganz anderer Schritt. Da muß man einfach wissen, wann ein Schauspieler dieses oder jenes machen soll, wann die Kamera sich bewegen muß. Aber das war etwas sehr Organisches, es hat dann alles zusammengespielt. Nachdem wir gesehen haben, daß das, was wir machen, funktioniert, daß es eine Ausstrahlung hat, wurden wir sehr sicher. Das hat uns eine Souveränität gegeben, eine unbewußte Sicherheit. Beim Schnitt kommst du nachher in ganz andere Fragen rein.

Warum hast Du Dich bei 'Überall...' für Schwarzweiß entschieden?

Das war eine neorealistische Liebhabergeschichte, weil ich die italienischen Filme so gerne mochte. Das Schwarzweiß war ja buchstäblich Magie, du konntest jede Realität filmen, und sie sieht irgendwie toll aus. Es ist ganz schwer, mit Farbe einen guten Realismus hinzukriegen. 'Ostkreuz' (1991) war dann aber schon eine bewußte Entscheidung für Farbe, das haben wir auch gut hingekriegt, weil es ein spezieller Umgang mit Farbe ist, obwohl es ein sehr realistischer Film ist.

Genauso offensichtlich ist Deine Einstellung gegen Musik. Warum diese klare Entscheidung?

Es ist immer zwiespältig. Natürlich ist Musik toll im Film, manche Filme würden ohne Musik gar nicht funktionieren. Bei uns war es so, das wir erstmal gar kein Geld hatten und zweitens auch gar keine wirkliche Idee dazu. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch eine Herausforderung, den Film spannend zu machen ohne Musik. Oft ist Musik auch bloß eine Konzession an etwas, was nicht funktioniert, wo man etwas übertünchen muß, weil es eine schwache Szene ist. Es stört sogar manchmal die Ökonomie der Erzählung, weil die Musik plötzlich etwas auflädt, was gar nicht aufgeladen werden sollte.

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Zitate

Pressestimmen

Michael Klier ist ein wunderbarer Erzähler. Nach einigen eher "experimentellen", ausprobierenden Filmen hat er es nun geschafft, sein eigentliches Erzähltalent zur Geltung zu bringen. Mit bescheidenen Mitteln des "Kleinen Fernsehspiels" produziert, ist dies in der Kraft seiner erzählerischen und inszenatorischen Erfindung ein großer Kinofilm (epd Film, Februar 1990, Rainer Gansera)

Fesselnder als Jarmush! (tip, 1989, Ralph Umard)

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