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Mord in Pacot

MORD IN PACOT Raoul Peck, F/HAI/N 2015, 130 min

"Pecks Film geht den fundamentalen Fragen nach Verantwortung und Gerechtigkeit auf den Grund, die sich der haitianischen Gesellschaft seit der Überwindung der Diktatur stellen. Fesselnd, komplex - eine wahrhafte Tour de Force!" (TIFF 2014)

Nachdem Raoul Peck das Erdbeben, das Port-au-Prince im Januar 2010 erschütterte, in seinem Film "Tödliche Hilfe" dokumentarisch bearbeitet hatte, stellt er in seinem Spielfilm "Mord in Pacot" ein bourgeoises Paar in den Mittelpunkt.

Das Erdbeben in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince, im Januar 2010, hat weite Teile der Stadt in ein Trümmerfeld verwandelt. Auch die Villa eines im Nobelviertel Pacot lebenden Ehepaares ist zerstört. In der Ruine versuchen sie ihren Alltag neu zu organisieren und vermieten den verschonten Teil des Hauses an Alex, einen europäischen NGO-Katastrophenhelfer. Als seine junge haitianische Geliebte Andrémise einzieht, spitzt sich die Situation zwischen den beiden ungleichen Paaren drastisch zu.

DOPPEL-DVD: Raoul Pecks Dokumentarfilm TÖDLICHE HILFE (HAI/F/USA/B 2013, 100 min) ist auf der DVD enthalten (s. DVD-Extras). Nur lieferbar nach: Deutschland, Österreich, Schweiz.

KINOSTART am 17. September 2015.
Im Verleih von EZEF, in Zusammenarbeit mit Filmgalerie 451.

- Filmkritik und Trailer im Berliner TAGESSPIEGEL: hier

DIRECTOR 'S STATEMENT

Nach dem schrecklichen Erdbeben vom 12. Januar 2010, bei dem mehr als 250.000 Menschen getötet und 1,2 Millionen Haitianer obdachlos wurden, gab es für mich nur zwei Möglichkeiten: entweder mich in den Strudel von Selbstbetrug und Depression zu begeben oder einen Film zu machen.

Ich habe mich für Letzteres entschieden und zwei Jahre lang an dem Dokumentarfilm „Tödliche Hilfe“ gearbeitet. Parallel dazu habe ich begonnen, über einen Spielfilm nachzudenken, um über meine widersprüchlichen Gefühle hinwegzukommen.

Ich bat den bekannten haitianischen Schriftsteller Lyonel Trouillot, mit mir an dieser zweiten Geschichte zu arbeiten. Mit seinem besonderen Stil, der gleichzeitig barock, Brechtianisch, poetisch und prägnant ist, war er der perfekte Begleiter, um sich mit mir in dieses emotionale Niemandsland zu begeben, in das sich mein Land verwandelt hatte. Eine Art „Haiti im Jahre Null“. Später kam der französische Schriftsteller Pascal Bonitzer, mein Co-Autor und „Partner in Crime“, dazu.

Die kompromisslose Konzeption, die die Form als auch den Inhalt betrifft, erdacht von Schriftstellern aus völlig unterschiedlichen künstlerischen Welten, ergab genau den radikalen Text, den ich brauchte, um die ikonoklastische Realität einer Stadt nach der Zerstörung darzustellen: ein Pulverfass, unfassbar, zwingend, unrettbar.

Raoul Peck.

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Pressestimmen

In durchdringenden Bildern voller stechender Klarheit, ist MORD IN PACOT ein provokanter Denkanstoß, der weit über seinen spezifischen Schauplatz und seine Zeit hinausreicht. (Hollywood Reporter/02.05.2015)

Provokant, stimmungsvoll und atmosphärisch! (Screendaily / 11.02.2015)

Wie in Pasolinis „Teorema“ verfallen auch hier die Hausherren und -damen der verführerischen Fremden. Doch bei Peck enden die Macht- und Liebesspiele tödlich. (Zitty Berlin / 16.09.2015)

Peck nutzt das zerstörte Anwesen des namenlos bleibenden Paars als Bühne für ein Lehrstück über die durchgängige Korruption einer Gesellschaft, die auch vor 2010 schon am Tropf der NGOs hing und durch soziale und sexuelle Gräben und Machtlinien gespalten ist. (Tagesspiegel / 17.09.2015)

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