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Der traumhafte Weg

DER TRAUMHAFTE WEG Angela Schanelec, D 2016, 86 min

Jetzt im Kino und auf Festivals.

Ausgezeichnet mit dem Filmpreis NRW 2017.

Griechenland 1984. Kenneth, ein englischer Musiker und Theres, eine junge Deutsche, singen auf der Straße, um sich ihre Ferien zu finanzieren. Sie lieben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass seine Mutter verunglückt ist, reist er überstürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewinnen, scheitert.

30 Jahre später, in Berlin. Ariane, eine 40jährige Fernsehschauspielerin, löst sich in einer Krise von ihrem Mann, einem erfolgreichen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von seinem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiss, dass auch Theres inzwischen in Berlin lebt.

WELT-PREMIERE war 9. August 2016 in Locarno.
Deutscher Kinostart am 27. April 2017 im Verleih von Piffl Medien.
DVD-Veröffentlichung am 27. Oktober 2017 bei "good movies".

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Pressestimmen

Angela Schanelec’s continued lack of recognition, at least outside of Germany, is genuinely baffling. Judging from the dismissive-to-hostile reactions that followed the premiere of her eighth feature at the Locarno Film Festival, this regrettable state of affairs is unlikely to change. And yet, out of the competition entries I managed to see, The Dreamed Path is the only one I feel deserves to be called a masterpiece. (filmmakers, Giovanni Marchini Camia) mehr...

Kann man mit der Bezeichnung Lieblingsfilm auch der jüngsten Arbeit von Angela Schanelec gerecht werden? Im Wettbewerb lief Schanelecs „Der traumhafte Weg“, der in den 80er Jahren in Griechenland beginnt und ein Paar zeigt, das gemeinsam singt, um sich den Ferienaufenthalt zu finanzieren. 30 Jahre später leben beide in Berlin, ohne von einander zu wissen. Die Kamera folgt weiteren Menschen, etwa der Schauspielerin Arianne, die sich von ihrem Mann trennt und deren Tochter, die eine gute Fußballerin ist. Handlung, Erzählung, solche Begriffe passen nicht zu den Filmen der Berliner Regisseurin. Man kann nicht einmal von losen Handlungssträngen sprechen, muss sich einlassen auf ihre Wahrnehmung, ihre Vision. Auf Bilder, die zunächst einmal zeigen wollen, ohne Bedeutung zu transportieren, ohne die Figuren zu Identifikationsträgern zu machen. Es sind Bilder, die unseren Blick suchen. Man kann zusehen, wie Menschen durch das neue Berlin rund um den Hauptbahnhof ziehen, ihren Platz suchen. Auch ihre Gefühle sind im Transit. Innere Bewegungen werden sichtbar. Was möchte man mehr vom Kino? (Tagesspiegel, Anke Leweke)

Es gibt einen Überschuss an Schönheit in diesem Film, doch keine Ästhetisierung. Der Eindruck, den der fragmentarische Stil hinterlässt, ist der eines kunstvollen Bilderbuchs, das die Geschichte, die es illustriert, nie gänzlich preisgibt. Es ist nicht selbstverständlich, dass Künstler den Stil, für den sie bekannt sind, radikal zu ändern wagen, ohne ihn dabei im Mindesten zu verraten. „Der traumhafte Weg“: Ist hier vielleicht das Glücksgefühl der Regisseurin gemeint, beim Beschreiten eines neuen Wegs des Erzählens? (Frankfurter Rundschau, Daniel Kothenschulte)

Angela Schanelec’s eighth feature, Der traumhafte Weg (The Dreamed Path), is a glorious existential sucker punch. Plot-wise, this wonderfully strange, narratively elliptical work from the Berlin School filmmaker moves between two worlds: a young couple’s holiday fling in Greece in 1984 that melts, unidentified, into the lives of an older couple who are separating in Berlin, thirty years later. Shot with chilling formal rigour, Schanelec manages to express everything—heroin addiction, the death of a parent, extinct hopes, solitude—through an intense Bressonian framing of mostly hands, feet, and torsos. The film builds its own trance-like rhythm while cold shouldering on-screen drama. Dialogue is stilted, sparse, each figure wrapped into themselves, and other than a cathartic burst of Flume’s remix of “You and Me”, most of the film passes in silence, stasis. When a young girl breaks her arm we only see her carry the ladder to a window and then her body resting on the floor, as if sleeping. Magnified by these gaps, the gestures of Schanelec’s lonely, aching bodies resonate far longer than any words. (fourthreefilm.com, Annabel Brady-Brown)

C’est à l’extrême le cas du film le plus impressionnant vu cette année à Locarno, Der traumhafte Weg de la cinéaste allemande Angela Schanelec. Ce « chemin rêvé » mène des années 80 à aujourd’hui, de la chute du Mur à l’Europe contemporaine : chemin heurté, incertain, mais jalonné de plans d’une puissance extraordinaire, comme on n’en a guère connus ailleurs que chez Robert Bresson. La cinéaste de Marseille, Nachmittag et Orly radicalise avec une puissance et une liberté impressionnantes les ressources d’une invocation du passé et de présent prêts à s’incarner dans de multiples figures, selon une logique qui doit plus à la danse contemporaine qu’au roman du 19e siècle. (slate.fr, Jean-Michel Frodon)

Toronto 2016 Review: THE DREAMED PATH, A Minimalist Masterwork. German director Angela Schanelec's latest look at the nature of migration, stasis and loneliness should prove an equally striking and challenging cinematic event for new viewers, while previous enthusiasts of her opaque and minimalist oeuvre will be elated by this subtle masterstroke, one that is filled with powerful political nuance. (Screenanarchy, 12.9. 2016, Ben Umstead) mehr...

There was probably no single film I’ve seen this year—in Wavelengths, at TIFF, or anywhere else for that matter, narrative or experimental—that has left me more befuddled than The Dreamed Path. (MUBI, Michael Sicinski) mehr...

Preise und Festivals