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Murx den Europäer! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn ab!

MURX DEN EUROPÄER! MURX IHN! MURX IHN! MURX IHN! MURX IHN AB! Christoph Marthaler, D 2007, 122 min

Ein patriotischer Abend von Christoph Marthaler

Seit 13 Jahren ist Christoph Marthalers Inszenierung mit den schönen Titel aus Paul Scheerbarts Indianerlied -"Murx den Europäer! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn ab!"- ein legendäres Kultstück. Der damals nur wenigen bekannte Regisseur Christoph Marthaler hat im Januar 1993 mit "Murx" offenbar für viele das Lebensgefühl der zu Ende gehenden DDR getroffen: die Fatalität, das Absurde, das Warten, die Bürokratie, die Undurchschaubarkeit; eine Zustandsbeschreibung, die offenbar nicht in die Jahre kam, also eine Welt war, die vielleicht für den europäischen Menschen schlechthin Gültigkeit hatte. Die Inszenierung enthält in der reinsten und konsequentesten Form alle Elemente des inzwischen so genannten Christoph-Marthaler-Theaters. Anna Viebrock hat mit dem großen Wartesaal, der Uhr mit dem Satz "damit die Zeit nicht stehenbleibt", dem einige Buchstaben fehlen, und den Menschen in den dünnen Trainingsjacken, Schlaghosen, Kassenbrillen, eine DDR-Retrowelle erfunden, die seitdem nicht aufgehört hat, Mode und Kult zu sein auf den Bühnen und im Leben.

Aufzeichnung der Dernière am 25. Februar 2007

 

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