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Montag kommen die Fenster

MONTAG KOMMEN DIE FENSTER Ulrich Köhler, D 2006, 88 min

Präzise Beobachtung und bizarre Komik - Der Nachfolger des gefeierten BUNGALOW

Ein neues Haus, eine neue Stadt, es könnte ein glücklicher Moment sein im Leben einer Kleinfamilie. Die Medizinerin Nina hat ein paar Tage Urlaub genommen. Hausmann Frieder legt Fliesen. Tochter Charlotte spielt in ihrem neuen Kinderzimmer. Doch Nina steht entfremdet in den halbleeren Räumen. Ohne Nachricht läßt sie ihre Familie zurück.

Sie besucht ihren Bruder im Ferienhaus der Eltern, streift ziellos durch eine surreale Mittelgebirgslandschaft und landet bei einem alternden Tennis-Star in einem Sporthotel, einem Beton-Ufo aus einer anderen Zeit. Ninas Ausbruchsversuch gipfelt nicht in existenzialistischer Revolte, sondern in der flüchtigen Begegnung zweier Menschen, die sich nicht mehr heimisch fühlen in ihrer Welt. Wie eine Schlafwandlerin kehrt sie Schritt für Schritt zu ihrer Familie zurück. Am Montag kommen die Fenster tatsächlich. Aber die falschen. Das ist keine Tragödie. Nichts ist eine Tragödie im Leben von Nina und Frieder, nicht mal Frieders hilflose Flucht ins Bett einer Exfreundin. Die Tragödie ist, dass Nina dies durchschaut, aber so wenig daraus ausbrechen kann wie ein Fisch aus dem Trockenen.

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Pressestimmen

Köhler setzt auf die Neugier und die Geduld der Betrachter, darauf, dass sie bereit sind, sich einer Erfahrung auszusetzen, dass sie erst hingucken, bevor sie urteilen. Wer das tut, entdeckt einen Film voller Intelligenz, der weiß was er will und auf den zweiten Blick hintergründigen Witz entfaltet." (Hessischer Filmpreis, aus der Begründung der Jury)

Ein besonderer Coup ist die Besetzung des Tennis-Intellektuellen und „Provos“ par excellence mit Ilie Nastase. (filmdienst 22/06)

Ein intensiver Film ganz ohne den Pathos der Intensität, in seiner Klar- und Einfachheit nichts weniger als tief beeindruckend. (f.lm)

Es ist an der Zeit, den vielversprechendsten Cinéasten der Berliner Schule zu entdecken. (Cahiers du Cinéma)

Besser noch als im allseits gefeierten Erstling BUNGALOW gelingt es Köler, Genauigkeit der Form mit bizarrer Komik zu verbinden. (Jump Cut)

Preise und Festivals