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Der Hauptmann

DER HAUPTMANN Robert Schwentke , D/F/PL 2017, 118 min

Weltpremiere am 9. September 2017 beim Toronto International Film Festival.
Europa-Premiere im Wettbewerb des San Sebastian Film Festival am 29. September.
Deutsche Premiere am 22. Januar 2018 als Eröffnungsfilm des Max Ophüls Festivals.
Deutscher Kinostart am 15. März 2018 im Verleih von Weltkino.

Ausgezeichnet mit 3 Preisen beim Les Arcs European Film Festival in Frankreich: Young Jury Award, Audacity Prize, Press Jury Special Mention.
Nominiert für 5 deutsche Filmpreise!

Eine abgründige Köpenickiade aus dem Jahr 1945.

Das Ende des zweiten Weltkriegs ist abzusehen, die soziale Ordnung in Deutschland liegt in Trümmern. Mit der Moral der Wehrmacht geht’s bergab, die Truppe zerfällt. Die Anzahl der Fahnenflüchtigen steigt derart dramatisch, dass versprengte Soldaten automatisch als Deserteure erschossen werden. Statt Recht regieren Gesetzlosigkeit und willkürliche Tötungen.

Eine Gruppe betrunkener Hauptmänner macht erbarmungslos Jagd auf einen 19-jährigen Gefreiten – mehr aus mörderischem Spass, denn aus Pflicht.

Der Gefreite, WILLI HEROLD hetzt durchs Gehölz. Verzweifelt, am Ende. Wie durch ein Wunder entgeht Herold seinen Jägern und irrt nun - verfolgt von Bauern, die er bestiehlt um zu überleben und der eigenen Truppe, die ihn für einen Deserteur halt - durch die unerträgliche Einöde des Emslandes.
Durchnässt, verschlissen und halbverhungert und kurz vor dem Erfrierungstod, macht Herold einen folgenschweren Fund: Eine mit Orden behangene Hauptmanns Uniform der Luftwaffe.

Herold zögert nicht lange und tauscht seine einfache, völlig zerschlissene Uniform gegen die nagelneue eines Hauptmanns. Die Verkleidung als falscher Hauptmann verschafft ihm umgehend Befehlsgewalt versprengte Soldaten schließen sich ihm an, die „Kampftruppe Herold“ für „Sonderaufgaben“ formiert sich rasend schnell. Marodierend ziehen sie von nun an durch das sich auflösende Nazideutschland und nehmen sich was sie wollen

EXTERNE LINKS
Link zum offiziellen Kinotrailer.
facebook - Der Hauptmann
Prädikat besonders wertvoll.


Interview mit Regisseur Robert Schwentke

DER HAUPTMANN spielt während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und basiert auf der wahren Figur Willi Herold. Wann kam Ihnen die Idee, seine Geschichte zu verfilmen?

Der Nationalsozialismus war ein dynamisches System, es bedurfte für diese Kulturkatastrophe einer sehr großen Zahl an Menschen, die entweder mitgemacht haben oder dem Bösen aus dem Weg gegangen sind. Mich interessierten die Täter aus den hinteren Reihen. Sie waren nicht die Architekten des Systems, dem sie dienten, sondern die Menschen von nebenan, die „kleinen Leute“, die das Nazi-System am Leben hielten. Ich wusste, ich wollte einen Film aus der Perspektive dieser Täter machen und so begann ich, nach einer passenden Geschichte zu suchen.

Also war da zunächst die Idee, einen Film über das Phänomen einer Generation zu machen, und erst später stießen Sie auf die Geschichte von Willi Herold?

Ja.

Was hat Sie an der Täterperspektive fasziniert, die auch das Risiko birgt, den Verbrecher zum Helden zu machen und die Geschichte aus Sicht einer Person zu erzählen, mit der man sich schwer identifizieren kann?

Es konfrontiert das Publikum mit anderen Fragen als ein Film, bei dem es sich mit einer moralisch aufrechten Figur identifizieren kann. Wir hoffen und stellen uns alle vor, dass wir moralisch aufrecht und mutig genug gewesen wären, um uns dem System entgegenzustellen. Doch die Geschichte und Fakten widersprechen dem. Ich wollte, dass es keinen expliziten moralischen Kompass gibt, sodass das Publikum einen eigenen Standpunkt finden und sich fragen muss: „Wie hätte ich mich verhalten?“

DER HAUPTMANN ist Ihr erster historischer Film. Wie umfassend war Ihre Recherche bezüglich Set-Design, Szenografie, Kostüm etc.?

Als ich das erste Mal auf die Geschichte von Willi Herold stieß, habe ich überlegt, wie ich diese verfilmen könnte und was für eine Art von Film ich machen wollte. Wie würde mein Film über Gewalt und die deutsche nationalsozialistische Vergangenheit aussehen? Mir wurde schnell klar, dass ich so einiges recherchieren musste und so habe ich dann Bücher über Geschichte und Psychologie gelesen, Tagebücher aus der Zeit und Romane.

Ich las die letzte erhaltene Akte über den Fall im Staatsarchiv Oldenburg und besuchte die Gedenkstätte Esterwegen, wo ein früherer Gefangener ein Modell des Emslandlagers aus dem Gedächtnis nachgebaut hatte. Die Proportionen waren absichtlich ungenau: Türme waren zu hoch, Zäune zu dick, das Tor unmöglich massiv – eine subjektive, nicht faktisch korrekte Sicht auf die Vergangenheit. Das hat mich tiefer und nachhaltiger bewegt, als es ein exaktes Modell hätte tun können. Wenngleich DER HAUPTMANN nicht durch die Perspektive der Opfer erzählt wird, wurde diese Art von erfahrungsgemäßer Sicht auf das Vergangene zu einem Leitsatz für mich und inspirierte mich dazu, den Film mit einem gewissen Grad an Abstraktion umzusetzen.

Wie hat diese Einsicht, Ihre Sichtweise auf Willi Herolds Figur verändert?

Ich kam zu dem Schluss, dass es nicht darum geht, den Versuch zu unternehmen, den Charakter von Willi Herold zu analysieren oder Terminologien der klinischen Psychologie anzuwenden. Immer wenn ich versuchte, dem einen Namen zu geben, fühlte es sich wie eine Reduzierung an. Ich entschied, jeder muss für sich beurteilen, wer Willi Herold war und warum er tat, was er tat. Im Zentrum der Figur findet sich ein beabsichtigter blinder Fleck, der es dem Publikum erlaubt, seine eigenen Antworten zu finden.

Würden Sie DER HAUPTMANN einen authentischen historischen Film nennen?

Ich bin kein Fan der „Fetischisierung von Authentizität“, was eine wundervolle Formulierung ist, die die Filmkritikerin Cristina Nord gebrauchte, als sie darüber sprach, wie deutsche Filme über die Nazi-Vergangenheit im Grunde zum Äquivalent von britischen Heritage Movies geworden sind. Geschichte ist immer ein Blick zurück aus einer spezifischen Gegenwart mit ihren jeweiligen Vorurteilen und Absichten. Ich wollte nie vorgeben, dass dies nicht der Fall wäre. Natürlich sind die Uniformen korrekt, da sich DER HAUPTMANN um Uniformen dreht. Aber wir nahmen uns in anderer Hinsicht viele Freiheiten. Ich wollte sichergehen, dass eine Schicht an Abstraktion über allem liegt: Set, Schauspiel, Tonalität.

Kommen wir zu den Darstellern: Diesen Film zu drehen, muss für sie eine Herausforderung gewesen sein, besonders für den jungen Hauptdarsteller Max Hubacher. Wie haben sich die Schauspieler auf dieses besondere Setting vorbereitet und wie haben Sie mit ihnen gearbeitet?

Ich denke, vieles war durch das Drehbuch vorgegeben. Wenn Sie sich andere Filme ansehen, die von Gewalt, Brutalität und den Abgründen des Menschen handeln, bieten Ihnen viele Filme ein Schlupfloch, durch das Sie entkommen können – entweder durch Humor oder eine Figur, mit der Sie sich identifizieren können. Mein Drehbuch hatte nichts von alldem. Ich glaube, dies war allen Beteiligten beim Lesen des Drehbuchs sehr klar.

Welche Erfahrung haben die Schauspieler während des Drehs gemacht?

Max Hubacher, der Willi Herold spielt, war schockiert, als wir seinen Besuch der Baracken drehten, mit all den Gefangenen zugegen. Bernd Hölscher, der den SA-Führer Schütte spielt, war sehr betroffen, nachdem seine Figur die Gefangenen in der Grube erschießt. Wir zeigten sie nicht, aber da waren immer Menschen in der Grube, die um ihr Leben bettelten. Es war sehr schwer für ihn, an diesem Abend weiterzudrehen. Mich hat es erschüttert, als Milan Peschels Charakter in der Grube über die (unsichtbaren) Leichen laufen musste. Es hat uns alle an einem gewissen Punkt erwischt.

Haben Sie viel mit den Schauspielern geprobt?

Wir haben für mehrere Wochen intensiv geprobt. Weder die Atmosphäre des Films noch das Schauspiel ist naturalistisch. Wir mussten die Tonalität und die Absichten aufeinander abstimmen, um sicherzugehen, nicht zu weit in die eine oder andere Richtung zu abzuweichen. Die Schauspieler haben sehr hart an dieser Gratwanderung gearbeitet.

Es ist Ihr erster Film, den Sie in schwarz-weiß gedreht haben. Was war die Idee hinter dieser Entscheidung?

Es gibt die Anekdote, dass Martin Scorsese Testaufnahmen von WIE EIN WILDER STIER in Farbe drehte und diese Michael Powell zeigte. Der sagte – ich paraphrasiere: „Du kannst diesen Film mit all dem Blut nicht in Farbe machen. Die Menschen werden nicht in der Lage sein, an dem Blut vorbeizuschauen, an dem Rot. Du musst diesen Film in schwarz-weiß drehen!“ Dies erschien mir sehr klug, wenn man bedenkt, wie Zuschauer Gewalt im Film wahrnehmen, und ich dachte mir: Wir erzählen solch eine blutige Geschichte und es muss mir gelingen, dass das Publikum nicht komplett zumacht oder abgestoßen wird. Es war auch eine intuitive Wahl, da ich die Zeit hauptsächlich von Schwarzweißfotos kenne. Der dritte Grund war ein ästhetischer: Ich wollte dem Film eine abstrakte Qualität verleihen. Es gibt eine beabsichtigte Theatralität im Film und Schwarzweißbilder passen besser dazu. 


Hintergrundinformationen DER HAUPTMANN

DER HAUPTMANN wurde innerhalb von 41 Tagen gedreht. Die Hauptaufnahmen fanden zwischen Februar und April 2017 in der Nähe von Breslau, Polen und in und um Görlitz statt.

Da DER HAUPTMANN während der letzten zwei Wochen des Zweiten Weltkriegs spielt, bevor die deutsche Wehrmacht vor der Sowjetunion und den westlichen Alliierten Ende April und Anfang Mai 1945 kapitulierte, und der Film hauptsächlich aus Außenaufnahmen besteht, war es für die Filmemacher wichtig, ebenfalls im Spätwinter und zum Frühlingsbeginn zu drehen.

Proben mit den Schauspielern begannen bereits im Sommer 2016. Da der echte Willi Herold erst 19 Jahre alt war, als er sein Terrorregime 1945 begann, war es entscheidend für Robert Schwentke einen jungen Schauspieler zu finden, der nicht nur Ähnlichkeit mit Herold hatte, sondern jung genug aussah, um die Rolle zu übernehmen. Der 23-jährige Schweizer Schauspieler Max Hubacher, der Herold spielt, gewann bereits mit 17 Jahren den Schweizer Filmpreis für seine Rolle in DER VERDINGBUB (2011) von Markus Imboden.

DER HAUPTMANN ist die neunte Zusammenarbeit von Kameramann Florian Ballhaus und Robert Schwentke. Ihre gemeinsame Arbeit umfasst Filme wie EIERDIEBE (2003), FLIGHTPLAN – OHNE JEDE SPUR (2005), DIE FRAU DES ZEITREISENDEN (2009), R.E.D. – ÄLTER, HÄRTER, BESSER (2010), DIE BESTIMMUNG – INSURGENT (2015) und DIE BESTIMMUNG – ALLEGIANT (2016). Der Sohn der Kameralegende Michael Ballhaus arbeitete auch mit Hollywoodregisseur David Frankel an Komödienhits wie der TV-Serie SEX AND THE CITY (mehrere Folgen, 2003), DER TEUFEL TRÄGT PRADA (2006), MARLEY UND ICH (2008) oder WIE BEIM ERSTEN MAL (2012). Für seine herausragende Kameraarbeit in DER HAUPTMANN wurde Florian Ballhaus beim San Sebastian Film Festival 2017 mit dem Jurypreis für die Beste Kamera ausgezeichnet.

Einer der Hauptdrehorte, das Arbeitslager mit den Baracken, wurde in Polen eigens für den Film errichtet und in Echtzeit in die Luft gesprengt, um den Bombenangriff der Alliierten so realistisch wie möglich zu simulieren. Die Spezialeffekte wurden von dem auf Computer Generated Imagery (CGI) und visuelle Effekte (VFX) spezialisierten Unternehmen Mackevision, mit Sitz in Stuttgart, produziert. Mackevision arbeitete u.a. bereits für Produktionen wie INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR (Roland Emmerich, 2016) oder die HBO-Hitserie „Game of Thrones“ und wurde 2014 für diese Arbeit mit einem Emmy ausgezeichnet.

DER HAUPTMANN ist eine deutsch-polnisch-französische Koproduktion mit einem Gesamtbudget von 5,8 Millionen Euro. Produziert wurde der Film von Frieder Schlaich von Filmgalerie 451 (Berlin), Paulo Branco von Alfama Films (Paris) und Piotr Dzięcioł und Ewa Puszczyńska von Opus Film (Lodz); letztere waren als Produzenten am Oscar®-prämierten Film IDA (2013) beteiligt.


Willi Herold – eine wahre Geschichte

Die Geschichte von DER HAUPTMANN basiert in großen Teilen auf der wahren Geschichte des 19-jährigen Wehrmachtssoldaten Willi Herold, der als einfacher Soldat im April 1945 die Uniform eines ranghohen Hauptmanns fand und sich mit dem Überstreifen der Kleidung in einen grausamen Despoten verwandelte.

Willi Herold wurde 1925 in Lunzenau, einer Kleinstadt in Mittelsachsen, in der Nähe von Chemnitz geboren. Nach dem Abschluss der Volksschule begann er eine Lehre als Schornsteinfeger, bevor er 1943 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach seiner Einberufung hatte er die Grundausbildung zum Fallschirmjäger erhalten. In Italien diente er in Nettuno und Monte Cassino bei den Bodenkämpfen. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie wurde Herold an die Westfront versetzt.

Am 03. April 1945, nur einige Wochen vor Kriegsende, wurde Herold bei Gronau an der Nordwestfront von seiner Einheit getrennt und schlug allein, erschöpft und ohne Marschbefehl den Weg gen Norden Richtung Bentheim ein. Im Inneren eines liegengebliebenen Militärfahrzeugs fand der junge Mann eine Kiste mit einer fast neuen Uniform eines Hauptmanns der Luftwaffe, dekoriert mit höchsten Kriegsauszeichnungen wie dem Eisernen Kreuz Erster Klasse. Herold, dem Zeitgenossen eine gewisse Schläue und Pragmatik attestierten, streifte sich die Uniform über und gab sich fortan als Hauptmann Herold aus.

Bald war ihm eine kleine Gruppe an Soldaten unterstellt, die er auf dem Weg aufgelesen hatte, darunter Walter Freytag, ein 25-jähriger Fallschirmjäger aus Probstzella in Thüringen; Siegfried Kipinski, ein etwas über 30-jähriger Fallschirmjäger aus Oberschlesien, und Feldwebel Heinz Hoffmeister, ein 40-jähriger Fallschirmjäger aus Erfurt. Gegen Ende des Krieges fanden sich Hunderte Versprengte – Männer, die ihre Einheiten verloren hatten oder unter anderen Umständen von ihrer Truppe getrennt wurden – ebenso auf den Straßen des Landes wie Deserteure.

Die Zahl der Soldaten unter Herold wurde zwischenzeitlich auf um die 80 Männer geschätzt, mit einer Kerngruppe von 12 Männern, die bis zum Ende an seiner Seite waren. Wie im Film zu sehen, konnte sich Herold bei einer Straßenkontrolle gegenüber einem anderen Offizier nicht korrekt ausweisen, aber kam allein durch sein herrisches Auftreten gegenüber dem echten Hauptmann davon. Herold merkte, dass man ihm die neue Rolle glaubte, wenn er dreist genug auftrat.

Im Emsland gab es 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager, die sogenannten Emslandlager. Sie dienten den Nationalsozialisten von 1933 bis 1945 als Haftstätten mit wechselnden Funktionen. Die Zentralverwaltung der Lager befand sich in Papenburg, die Leitung oblag einem gewissen Dr. Richard Thiel, Rechtsanwalt und ehemaliger Präsident im Strafvollzug. Ende 1944 bestand ungefähr die Hälfte der Insassen aus ehemaligen Wehrmachtsangehörigen, denen Fahnenflucht, Befehlsverweigerung oder anderes Fehlverhalten vorgeworfen wurde. Ab 1941 wurden auch ausländische Häftlinge eingeliefert, v.a. Polen, Franzosen, Belgier und Holländer.

Anfang April 1945 wurde der Versuch unternommen, einen Teil der Gefangenen in ein vor den nahenden alliierten Truppen sichereres Lager zu bringen. Der Plan scheiterte, da die Gefangenen zu erschöpft waren, um den Fußmarsch zu bewerkstelligen. Sie wurden zurückgeschickt ins Lager II, Aschendorfermoor. Auf dem Rückweg gelang vielen die Flucht. Es häuften sich Beschwerden der Bevölkerung über Plünderung und Gewalt, die direkt nach Papenburg zu Lagerkommandant Thiel weitergeleitet wurden. Als Maßnahme zur Aufrechterhaltung der Ordnung fiel Thiel das „Standgericht“ ein, eine von Hitler stammende Verordnung für „Zeiten des nationalen Notstands“. Er wollte ein schnelles, exemplarisches Verfahren – nach den gesetzlichen Vorgaben. Die örtlichen Parteidienststellen hatten ebenso einen Großteil der Klagen erhalten. Sie wollten die Ursachen für die Beschwerden schnellstens beseitigen, um der Bevölkerung ihre Macht zu demonstrieren. Zudem war es ihr Ziel, die regimefeindlichen Gefangenen nicht in die Hände der Alliierten fallen zu lassen. Auch die Gauleitung der NSDAP hatte inzwischen Wind von den Problemen bekommen und zum wiederholten Male bei der Staatsanwaltschaft ein Standgericht beantragt, was ihr jedoch verwehrt wurde. Die Partei, empört über die Verzögerungstaktik der Justiz, beschloss, in eigener Regie zu handeln.

Für die Wachmannschaften der Emslandlager geriet im Chaos der letzten Kriegstage der geregelte Berufsalltag völlig durcheinander. Gefangene aus anderen Lagern wurden ins Lager II gebracht, das ursprünglich auf 1.500 Personen ausgerichtet war und nun an die 4.000 Häftlinge beherbergte – eine für die Verwaltung kaum zu lösende Aufgabe. Erschwerend kam hinzu, dass die aufgegriffenen Gefangenen, deren Zahl sich täglich erhöhte, gesondert untergebracht werden mussten.

Am 12. April 1945, zwei Tage nach dem gescheiterten Gefangenentransport und vier Wochen vor Kriegsende, erreichten Herold und seine Männer das Lager II, das Straflager Aschendorfermoor. Die Bewachung oblag einer SA-Einheit, die durch Justizbeamte ergänzt wurde. Herold wurde nach seiner Ankunft direkt zu Karl Schütte gebracht, einem 49-jährigen Altparteigenossen und SA-Führer. Von Beruf Musiker, hatte er seit seinem Eintritt in die Partei 1931 im örtlichen SA-Musikzug gespielt. Seit Kriegsausbruch diente er in der Wacheinheit von Lager II, zu deren Führer er 1942 befördert. Schütte berichtete Herold von der Lage im Lager. Herold erklärte, die unbeschränkte Vollmacht zu besitzen und zwar vom Führer selbst, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Trotz der fehlenden schriftlichen Vollmacht, wurde ihm geglaubt.

Herold forderte, unverzüglich in die Arrestbaracke gebracht zu werden, um sich ein eigenes Bild von der chaotischen Situation zu machen. Dazu musste er auf Anordnung des Lagervorstehers Friedrich Hansen, einem 66-jährigen Justizbeamten, von einem Lagerbeauftragten begleitet werden, wozu sich Schütte bereiterklärte. Nachdem er sich einen Überblick verschafft hatte, begann Herold, Gefangene nach draußen bringen und befragen zu lassen. Sobald einer zugegeben hatte, einen Zivilisten bestohlen oder bedroht zu haben, sagte er zu Freytag: „Gleichschalten“, worauf Freytag den Delinquenten hinter die Baracke führte und mit einer Maschinenpistole erschoss. Schütte ließ die Häftlinge anweisen, eine 7 Meter lange, 2 Meter breite und 1,80 Meter tiefe Grube auszuheben.

Als Hansen davon erfuhr, informierte er per Telefon seinen Vorgesetzten Dr. Reinhard Thiel in Papenburg, der Herold aufforderte, ihm persönlich vorstellig zu werden. Herold fuhr in Begleitung von Freytag und Schütte zu ihm. Da Thiel in Berlin niemanden erreichen konnte, hielt er Rücksprache mit der Gestapo in Emden und stattete daraufhin Herold mit der nötigen Vollmacht aus, anstelle eines Standgerichtes zu handeln. Zurück im Lager akzeptierte Hansen den Sachverhalt, ließ sich aber von Herold zur Sicherheit ein Protokoll unterschreiben.

Gegen 18 Uhr am Abend des 12. April war die Grube ausgehoben. Kurz darauf mussten sich die Häftlinge in Gruppen am Rande der Grube aufstellen und wurden von Herolds Leuten und den Lagerwachen mit einem Flakgeschütz, Gewehren und Handgranaten getötet. Bis zum Ende der Nacht waren 98 gefangene Soldaten umgebracht worden.

Ein Zeuge des Massakers, Hans Dahler-Kaufmann – ein ehemaliger Offizier, der eine Haftstrafe in Lager VII abgesessen hatte, bevor er dem Volkssturm überstellt wurde – ging zu Herold und wies ihn darauf hin, dass dieses Verfahren in keiner Weise den geltenden Vorschriften entspräche und als Mord zu bezeichnen wäre. Herold erwiderte, er hätte Befehl vom Standgericht, diese Leute zu erschießen. Dahler-Kaufmann sollte später im Prozess gegen Herold einer der Hauptzeugen sein.

Am nächsten Tag entsandte Schütte einen neuen Suchtrupp, der nach Flüchtigen fahnden sollte. Die Gruppe Herold lungerte derweil im Lager herum und erschoss die von den Suchtrupps aufgegriffenen Flüchtigen. Im Lauf des Vormittags wurden so etwa 15 Menschen getötet. Herold erfuhr, dass es unter den Inhaftierten eine Handvoll Bühnenkünstler gab. Prompt ordnete er einen Unterhaltungsabend an. Mit der Organisation beauftragte er einen ehemaligen Kabarettisten und Regisseur, Heinz „Roger“ Kuckelsberg-Alexander. Während des bunten Abends bemerkten Herold und seine Soldaten, dass sie mit den Inhaftierten einige Gemeinsamkeiten teilten und Herold beschloss, einzelne von ihnen in seine Truppe aufzunehmen.

In den folgenden Tagen kam es zu weiteren willkürlichen Erschießungen innerhalb und außerhalb des Lagers. Inhaftierte, die in irgendeiner Form Anstoß erregten. Gefangene aus Sachsen und Thüringen, die als „Schandflecke“ Herolds bzw. Freytags Heimat erachtet wurden. Herolds Leute streiften umher und taten, was sie wollten. Herold betrank sich derweil sinnlos mit Rotwein, den er mit Zucker versetzte. Außerdem schickte er Suchtrupps von Wachleuten aus, die Gegend nach geflohenen Häftlingen zu durchkämmen. Die Aufgefundenen wurden gezwungen, ihre eigenen Gräber im Wald zu schaufeln.

Während das Ordnungsgefüge in Lager II zerfiel, befand sich Lagerleiter Hansen in einer schwierigen Lage. Er fuhr zwei Mal nach Papenburg, um sich von Thiel Unterstützung zu holen. Dieser schickte seinen Stellvertreter, Dr. Ewald Ottinger, ins Lager. Doch Ottinger verließ das Lager nach kurzer Zeit, nachdem ihm Herold versprochen hatte, mit seiner Truppe den Stacheldrahtbereich zu verlassen. Thiel behauptete später, im 5 km entfernten Papenburg von den Ereignissen isoliert gewesen zu sein.

Am 19. April 1945 bombardierten die Alliierten die Baracken und zerstörten das Lager. Herold und einige überlebende Männer zogen weiter nach Aschendorf. Einen Mann, der eine weiße Fahne gehisst hatte, erhängten sie. Am 21. April setzte sich die Gruppe von der schnell näher kommenden Front nach Leer ab, wo Herold eine Unterkunft im Hotel Oranien bezog. Diese war im Vergleich zur vorherigen primitiven Umgebung geradezu luxuriös. Mit Herold zog eine Holländerin namens Betty ein, die Tag und Nacht für sein Wohl sorgte oder zu sorgen hatte. Die Gruppe schlief größtenteils tagsüber, um die Nächte bis zum Morgengrauen durchzuzechen und Beutezüge durch die Stadt zu unternehmen. Im Polizeirevier von Leer sprach Herold mehrmals vor und bot „Problemlösungen“ für Inhaftierte an. So ließ er u.a. fünf Holländer unter Spionageverdacht nach einem kurzen Scheinprozess hinrichten.

Am 28. April wurden Herold und seine Männer schließlich verhaftet und von der Gestapo verhört. Während seiner Zeit im Gefängnis erreichte die Rote Armee Berlin und Hitler beging Selbstmord. Der für die Gerichtsbarkeit zuständige Marineoffizier Horst Frank entließ Herolds Anhänger mit der Begründung, dass sie lediglich den Befehlen eines vermeintlich höheren Offiziers gehorcht hätten. Am 3. Mai 1945, wenige Tage vor der Kapitulation, erschien Herold vor einem Kriegsgericht. Herold gestand seine Taten, das Militärgericht sprach ihn allerdings bedingt frei. Schließlich hatte er der Wehrmacht keinen Schaden zugefügt und entscheidungsstarke Männer wurden an der Front gebraucht. Herold wurde in ein Sturmbataillon in Friedeburg gebracht – von wo er bei der ersten sich bietenden Gelegenheit nach Wilhelmshaven floh und untertauchte. Dort übte er mit gefälschten Papieren seinen gelernten Beruf des Schornsteinfegers aus. Am 23. Mai 1945 wurde er jedoch von einem britischen Marinesoldaten festgenommen, als Herold ein Laib Brot stehlen wollte. Als sich herausstellte, welcher Kriegsverbrechen er sich schuldig gemacht hatte, wurde ihm der Prozess gemacht.

Im September 1945 wurde Major T.X.H. Pantcheff von der britischen Militärjustiz mit der Aufklärung einiger deutscher Kriegsverbrechen beauftragt. Oberste Priorität hatte dabei die bereits gerüchteweise bekannte Geschichte von Willi Herold. Pantcheff startete breite Untersuchungen, Recherchen und Zeugenbefragungen. Schließlich befragte Pantcheff auch Herold selbst. Er berichtete von einem wachen Zwanzigjährigen, der forsch den Raum betrat und respektvoll die Hacken zusammenschlug. Herold stellte ausführlich und detailliert seine Taten dar, wobei er jede Frage bereitwillig beantwortete.

Im August 1946 begann in Oldenburg der Prozess gegen Herold und 13 weitere Angeklagte, darunter auch Karl Schütte. Sie wurden für die Ermordung von 125 Menschen verantwortlich gemacht. Am 14. November 1946 wurde Herold zusammen mit 6 seiner Komplizen hingerichtet. Er war 21 Jahre alt.

Später erlangte Willi Herold als „Der Henker vom Emsland“ traurige Bekanntheit.

T.X.H. Pantcheff verfasste 1993 ein Buch über die Geschichte von Willi Herold mit dem Titel „Der Henker vom Emsland. Willi Herold, 19 Jahre. Ein deutsches Lehrstück“. 1995 erschien der Nachdruck „Der Henker vom Emsland: Dokumentationen einer Barbarei am Ende des Krieges 1945“.

Nazi perpetrator, center-stage by Olaf Möller

The end of World War II was a traumatic experience for the vast majority of the German population living in the Reich, as well as those serving in its armed forces abroad. Today, we might like to believe that people simply must have happily rejoiced over the end of Nazism and the advent of peace. In reality, the majority of Germans might have whole-heartedly abhorred the extremes of Nazi politics but were otherwise in accord with their core beliefs, prejudices, aims and incentives. For them, thus, the end of World War II meant defeat, loss of territory, occupation, and subjugation under foreign laws, yet no end to the most immediate problems: the lack of housing and scarcity of food. Simply put: most Germans felt vanquished, not liberated. Look at newsreel material from that period and see the mix of exhaustion, fear and hate in so many faces…

Long before May 8th, 1945, it was clear that the war would be lost. If we take the defeat of the Reich’s armed forces first at Stalingrad on February 2nd, 1943, then in the Battle of Kursk (“Operation Citadel”) on July 16th, 1943, as the great twin turning point, it would take another 22 months for things to end. Two years is a long time for a society to unravel, for an army to disintegrate... Come April 1945, there is little left that holds things together. Instead, times are determined by safe self-interest and short-term alliances - whatever helps you survive.

This is the world of Willi Herold, a young soldier who stopped caring and would do whatever it takes to see another dawn. Willi played along. Willi liked the role he took on when wearing that career soldier’s captain uniform. Willi relished being feared. Willi made the savage heart of fascism flesh and ashes with his crimes. Willi is a con man, a looter, and a mass murderer. As portrayed by Robert Schwentke, Willi Herold is scared for his own life while callous about anybody else’s worldly existence. He is a man of quick wit, adaptability and learning abilities, living in a world eager to believe in anything or anyone. All people needed was the promise to get a problem solved, get food on the table or get a girl into bed. And Willy tried to oblige.

Willi Herold is also a man more calculating and ruthless characters like Kipinski might attach themselves to, the same way that more hapless and helpless types like Freytag try to stay out of harm’s way in his company.

Maybe Willi Herold was a psychopath – maybe he was just a man of his time. What he was not, is an exception, a singular occurrence, for there were more than 400 cases of crimes in nature (if not necessarily in scale) similar to those committed by Herold and his flying drumhead. Willi Herold is a character most decidedly worthy of our attention.

And yet, German cinema has not yet seen a character like Willi Herold, certainly not centre-stage. This is not surprising, considering how few FRG films in general there are about soldiering during the spring of 1945. On the other hand, some of the most famous works of West Germany’s post-war cinema are either set in that period or at least relate to it. And so is (at least) one classic of East German cinema, Konrad Wolf’s epochal I was Nineteen (Ich war neunzehn, 1968). But let’s leave the GDR’s film production aside here, since it followed very different ideological (as well as artistic) parameters which eventually vanished with the state itself. In a German context, The Captain (Der Hauptmann) refers to the cinema of the so-called Bonn Republic (1949-1990), for it is at this film culture’s fringes, just out of sight, that Willi Herold always lurked.

The earliest important example of a war movie set during the first months of 1945 is probably Paul May’s 08/15 at Home (08/15 in der Heimat,1955), which is the final chapter of a vastly successful trilogy. The film follows (fictive) Wehrmacht PFC Herbert Asch throughout World War II, starting at basic training and ending in the chaos of early 1945. German audiences would understand that the main character’s name is an ironic corruption of the German word “Arsch” (meaning: arse), as PFC “Arse” was a common term for the ordinary soldier, meaning the millions of men every armed force’s corps is made of. In short: Asch was the German Word War II soldier. In 08/15 at Home, Herbert Asch is anticipating the end of the war, tired of fighting, while trying to prevent some Nazis from going underground with a treasure of platinum. Asch is a decent guy, just like one of his commanding officers who doesn’t fight captivity during the US-American occupation. He assumes responsibility for his deeds and accepts his failure both as a soldier and a citizen. In that respect 08/15 at Home is the complete opposite of The Captain. In Paul May’s film, there is good and bad, always clearly separated. In Robert Schwentke’s film, evil comes in all shades, some of which might have their useful or even helpful aspects. In Paul May’s film, the crime is spectacular and singular, in Robert Schwentke’s film, it’s manifold, ranging from the petty to the outrageously horrible.

There couldn’t be a Willi Herold in Bonn Republic cinema, especially not during its early years, since the common soldier serving the Wehrmacht, the Reichsmarine or the Luftwaffe on German screens eventually had to be portrayed as the good guy for political and commercial reasons: While the Adenauer government (1949-1963) needed the image of an essentially honourable Wehrmacht to justify the founding of West Germany’s new armed forces, the Bundeswehr, local film producers and distributors were in need of characters their audience would want to identify with. which for the male viewers meant ao. soldier types that reassured them of their moral rectitude, as well as their suffering’s meaningfulness. The bad ones were invariably Nazis which meant party members in positions high and low, Gestapo (= secret police) operatives, as well as soldiers from the party’s own forces like SA or SS.

Even troublemakers like the great director Wolfgang Staudte respected this unwritten rule in his two main films that (partly) play during the end of World War II and deal with soldiers. The satire Roses for the Prosecutor (Rosen für den Staatsanwalt, 1959), set partly in April 1945, has the former grunt Rudi Kleinschmidt sentenced to death by an overzealous army judge for stealing a package of chocolates. Thanks to an aerial attack, Kleinschmidt gets away – only to meet his tormentor again years later in a now “denazified” Germany, where he can take his revenge. The realist drama The Fair (Kirmes,1960) shows a deserter getting betrayed by just about everybody in his home village out of fear for reprisals. In both films, it’s the body politic that fails and needs to be looked at critically, not the armed forces as such. That perspective Wolfgang Staudte would explore with his sardonic tragedy Destination Death (Herrenpartie, 1964), one of the very few works of that period to look at perpetrators from various ranks of the military.

If cinema or television dealt with those who committed war crimes at all, the films would look at the architects and head administrators of genocide, the upper echelon. Theodor Kotulla’s Death Is My Trade (Aus einem deutschen Leben 1977), a Rudolf Höss biopic by way of Robert Merle’s novel Death Is My Trade (La mort est mon métier, 1952), or Heinz Schirk’s teleplay detailing the Final Solution’s decisive discussion, The Final Solution: The Wannsee Conference (Die Wannseekonferenz, 1984) are good examples. And yet, a Hitler equivalent for Carlo Lizzani’s wry, dry and decidedly myth-proof Mussolini: The Last Four Days (Mussolini ultimo atto, 1974) has yet to be made…

No German film so far has shown the totality of Nazi Germany’s collective collapse at the final stage of World War II the way The Captain does: as a free-for-all, dog-eat-dog world where civilians and soldiers, party functionaries and state administrators are willing to see everybody else get maimed or murdered – as long as it gets them through to the end alive. And If a little profit can be turned by ripping off the state or one’s neighbour – even better. Here, the prospect of getting reimbursed for injuries not suffered and imaginary losses incurred gets you a roast with dumplings, the prospect of seeing a judicial dilemma solved (by mass execution) gets you honours and a roof over your head.

The two closest relatives for The Captain, both similarly based on true crimes, are again to be found in 50s German cinema: Helmut Käutner’s comedy with melancholic linings, The Captain from Köpenick (Der Hauptmann von Köpenick,1956) and Robert Siodmack’s The Devil Strikes at Night (Nachts, wenn der Teufel kam, 1957). The Captain from Köpenick shows another common man who puts on a captain’s uniform – only that cobbler Wilhelm Voigt is a loveable fellow and a petty criminal whose con exposes Prussia’s militaristic-authoritarian heart in all its ridiculous absurdity. The Devil Strikes at Night, then, was the lone local example of a war noir: Siodmack details the hunt for a serial killer whose existence the Nazis want to cover up, even if that means getting rid of the cop investigating the case.

Willi Herold also exposes the absurdities of bureaucracy, and how to best abuse them, which ends not in laughter but in a mass grave. Befitting this tale of homicidal fury, The Captain looks like a film noir storyboarded by Flemish woodcut artist Frans Masereel: all expressionistic angles, trance-like acting, many an eerie silence blown up by sudden splashes of acidic humour, with the occasional stab of a gruesome and wise surrealism. When during the punk-fuelled final credits, Willi Herold and his merry band of mass murderers wreck symbolic havoc in a small town in present-day Germany and play pranks on perplexed passers-by, something long suppressed in German film history finally breaks free.

Historical research has long shown how easily people from each walk of life, class and stratum could succumb to the darkness of war and become part of a mass murdering detail, be turned into torturers and killers, rob and rape, or just take advantage of other people’s willingness to do all this and worse. With the story of Willi Herold in The Captain, German cinema finally acknowledges the true horror of war: human frailty, and a will for indifference when it comes to the suffering of other human beings.

 

 

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