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Mord in Pacot

F/Haiti/N 2015, 130 min

Eine Ergründung fundamentaler Fragen nach Verantwortung und Gerechtigkeit, die sich der haitianischen Gesellschaft seit der Überwindung der Diktatur stellen.

Synopsis

Nachdem Raoul Peck das Erdbeben, das Port-au-Prince im Januar 2010 erschütterte, in seinem Film TÖDLICHE HILFE dokumentarisch bearbeitet hatte, stellt er in MORD IN PACOT ein bourgeoises Paar in den Mittelpunkt.
Das Erdbeben in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince, im Januar 2010, hat weite Teile der Stadt in ein Trümmerfeld verwandelt. Auch die Villa eines im Nobelviertel Pacot lebenden Ehepaares ist zerstört. In der Ruine versuchen sie ihren Alltag neu zu organisieren und vermieten den verschonten Teil des Hauses an Alex, einen europäischen NGO-Katastrophenhelfer. Als seine junge haitianische Geliebte Andrémise einzieht, spitzt sich die Situation zwischen den beiden ungleichen Paaren drastisch zu.

Pressestimmen

In durchdringenden Bildern voller stechender Klarheit, ist MORD IN PACOT ein provokanter Denkanstoß, der weit über seinen spezifischen Schauplatz und seine Zeit hinausreicht. – Hollywood Reporter, 02.05.2015

Provokant, stimmungsvoll und atmosphärisch! – Screendaily, 11.02.2015

Wie in Pasolinis „Teorema“ verfallen auch hier die Hausherren und -damen der verführerischen Fremden. Doch bei Peck enden die Macht- und Liebesspiele tödlich. – Zitty Berlin, 16.09.2015

Peck nutzt das zerstörte Anwesen des namenlos bleibenden Paars als Bühne für ein Lehrstück über die durchgängige Korruption einer Gesellschaft, die auch vor 2010 schon am Tropf der NGOs hing und durch soziale und sexuelle Gräben und Machtlinien gespalten ist. – Tagesspiegel, 17.09.2015

Preise und Festivals

- Toronto International Film Festival, 2014
- Berlinale, Panorama, 2015
- Sydney Film Festival, 2015

Weitere Texte

Raoul Peck zu MORD IN PACOT

Nach dem schrecklichen Erdbeben vom 12. Januar 2010, bei dem mehr als 250.000 Menschen getötet und 1,2 Millionen Haitianer obdachlos wurden, gab es für mich nur zwei Möglichkeiten: entweder mich in den Strudel von Selbstbetrug und Depression zu begeben oder einen Film zu machen.
Ich habe mich für Letzteres entschieden und zwei Jahre lang an dem Dokumentarfilm „Tödliche Hilfe“ gearbeitet. Parallel dazu habe ich begonnen, über einen Spielfilm nachzudenken, um über meine widersprüchlichen Gefühle hinwegzukommen. Ich bat den bekannten haitianischen Schriftsteller Lyonel Trouillot, mit mir an dieser zweiten Geschichte zu arbeiten. Mit seinem besonderen Stil, der gleichzeitig barock, Brechtianisch, poetisch und prägnant ist, war er der perfekte Begleiter, um sich mit mir in dieses emotionale Niemandsland zu begeben, in das sich mein Land verwandelt hatte. Eine Art „Haiti im Jahre Null“. Später kam der französische Schriftsteller Pascal Bonitzer, mein Co-Autor und „Partner in Crime“, dazu.
Die kompromisslose Konzeption, die die Form als auch den Inhalt betrifft, erdacht von Schriftstellern aus völlig unterschiedlichen künstlerischen Welten, ergab genau den radikalen Text, den ich brauchte, um die ikonoklastische Realität einer Stadt nach der Zerstörung darzustellen: ein Pulverfass, unfassbar, zwingend, unrettbar.

Credits

Regie
Raoul Peck
Buch
Lyonel Trouillot, Pascal Bonitzer, Raoul Peck
Mit
Alex Descas, Joy Olasunmibo Ogunmakin / Ayo, Thibault Vinçon, Lovely Kermonde Fifi, Albert Moléon, Zinedine Soualem, Pinas Alcera, Max Kénol
Kamera
Eric Guichard
Schnitt
Alexandra Strauss
Musik
Alexei Aigui
Szenenbild, Bauten
Benoit Barouh, Frédéric Vialle
Produzenten
Rémi Grellety, Raoul Peck
Produziert von
Velvet Film
Kinostart (DE)
17.09.2015

DVD-Infos

Extras
TÖDLICHE HILFE Dokumentarfilm von Raoul Peck (HAI/F/USA/B 2013, 100 min), Berlinale 2015 – Pressekonferenz mit Raoul Peck und den Schauspielern (42 min), Kinotrailer
Sprache
Französisch
Untertitel
Englisch
Ländercode
Code-free
System
NTSC / Farbe
Laufzeit
130 min + 144 min Extras
Bildformat
16:9
Tonformat
DD 2.0 + 5.1
Inhalt
Softbox (Set Inhalt: 2), Booklet
Veröffentlichung
03.06.2016
FSK
Ab 12 Jahren