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Geschlechterkampf – Das Ende des Patriarchats

D 2023, 97 min

Die 42-jährige Schauspielerin Marga hat den Zenit ihrer Karriere überschritten und stößt aufgrund von fortschreitendem Alter und als Frau an die Grenzen der patriarchalen Gesellschaft. Eine radikal-humoreske Kritik der Verhältnisse – und deren Überschreitung.

Synopsis

Marga, gespielt von Margarita Breitkreiz, ist eine zweiundvierzigjährige Schauspielerin, die scheinbar den Zenit ihrer Karriere bereits hinter sich hat. Nach anfänglicher Karriere im Theater an den großen Bühnen des Landes (Volksbühne Berlin, Berliner Ensemble, Maxim-Gorki-Theater) wird es für sie zunehmend schwerer Engagements zu bekommen. Nicht nur im Theater, auch beim Film scheint es mit fortschreitendem Alter und als Frau, zudem noch als Frau mit migrantischer Herkunft, schwieriger zu werden, Rollen zu bekommen. Wenn Rollenangebote, dann sind es ausnahmslos welche, die ihre russischstämmige Herkunft als Klischee bedienen. Was zur Folge hat, dass sie sich zunehmend mit den Arbeitsvermittler*innen der Arbeitsagentur, sowie Umschulungs- und anderen Jobangeboten auseinandersetzen muss. Dabei wird ihr immer deutlicher, wie ungerecht und geschlechterspezifisch es in der Theater- und Filmwelt zugeht. Aber auch in der Gesellschaft, die von patriarchalen Strukturen stark geprägt zu sein scheint, stößt sie andauernd an ihre eigenen Grenzen, bzw. an die der Frau in der Gesellschaft. Bis sie sich dazu entschließt, aus der Opferrolle herauszutreten und sich zu wehren.

Der Film „GESCHLECHTERKAMPF – Das Ende des Patriarchats“ versucht anhand der Biografie der Hauptdarstellerin die Geschlechterfragen vor allem in der Kunst, Kultur und beim Film in einer thesenhaften Anordnung zu erkunden. Dabei greift er auf feministische Zitate und Positionen aus der Genderliteratur zurück, integriert Dialogpassagen mit Gender-Theoretikerinnen, Kulturwissenschaftlerinnen und Feministinnen und versucht in der zugespitzten Form der Farce dem Thema gerecht zu werden.

Streaming-Info

Der Film ist über unseren Vimeo-Kanal zum Leihen oder Kaufen erhältlich. Weitere Anbieter siehe „Film kaufen“.
Sprache: Deutsch, Untertitel: Englisch

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Pressestimmen

Nichts ist perfekt an „Geschlechterkampf“. Der Film macht Fehler und nervt, aber er empört die Richtigen. – Rüdiger Suchsland, swr2

Autor und Regisseur Sobo Swobodnik („Ramab Zamba“), der das Drehbuch zusammen mit der Hauptdarstellerin Margarita Breitkreiz („Marija“) auf der Basis ihrer Erfahrungen schrieb, hat – anders als der Titel vermuten lässt – kein trockenes Manifest inszeniert. Er wandert mit seiner aufrichtigen, wütenden und ratlosen Heldin durch die Stadt, lässt sie mit Kolleginnen wie Kathrin Angerer und Inga Busch diskutieren, über feministische Theorien nachdenken, er ist bei bizarren Gesprächen im Jobcenter dabei (herrlich verquer: Lars Rudolph). So nehmen wir teil an einem suchenden, intensiven, oft auch witzigen Diskurs über den männlich beherrschten Kunstbetrieb, in dem sich offenbar niemand mehr wohl richtig fühlt, vielleicht auch die Männer nicht. – Knut Elstermann, radioeins

Kein Ort ist sicher vor Marga (Margarita Breitkreiz) und ihren Streifzügen durch das patriarchalische Berlin. (…) Da klingt ein Hauch Alt-Berliner Skonti-Film durch, und tatsächlich ist Sobo Swobodniks dokumentarischer Spielfilm „Geschlechterkampf - Das Ende des Patriarchats“ so etwas wie die verfilmte These von Rio Reisers Kampfspruch „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“. — Eberhard von Elterlein, Berliner Morgenpost

Diesen Sommer wird der Feminismus ironisch als Corporate Identity vermarktet. Aber die Straßenästhetik von „Geschlechterkampf  Das Ende des Patriarchats“ könnte der Bubblegum-Szenerie von „Barbie“ kaum ferner sein. Auch hier: Männer als Witzfiguren, intersektionale Frauensolidarität, Filmzitate – und ein pinkes Filmplakat. Aber der Film von Sobo Swobodnik (Buch und Regie) und Margarita Breitkreiz (Buch und Hauptrolle) sieht für Frauen im Kapitalismus auch die ökonomische Not und nicht nur soziale Chance. — Jan Philipp Kohlmann, Tagesspiegel

Dass „Kampf“ oft mit körperlicher Aggression zu tun hat, macht der Film in seinen ersten Einstellungen klar. Eine Frau beim Boxtraining, sie reflektiert über sich, über das Frausein, über das Erzählen. „Wer ist der Erzähler?“, fragt sie und wechselt vom Voice Over in die direkte Ansprache im On, gerichtet an die Kamera. Die berühmte vierte Wand, die das filmische Handeln von der Rezeption trennt, durchbricht Margarita Breitkreiz – hier gleichzeitig Autorin und Protagonistin – in bester Fleabag-Manier permanent. Der Film ist eine Ansprache, ein Involvieren der Zuschauenden, eine Einladung, den Reflexionen zu folgen. – Anke Zeitz, Kino Zeit

Marga gibt sich nicht geschlagen: Sie hat noch so viel Kraft und so viel Wut. Selbstgespräche führend wandelt sie durch Berlin wie eine, die allmählich den Verstand verliert. Aber Marga will nicht therapiert werden, sondern Revolution. Im Namen aller Frauen wird sie zur mächtigen Furie, die durch die patriarchalen Strukturen eine wunderbare Schneise der Verwüstung zieht. – Eva Szulkowski, indiekino

Gerade fügte „Barbie“ dem Diskurs über Feminismus und Geschlechterkampf eine spezielle Note hinzu, da kommt mit Sobo Swobodniks Essayfilm „Geschlechterkampf – Das Ende des Patriarchats“ ein kleiner, deutscher Film ins Kino, das für den diskursiven Unterbau sorgt. In einer Mischung aus Spielfilm, dokumentarischen Momenten und viel Didaktik ist die Berliner Schauspielerin Margaita Breitkreiz zu sehen, wie sie gegen das, aber auch mit dem Patriarchat lebt. (...) am Ende will „Geschlechterkampf – Das Ende des Patriarchats“ keineswegs eine simple Anklage gegen die Männerwelt vorbringen, sondern einen komplexen Blick auf die Geschlechterverhältnisse werfen. (…) Die Unterdrückungsmechanismen der kapitalistischen Gesellschaft lassen sich eben nicht einfach auf den Gegensatz Mann/ Frau reduzieren, sondern wirken komplexer, wie dieser agitatorische, engagierte Essayfilm immer wieder auf pointierte, unterhaltsame Weise darstellt. – Michael Meyns, Programmkino

Im Getriebensein destilliert sich Swobodniks Wandeln auf den Seitenpfaden, zu denen er sich seit jeher hingezogen fühlt. Hier begegnet er Wahrhaftigkeit, Protest und Aufbegehren, luzidem Trotz. Seine Helden sind all jene, auf die die Mehrheit verächtlich blickt, deren Freiheit sie in heimlichen Momenten aber auch neidet. (…) Dass Swobodniks Mission des Sichtbarmachens von Lebensalternativen jetzt seit zwei Filmen ins Kämpferische kippt, einen Gang hochfährt und Krawall will, ist erfrischend und schlüssig. Schließlich handelt „Geschlechterkampf“ nicht zuletzt auch von Berlin, ein Ort, der für den Regisseur bald dreißig Jahre lang Schutzzone für bedrohte Existenzen war. – Carolin Weidner, taz

Preise und Festivals

- Filmfest Bremen - Wettbewerb Humor / Satire, 2024

Weitere Texte

Statement der Co-Autorin und Hauptdarstellerin Margarita BreitkreizDer Film ist mein Leben – na ja größtenteils, wenn auch zugespitzt, mitunter überhöht, ironisierend und, zum Teil mit der Axt komprimiert, geht der Film auf meine Erlebnisse und Erfahrungen in den letzten zwanzig Jahren als Schauspielerin am Theater und beim Film zurück, auch auf die Begegnungen mit dem Jobcenter und den daraus resultierenden Arbeitsangeboten aus dem ich dann zusammen mit dem Regisseur das Drehbuch erarbeitet und geschrieben habe. Warum? Der sogenannte Geschlechterkampf, die Behauptung der Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit, lassen sich meines Erachtens hervorragend anhand der Theater- und Filmbranche erzählen. Da nicht erst seit der MeToo-Debatte die Ungleichheit und Ungerechtigkeit sowie die Diskriminierung von Frauen vor allem in diesen beiden Branchen eklatant vorherrschen. Trotz vieler gutgemeinter Ankündigungen und Versprechungen hat sich seit MeToo, wenn man ernsthaft das Anliegen der Geschlechtergerechtigkeit betrachtet, in diesen Branchen nicht viel und auch nichts Grundlegendes verändert. Was Prof. Dr. Jutta Brückner in ihrem Vortrag bei Pro Quote Film während der Berlinale 2018 in der Akademie der Künste auch bestens und eindrucksvoll mit ihrem Aufruf „Bildet Banden!“ verdeutlicht hat.Ich glaube, dass es an der Zeit ist, aus der uns Frauen zugeschriebenen Opferecke, still mit dem Kopf an der Wand, herauszutreten und den Mund aufzumachen, um über die Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Alter und Herkunft, die Schauspielerinnen tagtäglich erleben, zu schreiben, zu sprechen und zu spielen. Natürlich ist das zunächst eine ganz individuelle, nämlich meine Sicht, aber ich weiß mittlerweile, dass das sehr viele, um nicht zu sagen alle Frauen, und nicht nur im Schauspielberuf, sondern in allen Berufen in der gesamten Gesellschaft betrifft. Lasst uns das holen, was uns vorenthalten wird! — und Banden bilden!Statement des Regisseurs In meinem szenischen Dokumentarfilm „KLASSENKAMPF - Porträt einer sozialen Herkunft“ (Uraufführung DOK-Fest München 2021) habe ich die Klassenpolitik, die soziale Mobilität und den Klassismus anhand meiner eigenen Biographie verhandelt. Damals spielte Margarita Breitkreiz mein filmisches Ich. „GESCHLECHTERKAMPF – Das Ende des Patriachats“ ist quasi der zweite Teil dieser Thesen-Diskurs-Filmreihe. Ich versuche nun die Geschlechterpolitik in Bezugnahme der Biographie der in diesem Film auftretenden Hauptdarstellerin Margarita Breitkreiz fiktional zu erzählen.Die Arbeitsweise war durch ein sehr „dokumentarisches Drehen“ geprägt, das die einzelnen Szenen mehrmals durchspielt und diese in unterschiedlichen Perspektiven und Einstellungsgrößen festhält und das mir natürlich sehr nahe ist, da ich vor allem vom Dokumentarfilm geprägt bin. Die besondere Quailtät und Spielfreude, mitunter auch das Improvisationsvermögen der Schauspieler*innen waren hierfür essenziell.Im Film treten auch Personen des öffentlichen Lebens auf, die sich im Feminismus einen Namen gemacht haben und für eine Position stehen, Lady Bitch Ray, Michaela Dudley und Teresa Bücker. Sie spielen sich selbst, bringen ihre thematische Expertise sozusagen mit und werden gleichzeitig szenisch in den Spielfilmverlauf integriert. Es entsteht wie schon in KLASSENKAMPF eine hybride Filmerzählung, bei der die Grenzen zwischen Dokumentarischem und Fiktionalem verwischen. Der humoristische Aspekt sollte dabei nicht vernachlässigt werden, da mit Humor vieles, vor allem die Absurditäten des Alltags zu diesem Thema, besser zu ertragen sind und auf zugespitzte Weise hervortreten.Das Drehbuch habe ich zusammen mit Margarita Breitkreiz geschrieben, das aus einer weiblichen Perspektive auf viele persönliche Erfahrungen und Erlebnisse von ihr zurückgeht. Ich bin der Auffassung, dass auch Männer dazu veranlasst werden sollten, sich mit den Themen des Films, den toxischen Rollen- und vor allem auch Männerbildern auseinanderzusetzen.

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Credits

Regie
Sobo Swobodnik
Buch
Margarita Breitkreiz, Sobo Swobodnik
Mit
Margarita Breitkreiz, Daniel Zillmann, Artemis Chalkidou, Isabel Thierauch, Lars Rudolph, Alexander Scheer, Kathrin Angerer, Inga Busch, Almut Zilcher, Martin Wuttke, Abdoul Kader Traoré, Oliver Nitsche, Lotte Ohm, Anna Görgen, Elisabeth De Maeyer, Sascha Hilpert, Hendrik Arnst, Taner Sahintürk, Rosa Lembeck, Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray, Michaela Dudley, Teresa Bücker
Kamera
Sobo Swobodnik
Erste Kameraassistenz
Ferdinand Klotzky
Schnitt
Manuel Stettner, Julia Milz
Ausstattung, Kostümbild
Anne Laubner
Maske
Anne Laubner, Julia Böhm
Originalton 
Anna Magdalino, Richard Meyer, Weronika Malinowska
Tonbearbeitung, Mischung
Alexander Heinze, Nele Schinz
Musik, Sounddesign
Maike Rosa Vogel
Erste Regieassistenz
Constanze Schüddekopf
Aufnahmeleitung
Constanze Schüddekopf, Lisa-Marie Lutz
Produzent
Frieder Schlaich
Produziert von
Filmgalerie 451
Produktion gefördert von
Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Uraufführung (D):
02.08.2023
Kinostart (D):
03.08.2023

Kinoverleih-Infos

Verleihkopien
DCP (Farbe, 5.1), Blu-ray Disc
Bildformat
16:9
Sprache
Deutsch
Untertitel
Englisch
Werbematerial
A1-Poster, Trailer
Lizenzgebiet
Weltweit
FSK
Ab 12 Jahren