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Die geschützten Männer

D 2024, 104 min

Deutschland, kurz vor der Wahl. Ein rätselhaftes Virus bricht aus, das ausschließlich Männer befällt, sexuell erregt und dahinrafft. Das stürzt die Republik in einen immer hemmungsloseren Krieg der Geschlechter. Eine politische Satire nach dem gleichnamigen Roman von Robert Merle.

Synopsis

Deutschland, kurz vor der Wahl. Anita Martinelli und Sarah Bedford verfolgen mit ihrer Frauenpartei große politische Ziele. Sie treten an für einen Systemwechsel, der Ökologie, Gleichstellung und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt. Doch während des Wahlkampfes bricht ein neuartiges Virus aus, das ausschließlich Männer befällt. Die Symptome: sexuelle Raserei, Übergriffe auf Frauen und plötzlicher Tod der Infizierten im Zustand äußerster Erregung. Bald tobt ein neuer Krieg der Geschlechter. Als auch der Kanzler dem Virus zum Opfer fällt, kapern die Frauen die Regierung. Anitas Mann Ralph, soll mit seinem Forscherteam einen Impfstoff gegen das Virus entwickeln. Doch nicht alle in der mittlerweile rein weiblichen Regierung wollen die Männer wirklich retten...

Aktuell

Weltpremiere beim Filmfest München in der Reihe „Neues Deutsches Kino“ 
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m Montag, 1. Juli, 18:00 Uhr, Filmtheater Sendlinger Tor
2. Vorstellung: Dienstag, 2. Juli, 15:00 Uhr, City-Atelier Kinos (City 1)
3. Vorstellung: Samstag, 6. Juli, 18:30 Uhr, HFF München (Kino 1)
Ausführliche Infos & Tickets > hier

Bissige Politsatire über Macht, Unterdrückung und Geschlechterrollen.
Ökologie, Gleichstellung und Nachhaltigkeit – als Anita und Sarah eine neue Frauenpartei gründen, verfolgen sie hohe politische Ziele. Eher niedere Absichten prägen hingegen die Männer, die mit einem neuartigen Virus infiziert sind. Die Folgen: Sexbesessenheit, Übergriffe und Tod. Eilig wird ein Impfstoff erforscht. Doch sollte das männliche Geschlecht überhaupt gerettet werden?“ (Filmfest München)

 

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- Filmfest München 2024

Weitere Texte

Interview mit Irene von Alberti

Warum müssen Männer eigentlich geschützt werden?

Ja, das klingt paradox und komisch - die sogenannten Beschützer müssen geschützt werden... Aber vielleicht muss man die Männer vor sich selbst schützen. In dem Film versuche ich vieles zu verdrehen, auf den Kopf zu stellen, in Unordnung zu bringen. Ich finde Männer schon „schützenswert“, aber natürlich nicht in der alten patriarchalen Ausgabe.

Was hat Sie an dem Buch „Die geschützten Männer“ von Robert Merle gereizt?

Der Roman ist eine super Vorlage mit seiner Erfindung einer Art unmoralischen Virus, das nur männliche Wesen killt. Das wirft sofort die Frage auf, was wäre wenn die Männer aussterben? Eine schöne Satire auf den ewigen Geschlechterkampf. Allerdings ist der Roman schon von 1974 und von einem Mann geschrieben. Robert Merle hat ihn als Antwort auf die zweite feministische Welle in Frankreich verfasst und in nur wenigen Monaten zu Papier gebracht. Im Mittelpunkt des Romans steht der virile Virologe und Frauenheld Ralph Martinelli, der am Ende als geläuterter männlicher Feminist mit seinem Impfstoff die Welt rettet. Jahrzehnte später muss die Geschichte natürlich anders erzählt werden, aus heutiger Sicht und aus weiblicher Perspektive, wir sind im Feminismus ja schon viel weiter gekommen. Wir sehen aber auch, dass #MeeToo eine nie enden wollende Aktualität besitzt und uns immer wieder Backlashs für den Feminismus drohen, wie momentan in den politischen Entwicklungen.

Ein Virusfilm nach dem Corona-Virus?

Während der Arbeit am Drehbuch legte plötzlich das Sars-Virus die Welt lahm. Die unsichtbare, aber reale Bedrohung eines Virus ist mittlerweile fester Bestandteil in unserem Bewusstsein. Das ersparte uns in vieler Hinsicht unnötige Erklärungen im Film, die Wirkweise von Pandemien ist bekannt und wir sind in dieser Zeit alle verkappte Virolog*innen geworden. Aber das Virus, das die Männer dahinrafft ist ja nicht ausschließlich Thema und Spannungsträger des Films, sondern steht als bösartige Metapher für den jahrhundertealten Kampf der Geschlechter. Der Spannungsbogen dreht sich um diesen Kampf.

Wie politisch ist der Film?

Der Film ist politisch, weil er sich Kritik an der bestehenden politischen Ordnung vornimmt und auch mit einigen, wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Lösungsvorschlägen für die Zukunft aufwartet. Es gibt viele Möglichkeiten der politischen Erzählung. Ich bin ein Fan der politischen Farce oder Satire, wie zum Beispiel „Don’t look up“ von Adam McKay, und ich wüsste momentan keine bessere Form, Politik zu erzählen. Das Lachen bleibt einem freilich schon bald im Halse stecken, eine Satire reißt schnell alle Fassaden ein und enthüllt schonungslos die Wahrheit. Ich mag diese Mischung im Kino: lachend nachdenken. Die satirische Herangehensweise hat uns geholfen, die Geschichte in eine Parallelwelt zu transportieren, um die Jetztzeit zu erzählen. Es ist alles so, wie man es kennt, nur schräger, schriller, bunter. Das hat uns beim Entwerfen viel Spaß gemacht und so bleibt es hoffentlich auch beim Anschauen. Immer wieder taucht bei Filmen der Stilbegriff „Camp“ auf, der passt hier auch ziemlich gut. Das Konzept des Films ist, mit Kamera, Schnitt und Musik relativ klassisch und seriös zu arbeiten, um in diesem festen Rahmen alle Freiheit zu haben, mit Kostüm, Maske und Schauspiel maximal extravagant und schräg zu werden.

Was ist besonders schräg? Nennen Sie doch ein paar Beispiele...

Ein Beispiel ist das Haarkonzept des Films. Das Virus verursacht ja erstmal starken Haarwuchs bevor es über sexuelle Raserei dann zum Tod führt. Wir haben uns dann für jedes Opfer des Virus ein eigenes Haardesign überlegt, so hat zum Beispiel der Kanzler plötzlich einen Backenbart wie Kaiser Wilhelm I..

Noch einmal zurück zum Hintergrundthema: Was ist Feminismus heute?

Der Feminismus ist viel differenzierter geworden. In unterschiedlichen Strömungen gibt es einerseits eine größere Öffnung und Inklusion, andererseits verfestigte konservative, radikale oder biologistische Überzeugungen. Also grob gesagt in der Bandbreite zwischen Barbie-Feminismus und TERFs (Trans-Exclusionary Radical Feminists). Dazwischen finden sich sehr klug diskutierte Standpunkte, die den Feminismus zu einer viel größeren Bewegung machen als die reine Auseinandersetzung von zwei Geschlechtern, also von Männern und Frauen. Die Diskussionen sind sehr wichtig und die verschiedenen Standpunkte fördern sich gegenseitig, ich finde es aber problematisch, sobald sich die Strömungen untereinander bekämpfen oder gar die Berechtigung absprechen. Damit gehen Energien verloren, die an anderer Stelle viel wichtiger wären. Es geht ja darum, gemeinsam die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das ist auch das zentrale Thema des Films. Ein Matriarchat ist eine reizvolle Vorstellung, aber es wäre ein Trugschluss, die Machtverhältnisse einfach umzudrehen. Macht, egal wer sie inne hat, oder von wem sie ausgeübt wird, korrumpiert. Feminismus heute muss für mich kämpferisch und politisch sein und sich nicht nur um die eigene Komfortzone, die eigene Freiheit oder um das Rechthaben drehen. Es geht um die Gleichstellung aller Menschen und - um mit Donna Haraway zu sprechen - um die „Verwandtschaft aller Arten“, und es geht darum, trotzdem eine Offenheit zu behalten.

Könnte die Utopie, die der Film entwirft, irgendwann Wirklichkeit werden?

Der Film endet in einer utopischen Zukunft, in der Gerechtigkeit, Gemeinwohl und Gleichstellung in greifbare Nähe rücken. Das klingt vielleicht romantisch, ist aber durchaus ernst gemeint. Anders als eine Dystopie kann eine Utopie eigentlich niemals eintreten, sonst wäre es ja keine Utopie. Das ist ein großes Dilemma. Der Schlüssel zur Lösung ist die Erkenntnis, dass es nie nur den einen richtigen Weg gibt, sondern nur eine gemeinsame Haltung. Paradoxien, Vielfalt und Offenheit - das alles gehört dazu. Es gibt eine lange Geschichte von Filmen, die von Dystopien handeln. Viele dieser erschreckenden Zukunftsbilder sind mittlerweile eingetreten. Vielleicht kommt jetzt die Zeit der Filme, die Utopien wagen.

Worauf kann sich das Publikum bei diesem Film freuen?

Das Publikum darf sich auf viele überraschende Wendungen freuen und auf die Einladung, selber nachzudenken. Außerdem auf Schauspieler*innen mit riesiger Spielfreude, wie Mavie Hörbiger, die mit einer schwarzen Augenklappe Orden an kastrierte Männer verleiht, oder Godehard Giese, der seine Wiederwahl mit drei Praktikantinnen im Kanzlerbüro feiert, oder Bibiana Beglau als Pharma-Riesin, die am Ende ein gepflegtes Brusthaartoupet trägt, oder Britta Hammelstein, die als einzige einen Plan hat und letztendlich die Männer vor dem Aussterben bewahrt.

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Weltpremiere beim Filmfest München

Credits

Buch und Regie
Irene von Alberti
Nach dem Roman „Les Hommes protégés / Die geschützten Männer“ von Robert Merle
Mit
Britta Hammelstein, Mavie Hörbiger, Yousef Sweid, Bibiana Beglau, Godehard Giese, Julika Jenkins, Michaela Caspar, Johanna Polley, Sina Martens, Ruby Commey, Bastian Reiber, Timo Fakhravar, Roland Bonjour, Mathias Max Herrmann
Casting
Ulrike Müller
Bildgestaltung
Constantin Campean
Schnitt
Patricia Rommel
Musik
Karim Sebastian Elias
Szenenbild
Sylvester Koziolek
Art Director
Mirko Rachor
Kostümbild
Aino Laberenz
Chefmaskenbild
Julia Böhm
Ton und Sound Design 
Rainer Gerlach
Mischung
Matthias Schwab
Redaktion
Alexandra Staib (ZDF), Martin Gerhard (ZDF / ARTE), Claudia Tronnier (ARTE)
Koproduzentinnen
Monika Treut, Céline Maugis
Produzent
Frieder Schlaich
Eine Produktion von
Filmgalerie 451
In Koproduktion mit
ZDF und ARTE
Drehbuch gefördert von
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
Projektentwicklung gefördert von
Ciclic-Région Centre-Val de Loire
Produktion gefördert von
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Deutscher Filmförderfonds (DFFF), Mitteldeutsche Medienförderung (MDM)


Erste Regieassistenz
Inga Köhler
Zweite Regieassistenz
Leila Knörr
Dritte Regieassistenz
Paula Buchta
Produktionsleitung
Gernot Sprenger
Produktionskoordination
Anna Bitter
Produktionsassistenz
Viviana Kammel
Filmgeschäftsführung
Janina Bukowski
Erste Aufnahmeleitung
Yurdakul Peksen
Motiv Aufnahmeleitung
Alexandra Koch
Motiv Aufnahmeleitung Assistenz
Andreas Reischl
Set Aufnahmeleitung
Kai Guballa
Set Aufnahmeleitung Assistenz
David Schlichter
Produktion Trainees
Luisa Neininger, Julian Wonn
Erste Kameraassistenz
Kolja Seibold
Zweite Kameraassistenz
Sarah Alisch
Videooperator
Leoni Faschian
Data Wrangler
Till Beckmann
Oberbeleuchter
Holger Ohlhus
Bestboy
Merlin Luong
Beleuchter
Timon Dangel
Key Grip
Dustin John
Bestboy Grip
Yukon Benner, Matthias Schröter
Szenenbild Assistenz
Lisa Mary Kracke, Julia Heiser
Außenrequisite
David Eder
Außenrequisite Assistenz
Carsten Ahrens
Innenrequisite
Marcel Ruben Schön
Innenrequisite Assistenz
Carolin Annett Meyer
Kostümbildassistenz
Coco Hittinger
Garderobe
Melissa Roxanne Hebold, Carmen Abele
Maskenbild
Anna Evenkamp, Lena Brendle
Tonangler
Filippo Toso, Oskar von Gilgenheimb, Henning Krutein
Stunt Supervisor
Billy Buff (Buff Connection)
Stunt Koordination
Dani Stein
Schnittassistenz
Jil Lange, Julia Dupuis, Paul Gröbel
Titelanimation
Tien-Kun Lai
Rolltitel und Filmgrafiken
Kathrin Krottenthaler
Postproduktion Ton
The Post Republic
Inhouse Producer
Petra Kader-Göbel
Technische Leitung Ton
Markus Wurster
Ton-Endfertigung
Maxim Romasevich
Geräusche
Martin Langenbach
Postproduktion Bild
PHAROS - The Post Group, Josef Reidinger, Peter Gerckens
Key Account Manager
Angela Reedwisch, Katharina Deltow
Abteilungsleitung Imaging
Kenneth Hecker-Stiller
Projektbetreuung Imaging
Viktoria Janssen
Technical Supervisor Imaging
Patrick Heck
Colorist
Christine Hiam
DI & Conforming Engineer
Jasper Brandt
Mastering & QC
Kay-Uwe Schuchert, Tobias Weber
VFX Bearbeitung
Flapper‘s
VFX Supervisor
Andreas Clemens
VFX Set-Supervisor
Denis Krez
Compositing Artists
Johannes Riemann, Yannic Pröger