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Der Zynische Körper

D 1991, 89 min

Für eine Gruppe von Künstler_innen wird das Sterben eines Freundes zur Konfrontation mit dem eigenen Überleben. DER ZYNISCHE KÖRPER untersucht die vielfältigen Beziehungen zwischen den auf Ewigkeit zielenden Baukörpern einer monumentalen Architektur und dem in seiner endlichen Lebenszeit gefangenen menschlichen Körper.

 

Synopsis

Carl hat Probleme beim Schreiben. Aus seiner Romanfigur entwickelt sich im Fortgang der filmischen Handlung eine reale Person, die immer bedrohlicher in sein Leben eingreift. Der Lektor Roy unterstützt seinen Autor Carl, ist aber von einer schweren Krankheit gezeichnet. Um seinen Schwierigkeiten zu entgehen, begleitet Carl Jon und Liza auf eine Architektur-Reise nach Spanien. Bela und Fred bleiben zurück und müssen sich mit Roys Verfall auseinandersetzen. In Barcelona erreicht die Reisenden die Nachricht von Roys Tod. Für seine Freunde wird sein Tod zum Anlaß, ihr gemeinsames Leben durch eine Auseinandersetzung mit Architektur und Vergänglichkeit zu rekonstruieren.

Heinz Emigholz analysiert in seinem Film die Bedeutung von Tod und Verlust für einen künstlerischen Arbeitszusammenhang, wie er zwischen den Freunden bestand. Mit photographischer Genauigkeit nutzt Emigholz die räumlich architektonischen Möglichkeiten jeder filmischen Einstellung: Einerseits kontrastiert er architektonische Positionen, etwa die Herrschaftsarchitektur des Kölner Doms und die organischen Entwürfe Gaudís am Beispiel von La Sagrada Familia in Barcelona, und andererseits gelingt es ihm, das Verhältnis des Einzelnen zu Gebäuden und architektonischen Räumen filmisch neu zu ergründen. Seine Kamera versetzt den Zuschauer in ein dichtes Geflecht räumlicher Beziehungen. Emigholz verfällt dabei nicht auf abgelebte Avantgarde-Konzeptionen, sondern er schafft es über die im Film geführte Untersuchung, persönliche Vergangenheit aus Hinterlassenem – und dazu zählen auch alle Kunstwerke – zu rekonstruieren und einen für alle Zuschauer bedeutsamen und erlebbaren Kontext herzustellen.

DER ZYNISCHE KÖRPER ist eine Waffe, weil er entlarvend ist. Der Film verfolgt den Weg zurück – von den Bauwerken zum Geist ihrer Erbauer, von den Sätzen zu den Erdenkern, von den Produkten zu den Produzenten. Der Witz des Films ist der seiner Wortwörtlichkeit. Er scheut sich nicht, die Wirklichkeit als den Kalauer zu zeigen, zu dem sie gemacht wurde. Die Verbogenheit der Gefühle zu analysieren, anstatt sie zu leugnen. Komplexheit dort bestehen zu lassen, wo Ausverkauf angesagt ist. Die Tatsache von Verlust gelten zu lassen, wo Leichtigkeit zur Tagesordnung übergeht.

Credits

Buch, Regie und Kamera
Heinz Emigholz
Mit
Klaus Behnken, Eckhard Rhode, Wolfgang Müller, Kyle deCamp, Carola Regnier, John Erdman, Bernd Broaderup
Schnitt
Renate Merck
Schnittassistenz
Yelka Lange
Musik
Nikolaus Utermöhlen
Art Director
Ueli Etter
Bauten und Ausstattung
Ueli Etter, Detlev Niebuhr
Lichtgestaltung
Axel Schäffler
Ton
Alfred Olbrisch
Tonassistenz
Michael Janssen
Mischung
Stephan Konken
Regieassistenz
Andreas Senn
Produktionsmanagement
Frieder Schlaich
Produktionsassistenz
Andre Lützen, Andreas Brachwitz
Produziert von
Pym Films
Mit Unterstützung der
Filmbüros in Hamburg und Nordrhein-Westfalen
In Zusammenarbeit mit
WDR (Alexander Wesemann) und NDR

DVD-Infos

Extras
Bonus Audio CD mit Original-Filmmusik von Nikolaus Utermöhlen, Aufnahmen des Premieren Chors, „Film Portraits“ von Wilhelm Hein, Fotoschau, Audio Kommentar von Emigholz und Schlaich
Sprache
Deutsch, Englisch
Untertitel
Englisch
Ländercode
Code-free
System
NTSC / Farbe + s/w
Laufzeit
89 min + 20 min Extras
Bildformat
4:3
Tonformat
DD 2.0
Inhalt
Softbox (Set Inhalt: 2), 16-seitiges Booklet
Veröffentlichung
21.8.2009
FSK
Ab 12 Jahren

Kinoverleih-Infos

Verleihkopien
35mm
Bildformat
35 mm, 1:1, 37
Sprache
Deutsch
Untertitel
Englisch, Spanisch
Lizenzgebiet
Weltweit
FSK
Ab 12 Jahren