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Bübchen

D 1968, 87min

Ein seltsamer Fall beschäftigt die Polizei und die Einwohner einer kleinen Stadt. Ein kleines Mädchen ist verschwunden. Es gibt Verdächtige, Unschuldige, Schuldige und ein Netz von Lügen.

Synopsis

Damit die Eltern mit dem Nachbarn ein Betriebsfest besuchen können, soll deren Tochter Monika auf die kleine Katrin aufpassen. Doch die junge Frau vergnügt sich lieber mit ihrem Freund und überlässt das Kind der Obhut ihres Brunders Achim, welcher das Mädchen im Verlauf des sonnigen Nachmittags ohne jede Regung mit einer Plastiktüte erstickt und anschließend ihre Leiche auf einem nahegelegenen Schrottplatz versteckt. Als die Sippe volltrunken zurückkehrt, beginnt eine fieberhafte Suche nach dem spurlos verschwundenen Kind. Die Nerven aller Beteiligten liegen blank und mit jeder weiteren Sekunde der Ungewissheit beginnt die Fassade zu bröckeln, und unter der Oberfläche des kleinbürgerlichen Familienidylls kommt der menschliche Wahnsinn zum Vorschein.

Preise und Festivals

- FBW-Prädikat: Wertvoll

Weitere Texte

Bübchen war nicht nur Roland Klicks erster Langfilm, sondern auch sein erster Film in Farbe.

Roland Klick zu BÜBCHEN (Notizen, 1968)
Zitiert nach Ulrich von Bergs Das Kino des Roland Klick, erschienen in edition filmwerkstatt, Essen 1993

ich hatte den Film BÜBCHEN ursprünglich als Schwarzweißfilm geplant und mit dieser Vorstellung vor Augen das Drehbuch geschrieben. Als Rob Houwer, der Produzent, mir vorschlug, den Film in Farbe zu drehen, schien mir dies unmöglich. Es war unmöglich: Der Film, den ich bis dahin auf meiner inneren Leinwand hatte abrollen sehen, dieser Film war in der Tat nicht in Farbe zu realisieren. Das wurde klar, als ich mich daran machte - zunächst nur, um meine Ablehung zu untermauern - ihn mir Detail für Detail in Farbe vorzustellen. Dabei wandelte sich nicht nur die Oberfläche der Dinge, sondern es wurde auch deutlich, dass sich mit dem Schritt zur Farbe neben der Oberfläche auch die Charaktere geändert hatten, dass sich ihr Gestus änderte, ihre Denkweise und damit der szenische Ablauf und die Verflechtung der Handlungselemente. Ich fand diese Tatsache zunächst ganz unglaublich und überprüfte sie wieder und wieder. Doch es war nicht daran zu rütteln: Die Farbe hauchte Dingen und Menschen eine so nachdrückliche Oberflächenintensität ein, dass alles, was an dieser Oberfläche geschah, jetzt weit eindringlicher und unentrinnbarer schien, Gestik, Mimik - der umgebende Raum. Diese Zunahme an sinnlicher Intensität verstellte zugleich den Blick nach innen, den Zugang zur Transzendenz der Geschichte, die das schwarzweiße Raster so bereitwillig freigab. Wollte man solchen Einblick zurückgewinnen, die Ahnung auch über den irdischen Horizont hinaus, so musste man Handlung und Charaktere neu modellieren, musste Räume öffnen und Weite schaffen in Örtlichkeit, Zeitabläufen und im Wesen der Figuren. Die Lösung dieser Aufgabe bereitete wenig Probleme, die neuen Bilder boten sich an. Schließlich war das ursprüngliche Gleichgewicht der Geschichte im Rahmen der Hinzufügung der Farbe zurückgewonnen, und ich fand diesen neuen Film weit aufregender als den vorangegangenen. Als Rob mich bat, aus Kostengründen doch noch einmal über Schwarzweiß nachzudenken, war mir dies unmöglich. Ich hatte BÜBCHEN in Schwarzweiß vergessen. Rob Houwer hat das akzeptiert. So haben wir den Film in Farbe gemacht.

Galerie Extras

Original Aushangfotos zum Film.

PDF

Werberatschlag der Eckelkamp Verleihgesellschaft für BÜBCHEN.

Credits

Buch, Regie, Musik
Roland Klick
Mit
Sascha Urchs, Sieghardt Rupp, Edith Volkmann, Renate Roland, Jürgen Jung, Hubert Suschka, Elisabeth Ackermann, Ulrich Beiger, Hans Kahlert, Gerda-Maria Jürgens
Kamera
Robert van Ackeren
Schnitt
Jane Sperr
Ausstattung
Heinz Eickmeyer
Ton
Siegfried Koch
Regieassistenz
Ina-Ursula Fritsche
Aufnahmeleitung
Peter Eitzert, Jochen Graubner
Produktionsleitung
Jürgen Dohme
Produzent
Rob Houwer
Produziert von
Rob Houwer Film
in Zusammenarbeit mit
Studienprogramm des Bayerischen Rundfunks (Helmuth Hafner)
Uraufführung (DE)
8.10.1968, Internationale Filmwoche Mannheim
Kinostart
21.2.1969