
Bernd – Operation Germanenkind
D 2025, 93 min
Eine humorvoll-bösartige Demontage einer Gesellschaft, die an ihren eigenen moralischen Ansprüchen scheitert.
Synopsis
Bernd kam zur Welt, indem er seine eigene Abtreibung überlebte. Heute arbeitet er als „Schauspieler mit besonderen Ansprüchen“ in einem anerkannten Berliner Theaterkollektiv. Als die Gruppe mit ihrem Stück über eine Wunderwaffe der Nazis ausgerechnet nach Peenemünde reist, eskaliert die Situation – denn der ausgegrenzte Bernd fasziniert sich zunehmend für die Errungenschaften des Dritten Reiches. Die eingeübte Inklusionsrhetorik kippt in blanke Überforderung. Bernd ist längst nicht mehr nur in einer Rolle und scheint seine angeborene Kampfeslust noch nicht aufgegeben zu haben.
Hessenpremiere beim Lichter Filmfest Frankfurt International:
am 30. April um 20:45 Uhr im Elysee 2 im Festivalzentrum
Q&A mit dem Regisseur Cornelius Schwalm und der Hauptdarstellerin Verena Unbehaun
Ab 1. Oktober im Verleih von Filmgalerie 451 im Kino.
Texte zum Film
Director's Note
Unser Stil ist kompromisslos – formal roh wie ein uralter Punk-Song, nonkonformistisch, fordernd. Keine glatte Dramaturgie, keine klare Heldenreise. Wir verzichten auf jede Form von Moralisierung. Wir zwingen das Publikum, sich ständig selbst zu hinterfragen: Wo endet Toleranz? Warum fällt es uns so schwer, andere Meinungen zu ertragen? Welchen Anteil haben wir alle an der gesellschaftlichen Spaltung? Mir ist es in diesen schwierigen Zeiten wichtig, Filme zu machen, die Diskussionen anregen, anstatt im allgemeinen Konsens zu verharren. Daher ist dies nicht nur ein Film über Bernd. Vielmehr ist der Film selbst Bernd. Vor und nach unserer Uraufführung auf dem Filmfest München haben uns einige heftige Kontroversen und angeregte Diskussionen die Notwendigkeit eines gemeinsamen Austauschs vor Augen geführt. Und wir freuen uns darauf, dieses Gespräch fortzusetzen.
Zum Regisseur
Cornelius Schwalm erzählt die Eskalation als bitterböse Komödie: Zwischen Proben, Gruppengesprächen und ritualisiertem „Wir sind doch tolerant“ verschieben sich die Grenzen. Formal roh, kompromisslos und im Geist Christoph Schlingensiefs zeigt der Film die Mechanismen einer Gesellschaft auf, die an ihren eigenen moralischen Ansprüchen scheitert. Aus Offenheit wird Fassade, aus Widerspruch Spaltung. Ein Film, der Diskussion nicht illustriert, sondern auslöst – genau dort, wo es wehtut. - Lichter Filmfest Frankfurt International 2026
Pressestimmen
Ein Film zum Diskutieren, zum Nachdenken, der in unsere Zeit besser passt denn je. - Urs Spörri, Filmfest München 2025
In diesem Jahr gab es eine beeindruckende Vielfalt an Darstellungen, doch eine Performance hat sich für uns besonders hervorgehoben – durch ihre große Originalität, Vorstellungskraft, Einfallsreichtum und ihren Mut. Sie war Teil eines Films, den wir als äußerst relevant für die Zeit empfinden, in der wir gerade leben. Der Preis geht daher an Verena Unbehaun für Bernd. - Indie-Lincs IFF, Pauline Lynch, Robin Laing 2026
Die Programmverantwortlichen des Indie-Lincs Filmfestivals wählten BERND zum Gewinner des Preises für den anspruchsvollsten Film. Der Film besticht durch seine gewagte Mischung aus Satire und Drama. Er verkörpert das Wesen des unabhängigen Filmemachens und fordert uns thematisch und psychologisch heraus. Er ist mitunter schwer zu ertragen, aber genau das ist die Absicht. Indie-Lincs unterstützt Filmemacher, die diesen kühnen Geist des Filmemachens verkörpern. - Indie-Lincs IFF, Mikey Murray 2026
Preise und Festivals
- Filmfest München - Neues Deutsches Kino 2025
- Indie-Lincs IFF Lincoln, UK 2026 - Best Actor & Best Film
- achtung berlin Filmfestival - Wettbewerb Spielfilm 2026
- Lichter Filmfest Frankurt International 2026
Credits
Buch und Regie
Cornelius Schwalm
Nach dem Theaterstück „Mongoflipper“ von Maria Kron
Mit
Verena Unbehaun, Matthias Rheinheimer, Silvina Buchbauer, Mathias Znidarec, Sasha Weis, Michael Benthin, Jana Zöll, Prince Kuhlmann, Meike Droste, Pascal Lalo, Suse Wächter, Ali Berber u.v.a.
Dramaturgie
Clarissa Georgi
Bildgestaltung
Ute Freund, Yannick Hasse
Ton
Phillip Lehner, Irma Heinig
Musik
Philipp Haagen, Matthias Petsche, Niklas Handrich
Montage
Kai Wido Meyer
Szenenbild
Susanne Füller
Kostümbild
Tanja Jesek
Maskenbild
Nina König
SFX Maske
Oliver Schwarz
Tongestaltung
Niklas Kammertöns
VFX
Jean-Pierre Meyer-Gehrke
Color Grading
Richard Barthel
Produktions- und Herstellungsleitung
Torsten Wichner
Koproduzenten
Cornelius Schwalm, Clarissa Georgi, Kai Wido Meyer
Produzenten
Max Gleschinski, Torsten Wichner, Jean-Pierre Meyer-Gehrke
Produktion
Von Anfang Anders Filmproduktion GbR
In Koproduktion mit
Maria Kron
Uraufführung
Filmfest München - Neues Deutsches Kino, 1.7.2025
Kinostart (DE)
1.10.2026
Kinoverleih-Infos
Ab 1.10.2026 im Verleih von Filmgalerie 451 im Kino.
Verleihkopien
DCP (2K, 25fps, 5.1)
Bildformat
16:9
Sprache
Deutsch
Untertitel
Englisch





