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And-Ek Ghes...

D 2016, 94 min

AND-EK GHES… heißt: EINES TAGES… Ein Lied, ein Versprechen – an die Geliebte, an die Kinder, an sich selbst. Familie Velcu aus Faţa Luncii, Rumänien, zieht nach Berlin und inszeniert sich selbst in eine mögliche Zukunft hinein. Die Fortsetzung von REVISION.

Synopsis

AND-EK GHES… – EINES TAGES… lautet der Refrain des Titelsongs, in dem der Junge seiner Geliebten eine Zukunft in Berlin verspricht, wenn ihre Liebe nur stark genug ist, ihm zu folgen. Geschrieben hat das Lied Colorado Velcu, charismatisches Multitalent, alleinerziehender Vater von sieben Kindern, Herz, Motor und Chronist einer Großfamilie aus Faţa Luncii in Rumänien. AND-EK GHES… ist die Fortsetzung einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit, die auf Vertrauen und Freundschaft zwischen den Co-Regisseuren Philip Scheffner und Colorado Velcu basiert. Sie begann mit dem Film REVISION (Berlinale, Forum 2012): Der Versuch, einen gemeinsamen filmischen Raum zwischen Protagonisten, Filmemacher und Publikum zu eröffnen, wird nun, drei Jahre später, erweitert. Die Kamera dupliziert sich, zu der des Filmemachers kommen eine, zwei, drei Kameras, die von Hand zu Hand wandern. Und nicht nur ihn, auch uns lassen sie hinein in eine Welt, in der Humor, Chuzpe und Zusammenhalt gegen Armut und Ausgrenzung antreten. In der sich die Velcus entgegen aller Zuschreibungen immer wieder neu erfinden. In der Berlin in den flirrenden Farben von Bollywood zu leuchten beginnt. Eine Welt, in der Realität und Fiktion manchmal nur ein Lachen weit auseinanderliegen.

Streaming-Info

Der Film ist über unseren Vimeo-Kanal zum Leihen oder Kaufen erhältlich.
Sprache: Deutsch, Untertitel: Englisch

Pressestimmen

Nicht nur ein faszinierender Akt der narrativen Selbstermächtigung, sondern auch ein sehr liebevolles, charmantes Familienporträt. (Lucas Barwenczik , KINOZEIT)

Die schönste Liebesszene 2016. (Gunda Bartels, Christiane Peitz und Maria Fiedler, DER TAGESSPIEGEL)

Mit einem solch liebevollen Blick hat man Berlin im deutschen Kino wahrscheinlich lange nicht gesehen. (Maik Platzen, 3SAT)

Das macht vor allem Spaß und verdient die Bezeichnung „großes Kino“. (Grit Lemke, JUNGE WELT)

Ein lebenspraller, bollywoodtaumeliger, melancholischer Dokumentarfilm. (Cosima Lutz, DIE WELT)

Preise und Festivals

- Berlinale Forum 2016
- Nominiert als Bester Dokumentarfilm - Preis der deutschen Filmkritik 2017
- Nominiert für den Grimme Award 2016

Weitere Texte

Über AND-EK-GHES
aus dem Forumskatalog der Berlinale 2016

Als Familie Velcu von Rumänien nach Deutschland übersiedelte, waren die befreundeten Filmemacher aus Berlin zur Stelle, filmten den Einzug. Dem Familienrat gefiel der Vorschlag, einen Film über ihr neues Leben zu drehen. Colorado Velcu, der seit seiner Jugend wunderschöne Tagebücher schreibt, wurde als Familienvater zum Co-Regisseur von Philip Scheffner, vor allem wegen seiner Fähigkeit zum Inszenieren und seines Gespürs für die künstlerischen Talente seiner Kinder und Neffen und Schwestern und Schwager. Bollywood-Fans sind sie alle, und so entstand eine wirklich wahre Familiensaga – mit einem Titelsong! Ein erster Velcu-Berliner wird geboren, ein schmerzhafter Abschied von den Verwandten, die besseren Verdienstchancen Richtung Spanien nachreisen müssen, die Ehefrau weggesperrt im fernen rumänischen Gefängnis – und die Berliner Parks, in denen gegrillt wird, werden zu bukolischen Orten. Die Entstehungsgeschichte dieser „Velcu-Saga“ wird immer wieder unter den Mitwirkenden diskutiert – und macht den Film mal melancholisch, dann wieder sehr witzig und charmant zu einem klugen Meta-Film über das ethnografische Filmemachen, über Medienbilder und Stereotype von Roma-Familien heute.

Ich filme dich, und du filmst mich
Regisseur Philip Scheffner über AND-EK-GHES..., Berlin, 2016

Die Nachricht, dass Colorado Velcu mit seiner Familie nach Deutschland kommen will, erreicht mich bei einer Vorführung des Films „Revision“ in Greifswald. Die Person, die gerade eben noch auf der Kinoleinwand gesagt hat: „Lass uns das Interview hier beenden es ist besser wenn jeder einzeln spricht, du als Regisseur weißt ja, wie so was geht…“, wird also ab jetzt in Deutschland leben. In Essen. Wir verabreden einen Besuch, und ich frage ob ich die Kamera mitbringen kann – nicht mit der konkreten Idee, einen Film zu machen, sondern weil es für uns die nächstliegende Form der Kommunikation ist. So haben wir uns vor drei Jahren kennengelernt: beim Filmemachen. Colorado vor, ich hinter der Kamera. Die Kamera definiert und legitimiert unser Verhältnis. Sie schafft einen Raum, in dem wir uns begegnen und der von beiden Perspektiven aus immer wieder neu ausgelotet wird. Das Filmen schafft eine Zeiteinheit, strukturiert die Begegnung. Genau da knüpfen wir jetzt wieder an: Das Davor und Danach wird mit dem gemeinsamen Schauen von Bollywoodfilmen, mit Essen und Reden gefüllt. Erst jetzt und durch Zufall entdecken wir, dass eine Verständigung auch ohne Übersetzung möglich ist: Beide sprechen wir ein paar Brocken Spanisch, und von Besuch zu Besuch halluzinieren wir uns weiter in eine Fantasiesprache hinein, die kaum niemand sonst versteht (schon gar niemand, der wirklich Spanisch kann), die uns aber ein direktes Gespräch ermöglicht. Bei einem der nächsten Besuche in Essen bringe ich eine kleine Videokamera als Geschenk für Colorados
älteste Tochter mit. Ab jetzt ändern sich die Verhältnisse: „Ich filme dich, während du mich filmst“ wird zum beliebten Motiv. Die Familie zieht nach Berlin, nun leben wir in derselben Stadt. Aus einer werden im Verlauf eines Monats vier Kameras, Colorado dreht erste eigene Szenen, schließlich wird ein Vertrag über einen gemeinsamen Film geschlossen. Dieser herzustellende Film – dessen Ausrichtung sowohl Colorado als auch mir zunächst ziemlich nebulös erscheint, wird mehr und mehr zu einem Filter, durch den wir uns und unsere Wirklichkeit anders wahrnehmen und neu interpretieren können. Ein Gespräch über Freunde und Verwandte wird so im Kontext des Dokumentarfilms zu einem Casting für einen Spielfilm, dessen Realisierung in der Zukunft liegt – obwohl wir eigentlich schon mitten drin sind. Es entsteht etwas, auf das wir uns gemeinsam beziehen und in dem wir uns auf Augenhöhe begegnen können: Ein Raum, der nun, nachdem der Film fertig ist, nicht einmal mehr eine Kamera braucht.

Credits

Regie
Philip Scheffner, Colorado Velcu
Mit
Colorado Velcu, Parizan Nistor, Casino Nistor, Eldorado Velcu, Calil Velcu, Noami Nistor, Rebeca Velcu, Sara Velcu, Nelu Cîrstea, Mario Ilie, Fecioara Velcu, Emporio Ilie, Armani Ilie, Ecstasy Ilie, Zefir Chiciu, Lulughia Velcu, Shaolin Velcu, Simpatic Velcu, Catalin Velcu, Creaţia Velcu, Jeckichan Velcu, Elvetia Miclescu, Elis Velcu, Paliser Ciliean, Director Ciliean, Atos Nistor, Darius, Philip Scheffner, Merle Kröger, Prefekt Miclescu, Vandana Miclescu, Amelica Velcu, Paradis Velcu, Leonardo Velcu, Gica Caldararu, Remus, Vica, Aritaxon, Tocaito Miclescu, Pegas, Milord Ciucur, Razbunator Miclescu
Buch
Colorado Velcu, Merle Kröger, Philip Scheffner
Kamera
Colorado Velcu, Philip Scheffner, Parizan Nistor, Casino Nistor, Mario Ilie, Emporio Ilie, Noami Nistor, Fecioara Velcu, Zefir Chiciu, Jeckichan Velcu, Rața Miclescu, Calil Velcu, Donadoni Miclescu, Bernd Meiners and others
Montage
Philip Scheffner
Title Song Music & Text
Colorado Velcu
Title Song Vocals
Parry
Sound Design & Mix
Simon Bastian
Bildmastering
Matthias Behrens
Produzent_innen
Merle Kröger, Alex Gerbaulet
Produziert von
pong Film GmbH mit Rundfunk Berlin-Brandenburg (Rolf Bergmann, Gabriele Conrad)

DVD-Infos

Die Filme REVISION und AND-EK GHES... sind zusammen auf DVD in der Arsenal Edition erschienen.

Extras
Interview mit Philip Scheffner & Merle Kröger zu REVISION, 32-seitiges Booklet mit Texten und Fotos zu den Filmen
Sprache
REVISION: Deutsch, Romani, Rumänisch
AND-EK GHES…: Deutsch, Romani, Rumänisch, Spanisch
Untertitel
REVISION: Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Rumänisch, Spanisch
AND-EK GHES…: Deutsch, Englisch
Ländercode
code-free
System
PAL, Farbe
Laufzeit
200 min + 36 min Extras
Bildformat
16:9
Tonformat
REVISION: DD 2.0
AND-EK GHES… Stereo + DD 5.1
Inhalt
2 Discs, Booklet
Veröffentlichung
15.02.2019
FSK
Ab 12 Jahren