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Roland Klick Retrospektive

Roland Klick - Retrospektiven

Roland Klick ist Legende, so ziemlich die einzige der letzten deutschen Kino-Dekaden. Mit Mario Adorf drehte er den psychedelischen Western DEADLOCK, mit Dennis Hopper den todessüchtigen Punkabgesang WHITE STAR. Klick machte großes, aufwühlendes Publikums-Kino - doch nach nur sechs Spielfilmen hatte sich das große Talent des deutschen Films auf mysteriöse Weise ins Aus manövriert.

Obwohl Klick mit seinen Filmen sechs Bundesfilmpreise gewann, wurde er nicht Teil der erfolgreichen Riege des "Neuen Deutschen Films", die ihn als zu kommerziell anfeindete. Roland Klick wurde zum Außenseiter gemacht. Aber er war auch ein kompromissloser Filmjunkie, der mit jedem Film alles riskierte und sich immer am Abgrund bewegte. Im Ausland wurden seine Filme von einer Reihe "big names" mit regem Interesse verfolgt, darunter Quentin Tarantino, Steven Spielberg und Alejandro Jodorowsky, die Klicks Genremeisterschaft schätzen und seine filmische Kühnheit, die sich jeder Kategorisierung widersetzt.

Die Filmgalerie 451 verleiht die wichtigsten Filme von Roland Klicks weltweit. Für die große Retrospektive in Cambridge und London im Herbst 2013 wurden DEADLOCK, SUPERMARKT und WHITE STAR digital restauriert und liegen erstmals auf DCP und Blu-ray vor! Alle Filme von Roland Klick sind mit englischen Untertiteln verfügbar.
Für die Filme BÜBCHEN und LIEB VATERLAND MAGST RUHIG SEIN liegen die Rechte nicht bei uns, wir können Sie jedoch vermitteln. (Weitere Details zu verfügbaren Formaten und Untertiteln auf der Seite zum jeweiligen Film)

Filme von Roland Klick im Verleih der Filmgalerie 451

Spielfilme

Kurzfilme

  • WEIHNACHT, D 1962/63, 10 min, s/w, 35 mm
  • LUDWIG, D 1964, 16 min, s/w, 35 mm (Otto Sanders erste Rolle)
  • ZWEI, D 1965, 26 min, s/w, 35 mm
  • JIMMY ORPHEUS, D 1966, 52 min, s/w, 35 mm

Dokumentarfilme über Roland Klick

Roland Klick - Biografie

Roland Klick wurde am 4. Juli 1939 in Hof an der Saale geboren. Seine Jugend verbrachte er in Neumünster, einer Kleinstadt in Schleswig Holstein. Bevor er sich dem Film zuwandte, betätigte er sich bereits erfolgreich als Jazzmusiker und Maler. Später studierte er acht Semester Theaterwissenschaft und war auch am Deutschen Institut für Film und Fernsehen eingeschrieben. In dieser Zeit verfasste er auch seine ersten Drehbücher und war Kameramann des dokumentarischen Spielfilms MÜNCHEN - TAGEBUCH EINES STUDENTEN von Rolf Schünzel. Ab 1962 drehte Roland Klick Kurzfilme: WEIHNACHT (1962), LUDWIG (1964) und ZWEI (1965). Alle drei Filme wurden mit Festivalpreisen ausgezeichnet (Mannheim, Krakau, Tours). Während der Dreharbeiten seines ersten Spielfilms JIMMY ORPHEUS (1966) geht die Produktionsfirma Atlas Pleite, aus dem vorhandenen Material stellt Klick eine knapp einstündige Fassung her, Impressionen aus dem nächtlichen Alltag eines Flaneurs großstädtischer Striplokale.


Auf der Suche nach einem italienischen Koproduzenten für DEADLOCK kam es in Rom zu einer mehrmonatigen Zusammenarbeit mit Federico Fellini bei den Vorbereitungen von SATYRICON. In Rom wurde Roland Klick auf eine Zeitungsnotiz aufmerksam aus der dann sein erster Langspielfilm BÜBCHEN (1968) hervorging, eine subtil beobachtete Psychostudie eines elfjährigen Jungen, der sein kleines Schwesterchen tötet - ob versehentlich oder nicht, bleibt offen - und unter Mithilfe seines Vaters die Leiche verschwinden läßt.
Kurz nach der Geburt seines Sohnes Alexander verunglückte Roland Klicks Frau Marlis bei einem Verkehrsunfall. Daraufhin stürzte er sich in die Arbeit seines zweiten Films DEADLOCK (1970) in der israelischen Wüste. Er drehte dort mit erheblichem finanziellen Eigenrisiko, ein vom Italowestern und der Drogenkultur gleichermaßen inspiriertes allegorisches Endspiel, zu dem es vorher und nachher nichts Vergleichbares gab. Der deutsche Film der siebziger Jahre hatte sein erstes Kultereignis, der Traum, auch hierzulande physisches Kino par excellence herstellen zu können, schien plötzlich erfüllbar. DEADLOCK wurde sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik ein Erfolg, Roland Klick erhielt seinen ersten Bundesfilmpreis, der Film das Prädikat „besonders wertvoll“. Den endgültigen Durchbruch schafft Klick 1973/74 mit SUPERMARKT, der packenden Geschichte eines hoffnungslosen Überlebenskampfes im Dschungel der Großstadt. Wiederum wurde Klicks Leistung als Regisseur mit einem Bundesfilmpreis honoriert. Immer auf der Suche nach publikumswirksamen Stoffen inszeniert Klick als nächstes die wohl gelungenste Adaption eines Romans von Johannes Mario Simmel: LIEB VATERLAND, MAGST RUHIG SEIN (1976). Im Jahr 1979 erhält der Regisseur seinen dritten Bundesfilmpreis für den abendfüllenden Dokumentarfilm DERBY FEVER, USA. Die brillante Reportage über das populärste amerikanische Galopprennen und den dadurch ausgelösten Medien- und Werberummel entstand in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk. Anschließend sollte Klick den „Stern“ Bestseller WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO verfilmen, doch nach mehreren Drehbuchentwürfen und nicht enden wollenden Differenzen mit der Produktionsfirma, zog sich Klick von dem Projekt zurück und begann WHITE STAR vorzubereiten, wie DEADLOCK und SUPERMARKT eine Eigenproduktion. Für die Hauptrolle dieser in der Berliner Musikszene angesiedelten Geschichte gelang es ihm, den Hollywoodstar Dennis Hopper zu verpflichten. Der Film entstand 1981/82 und lief bei den Hofer Filmtagen. 1984 erhielt Roland Klick für WHITE STAR seinen vierten Bundesfilmpreis.
Nach WHITE STAR realisierte Roland Klick eine Komödie mit dem Titel SCHLUCKAUF über eine junge Frau die es vom Land nach Berlin verschlägt. Schon während der Produktion kam es zu Querelen mit dem Produzenten und der FFA, so dass dieser Film nie regulär veröffentlicht werden konnte.
Roland Klick zog sich danach aus dem Filmgeschäft zurück, machte ausgedehnte Reisen durch Südostasien und Südamerika, lebte lange Jahre an der Westküste Irlands und arbeitete an filmtheoretischen Schriften und einem Roman. Roland Klick unterrichtet an verschiedenen deutschen Filmhochschulen.

 

 

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