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Christoph Schlingensief Retrospektive

Christoph Schlingensief - Retrospektiven

Mit seinen Theater- und Kunstaktionen, als Film- und Opernregisseur, als Talkshow-Host und als Autor hat er über zwei Dekaden den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland und weit darüber hinaus geprägt. Christoph Schlingensiefs Kunst blickt hinter die Fassaden der Feierlichkeit und spürt verborgene Wünsche, Ängste, Träume, Aggressionen auf. Bei aller Vielseitigkeit der Mittel hat Schlingensiefs immer darauf bestanden, in erster Linie Filmemacher zu sein.

Die Filmgalerie 451 hat einige seiner Filme produziert und verleiht jetzt weltweit sein filmisches Gesamtwerk. Wir haben auch die kleinen, unbekannten Filme, wie seine frühen Super 8-Arbeiten, verfügbar gemacht, und weitere Veröffentlichungen seiner Theaterstücke und Aktionen sind in Vorbereitung.

Das ungemein vielfältige Schaffen Christoph Schlingensiefs ermöglicht Entdeckungen und eine individuelle Programmauswahl auch abseits der bekannten Titel wie DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER.

Folgende Werkgruppen liegen größtenteils in digital restaurierter Fassung auf Blu-ray mit englischen Untertiteln vor. (Weitere Kinoverleih-Infos auf der Seite zum jeweiligen Film)

Filme von Christoph Schlingensief im Verleih der Filmgalerie 451

Langfilme

            Die Deutschland-Trilogie

Kurzfilme

 Dokumentarfilme über Christoph Schlingensief

Theatermitschnitte und Dokumente zu weiteren Projekten auf Anfrage

 

Weitere Informationen zu Christoph Schlingensief

Aus der Laudatio zur der Verleihung des Hofer Filmpreises 2005

»Mir gefällt der Schlingensief, der eine richtige grosse Wut hat auf alles, was nach Feierlichkeit aussieht und nach Heuchelei riecht: was an verborgenen Wünschen, Ängsten, Träumen, Aggressionen sich abspielt in dieser Gesellschaft. Wenn er nichts versteckt oder verdrängt, wenn er die Blumen des Bösen blühen lässt. Schlingensief wird – so hoffe ich jedenfalls – immer Aussenseiter bleiben. In der Nachfolge von Dada und Surrealismus, ein Anarchist, der in der Liga von Buñuel und Artaud, von Oskar Panizza und Otto Mühl und Jean Genet kickt. Das ist eine Ästhetik des Protestes, nicht der Affirmation." (Peter W. Jansen)

Biografie Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief wurde 1960 in Oberhausen geboren. Nach zahlreichen Kurzfilmen drehte er 1984 seinen ersten Langfilm Tunguska – Die Kisten sind da, es folgten u.a. Menu total (1985), Egomania (1986) und Mutters Maske (1987). Zwischen 1989 und 1992 drehte er die Deutschlandtrilogie: 100 Jahre Adolf Hitler – Die letzten Stunden im Führerbunker, Das deutsche Kettensägenmassaker und Terror 2000 – Intensivstation Deutschland.

An der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz entstand 1993 seine erste Theaterinszenierung 100 Jahre CDU – Spiel ohne Grenzen. Es folgten u.a. Kühnen `94, Rosebud (2001) Kunst und Gemüse, A. Hipler (2004) und 2006 die begehbare Installation Kaprow City. Außerdem inszenierte er an verschiedenen Theatern, unter vielen anderen 2001 den Hamlet mit ausstiegswilligen Neonazis am Schauspielhaus Zürich und die ATTA-Trilogie, die sich aus ATTA ATTA (Volksbühne, 2002), Bambiland von Elfriede Jelinek (Burgtheater Wien, 2003) und Attabambi – Pornoland (Schauspielhaus Zürich, 2004) zusammensetzt.

Mit seinen aktionistischen Projekten außerhalb des Theaters wirkte Schlingensief weit über den Kunstraum hinaus und erfuhr internationale Aufmerksamkeit. Im Rahmen der Wiener Festwochen veranstaltete er im Jahr 2000 die Container-Aktion Bitte liebt Österreich. Anlässlich der Bundestagswahl 1998 gründete er die Partei CHANCE 2000. 2003 nahm er mit der CHURCH OF FEAR an der 50. Biennale Venedig (2003) teil. Es entstanden zahlreiche, viel beachtete Kunstausstellungen im In-und Ausland, u.a. 18 Bilder pro Sekunde im Haus der Kunst München 2007.

Zwischen 1997 und 2003 arbeitete Schlingensief zudem als TV-Moderator und ging mit den medienkritischen Formaten Talk 2000, U 3000 und dem Nicht-Behindertenmagazin Freakstars 3000 auf Sendung.

Er inszenierte Opern an verschiedenen Häusern, Höhepunkte waren von 2004 – 2007 Wagners Parsifal in Bayreuth und 2007 Der Fliegende Holländer in der legendären Oper von Manaus.

Mit seinen unzähligen Inszenierungen, Kunstinstallationen, Aktionen und Ausstellungen mischt sich Christoph Schlingensief seit über zwei Jahrzehnten unbeirrt in den kulturellen und politischen Diskurs ein und führt in Bezugnahme auf verschiedene Künstler – u.a. Joseph Beuys - Oper, Theater, Film und Aktionen zusammen. So entwickelte er den Animatographen, eine "begehbare Fotoplatte" in Form einer Drehbühne, die eben diese Elemente seiner Arbeit zusammenführt. Erstmalig präsentierte er ihn auf dem Reykjavik Art Festival 2005, es folgten weitere animatographische Installationen, u.a. The African Twin Towers in Namibia (2005/06).

Seine Themen kreisen beständig um die Frage nach Gott, der Erlösung und dem Sinn aller Kunst. Die Die Verschiebung seiner Bilder und Gedanken durch seine Krebserkrankung bearbeitete er offensiv in seiner Inszenierung Der Zwischenstand der Dinge am Maxim-Gorki-Theater (2008), seinem 2009 im Rahmen der Ruhrtriennale uraufgeführtem Fluxusoratorium Kirche der Angst vor dem Fremden in mir, der ReadyMade-Oper Mea Culpa am Wiener Burgtheater und zuletzt in Koproduktion mit dem Züricher Neumarkttheater und dem Schauspielhaus Zürich mit Sterben lernen – Herr Andersen stirbt in 60 Minuten. Große Aufmerksamkeit erfuhr auch sein 2009 bei Kiepenheuer erschienener Bestseller So schön wie hier kann es im Himmel gar nicht sein! Tagebuch einer Krebserkrankung.

Christoph Schlingensief ist Professor für Freie Kunst an der HfbK Braunschweig und nahm mehrere Lehraufträge wahr, u.a. an der Kunstakademie in Düsseldorf. 2009 war er Jurymitglied der Berlinale. Er wurde mit seinen Inszenierungen mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Helmut-Käutner-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf. Zudem ehrt ihn das Filmmuseum Düsseldorf ab dem 02. März 2010 mit einer umfangreichen filmischen Retrospektive und Ausstellung.

Er gründete die Initiative Festspielhaus Afrika, am 8. Februar 2010 war die Grundsteinlegung für REMDOOGO, das erste Operndorf der Welt in Burkina Faso, Afrika. Mit Via Intolleranza II inszenierte Schlingensief mit Künstlern aus Europa und Burkina Faso das erste Stück materialisierte afrikanische Operndorf-Utopie, das nach Proben in Ouagadougou und Berlin in Brüssel, Hamburg, Wien und München aufgeführt wurde.

Zu seinen letzten Vorhaben gehörte die Einrichtung des Deutschen Pavillons der Biennale in Venedig 2011. Am 21. August 2010 verstarb Christoph Schlingensief in Berlin.

Flyer zur ersten Schlingensief-Gesamtretrospektive 2010/11 im Kino Babylon Mitte, Berlin

Das komplette Bild- und Textmaterial steht zur Verfügung!

mehr... weniger...

Knistern der Zeit - Christoph Schlingensief und sein Operndorf in Burkina Faso (D 2012, 106 min)

von Sibylle Dahrendorf

Ein afrikanisches Bayreuth, eine Oper in Afrika?

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Say Goodbye to the Story (ATT 1/11) (D 2011, 23 min)

von Christoph Schlingensief

Ein Not-Making of, das uns mehr über den Tod einer Geschichte erzählt, als eine Geschichte über den Tod einer Geschichte es könnte.

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The African Twin Towers (D 2005-2009)

von Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief's "Unvollendete" - ein Dokumentarfilm über seinen letzten Dreh, kommentiert von ihm selbst.

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Interviewfilm - Christoph Schlingensief (D 2004, 77 min)

von Frieder Schlaich

Mit 8 Jahren hat der Wahn angefangen. Ein Beweis.

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Freakstars 3000 (D 2003, 75 min)

von Christoph Schlingensief

Schlingensiefs Version der RTL-Show "Popstars"

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Hamlet - This is your family (A 2002, 80 min)

von Peter Kern

Schlingensiefs Züricher Hamlet-Inszenierung

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Ausländer Raus! Schlingensiefs Container (A 2002, 90 min)

von Paul Poet

"Der absolut beste Film über mich!" (Christoph Schlingensief)

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Freund! Freund! Freund! / Scheitern als Chance (DE 1997/1999, 167 min)

von Alexander Grasseck, Stefan Corinth

2 Dokumentarfilme über Christoph Schlingensiefs legendäre Aktionen CHANCE 2000 und 7 TAGE NOTRUF FÜR DEUTSCHLAND!

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Die 120 Tage von Bottrop (D 1997, 60 min)

von Christoph Schlingensief

Der letzte Neue Deutsche Film!

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United Trash (D 1995/96, 77 min)

von Christoph Schlingensief

Eine chaotische Mischung aus Musical und Sexklamotte, aus Agitproptheater, Comicstrip und Actionfilm, mit dem sich Schlingensief ein weiteres Mal den filmischen Konventionen verweigert!

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Udo Kier - Tod eines Weltstars (D 1992, 45 min)

von Christoph Schlingensief

Die ultimative Ode an Udo Kier!

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Terror 2000 (D 1992, 79 min)

von Christoph Schlingensief

I-Trilogie!

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Das deutsche Kettensägenmassaker (D 1990, 60 min)

von Christoph Schlingensief

Sie kamen als Freunde und wurden zu Wurst: Die erste Stunde der Wiedervereinigung!

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100 Jahre Adolf Hitler (D 1989, 55 min)

von Christoph Schlingensief

Die letzte Stunde im Führerbunker, so, wie sie wirklich war!

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Mutters Maske (D 1987/88, 85 min)

von Christoph Schlingensief

Zwischen Lindenstraße und Visconti: das ultimative Remake von Veit Harlans 'Opfergang' (1944)

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Menu Total (D 1986, 81 min)

von Christoph Schlingensief

Meat, Your Parents

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Egomania - Insel ohne Hoffnung (D 1986, 84 min)

von Christoph Schlingensief

Ein anderes Weltende wird es nicht geben!

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Tunguska (D 1984, 71 min)

von Christoph Schlingensief

Die 'Trilogie zur Filmkritik – Film als Neurose' - Schlingensiefs erster Langfilm TUNGUSKA und zwei frühe Kurzfilme

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Christoph Schlingensief - 16mm Kurzfilme (D 1982-1986, 70 min)

von Christoph Schlingensief

Frühe 16mm-Kurzfilme von Christoph Schlingensief!

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Christoph Schlingensief - 8mm-Kurzfilme (D 1968-1977, 70 min)

von Christoph Schlingensief

Frühe 8mm Kurzfilme von Christoph Schlingensief!

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