X-PILATION 2 Heike Ollertz, Isabell Spengler, Katrin Rothe, Said Sharifi, Bode Müller, Jörg Langkau, Michael Busch, D 1996-98, 100 min
Makks Moond: 'Trailer'
1998, Video, 3 min, Farbe, Ton
Heike Ollertz: 'Der Staub der Stadt'
1998, 35 mm, 8 min, s/w, Ton
Isabell Spengler: 'Psychic Tequila Tarot'
1998, 16 mm, 24 min, Farbe, Ton
Katrin Rothe: 'Bis Gras wächst'
1996, 16 mm, 4 min, Farbe, Ton
Said Sharifi: 'In Gottes Haus sind noch Zimmer frei'
1997, 16 mm, 25 min, s/w, Ton
Bodo Müller: 'Amerika #2'
1996, 16 mm, 4 min, Farbe, Ton
Jörg Langkau: 'Die Langdon Connection'
1996, 16 mm, 20 min, s/w, Ton
Michael Busch: 'Words For Windows'
1996, 16 mm, 10 min, Farbe, Ton
Der Staub der Stadt: von Heike Ollertz. Die Streifzüge eines Reisenden durch das nächtliche Prag, dargestellt mit den filmischen und kafkaesken Klischees dieser Stadt. Das auf Fotografien ersichtliche Schauspiel gerät dabei in Bewegung: Die Bilder sind nicht mehr starre Szene, sondern bewegter Vorgang. Texte von D. Holland-Moritz, Musik von Bemhard Steudel. Uraufführung: Berlinale 1998.
Psychic Tequila Tarot: von Isabell Spengler. Durch die grenzenlose Liberalität ihrer Hippie-Eltern des eigenen Willens enteignet, begibt sich Leila auf die Suche nach den Problemen und Idealen anderer Leute. Als selbstgebastelte Wahrsagerin entführt sie eine kalifornische Kundschaft in ihr Auto, um sie dort mit Tequila und Tarotkarten zu behandeln. Ist die Tochter von John Waters und Annie Sprinkle zwangsläufig eine Masochistin oder ist sie schlichtweg größenwahnsinnig? Ein episodisches Roadmovie mit Jsabell Spengler als ihre eigene blank screen Protagonistin Leila. Uraufführung: Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1998.
Bis Gras wächst: von Katrin Rothe. Ein Film über den Tod und das Leben mit Andenken an Tote, mit Fotografien und Gräbern. Eine Frauenstimme zitiert bruchstückhaft Jean Amery: " ... insbesondere, wenn ich bedenke, daß die Welt des Glücklichen eine andere ist, als die des Unglücklichen, und das mit dem Tod die Welt sich nicht ändert, sondern aufhört. Dies ist also der Sinn der Botschaft, die ihren Bestimmungsort nicht erreichen kann, weil es einen solchen nicht gibt." Uraufführung: Internationale KurZfilmtage Oberhausen 1996.
In Gottes Haus sind noch Zimmer frei: von Said Sharifi. 1972 zerstörte ein Erdbeben Managua, die Hauptstadt Nicaraguas. Viele Menschen starben und noch mehr wurden obdachlos. Die Kathedrale von Managua überstand das Beben nur als Ruine, es gab keine Gottesdienste mehr. In den Jahren darauf wurde sie zu einem Treffpunkt ganz anderer Art. Juan, ein alter Mann, erzählt mit seinem Schweigen die Geschichte der Menschen, die hier vorübergehend eine Zuflucht für ihre Träume gefunden hatten. "Wir sind viele - Fröhliche, Verliebte, Traurige. Einsame. Ewige Besucher, auf der Suche nach verlorenen Leidenschaften." Kamera Ralph Netzer, Schnitt Elfi Mikesch. Uraufführung: Havanna Filmfestival1997.
Amerika #2: von Bodo Müller. "Liebe Angelika. Weißt du, daß du es warst, die mich dazu gebracht hat, meine Arbeit mit anderen Augen zu sehen? Und ohne, daß du je einen meiner Filme gesehen hättest, oder daß wir über Film gesprochen hätten. Ich habe gelernt, daß Schönheit nichts mit Geschmack zu tun hat. Und daß sich nur das zu zeigen lohnt, was mir gefällt, oder mißfällt, oder einfach nur auffällt. Und jeder Film, der nicht von mir ist, der nicht mich zeigt, den soll jemand anderes machen.' Found Footage, abgefilmt und chemisch behandelt. Uraufführung: Semana do Cinema Europeu, Porto 1996.
Die Langdon Connection: von Jörg Langkau. Langdon sitzt tagelang in seinem Arbeitszimmer vor einer großen Monitorwand und sieht fern. Sein Leben mit Pris reduziert sich auf Telefongespräche. Während sie miteinander streiten, zappt sich Langdon durch die Programme. Im Apparat treffen sie sich wieder. "Nach all diesen Testreihen wollte Langdon in die Defensive gehen, in irgendeinem Luxushotel eine Reproduktion von sich hinterlassen und in seinem Glaspalast weit draußen jemand anders sein. Wie seit Jahren nicht mehr." Kurzspielfilm mit Jochen Nickel und Jasmin Tabatabai. Uraufführung: Berlinale 1997.
Words For Windows: von Michael Busch. Wenn im Fernsehen außerplan mäßig ein Personenportrait gesendet wird, weiß man unwillkürlich, da ist jemand gestorben. Die Sendetermine richten sich nach dem Todestag, die Produktion der Filme zu Lebzeiten dient auch dem letzten Zweck, daß die Toten aus Anlaß ihres Todes den Lebenden noch einmal lebendig vor Augen geführt werden. Der New Yorker Theater-Avantgardist Reza Abdoh, im Sommer 1995 gestorben, tritt in einen Dialog mit dem gerade verstorbenen Dramatiker Heiner Müller über Transzendenz, Materie und Material. Eine Textlandschaft rauscht vorbei. Im Fernsehen reden die Toten weiter. Uraufführung: Berlinale 1996.



