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Syberberg - Deutsche Trilogie

SYBERBERG - DEUTSCHE TRILOGIE Hans Jürgen Syberberg

3 Filme im handgefertigten Original-Filmkarton (6 DVDs, insgesamt 13 Stunden) inkl. mehrseitigem Booklet mit Hintergrundtexten von Susan Sontag, Boris Groy und Rochell Fack. Limitierte Auflage!

Bei Direktbestellung der Trilogie erhalten Sie die DVD: "Mozart Requiem mit dem Finger gelesen" kostenlos dazu.

HITLER - EIN FILM AUS DEUTSCHLAND

D 1977, ca. 407 min, Farbe und s/w, FSK 16, Regie und Buch: Hans Jürgen Syberberg mit: André Heller, Harry Baer, Heinz Schubert, Peter Kern, Hellmut Lange
Kaum ein deutscher Film der letzten Jahre hat die Meinungen so entschieden geteilt wie HITLER, EIN FILM AUS DEUTSCHLAND von Hans Jürgen Syberberg. Während das Sieben-Stunden Werk hierzulande fast ausnahmslos auf schroffe Kritik stieß, wurde er im Ausland begeistert aufgenommen. In den USA wurde der Film von Susan Sonntag unterstützt und von Francis Ford Coppola im Kino vermarktet.
Dreißig Jahre nach der Premiere des Films in London erscheint er nun erstmals auf DVD, in ungekürzter, autorisierter Fassung und mit deutscher und englischer Sprachfassung. Der Film ist der dritte Teil von Syberbergs "Deutscher Trilogie", zu der neben diesem auch LUDWIG, REQUIEM FÜR EINEN JUNGFRÄULICHEN KÖNIG und KARL MAY gehören. Der lange Film widersetzt sich konventioneller Erzählformen und präsentiert sich als ein Kaleidoskop deutscher Geschichte, als eine Collage aus dokumentarischem Material, Musik, Zitaten aus anderen Künsten und den Studioaufnahmen, denen das Artifizielle zu jeder Zeit unverkennbar anhaftet.

KARL MAY

D 1974, Farbe, FSK: 6, 187 min., Regie und Buch: Hans Jürgen Syberberg mit: Helmut Käutner, Kristina Söderbaum, Käthe Gold, Attila Hörbiger, William Trenk, Marquard Bohm, u.a.
Die Filmbiografie "Karl May" dreht sich um den Versuch des berühmten Schriftstellers, trotz seiner umstrittenen Vergangenheit schriftstellerische Anerkennung zu erlangen.
1975 Deutsches Filmband in Gold!

LUDWIG– Requiem für einen jungfräulichen König

D 1972, Farbe, FSK: 16, 140 min., Regie + Buch: Hans Jürgen Syberberg, Kamera: Dietrich Lohmann, Schnitt: Peter Przygodda mit: Harry Baer, Peter Kern, Peter Moland, Günther Kaufmann, Rudolf Waldemar Brem, Gert Haucke, Ingrid Caven, Hanna Köhler, Daniel Schmid, Monika Bleibtreu, u.a.
Dieser Film ist in gewisser Weise eine Abfolge der 'Lebenden Bilder', die zu dieser Zeit sehr en vogue waren, und die nicht das Leben des bayerischen Königs schildern, sondern das Bild, das sich dieser in seinen Träumereien - die er mit der Realität verwechselte - davon machte. Es ist einer der aufregendsten Filme, der keinem anderen gleicht. (Les Nouvelles Litteraires, 1973)

Weitere Informationen zum Booklet:

Vorwort zum Booklet von Hans Jürgen Syberberg

Warum haben wir diese Texte und und Bilder für eine Box mit dem Titel Deutsche Triologie gewählt. Der Essay von Susan Sontag ist epochal. Für einen Film über einen Hitler aus Deutschland und einen Film ohne Kino-Eignung mit allen Ansprüchen, die einem Film zukommen. Sie hat ihn in Paris gesehen, der Stadt der Ludwig-Entdeckung. Er wurde nach der Überwindung ihrer lebensbedrohenden Krankheit an existenziellem Kreuzweg geschrieben und mit dem Willen danach keinen Text mehr zu schreiben über einen Menschen, es sei denn über sich selbst. Als der Text anlässlich der NY-Premiere 1980 der Review of Books dort den Freunden in der Leitung der Redaktion vorgelegt wurde, wollte man ihn nicht drucken. In Deutschland erwähnte ihn keiner der verlegenen Laudatoren anlässlich der diversen Preise und deren Kommentaren zu biografischen Anlässen der Autorin bis in den Tod. Dieser anschauliche und informative Text ohne akademischen Ballast ist für sich ein Vergnügen hohen Ernstes, mit dem Film ist er eine kulturhistorische Kostbarkeit höchster Interpretationskunst. Alles immer im Kontext von Geschichte und ästhetischem Interesse. Aus profunder Situation des Kinos und eines Landes und der Autorin.
Der Text von Boris Groys erschien zur Ausstellung des Films DIE NACHT in Wien 2008 in dem begleitenden Buch mit den Titel „Film nach dem Film“, wozu das Gesamtwerk nun läuft und markiert. Die Schlichtheit seiner Argumentation zeigt den Kenner dieser Möglichkeiten des Films seit der „Höhle der Erinnerung“ in der Documenta vor 10 Jahren und markiert den Weg, der hier in Anspruch und Form gewollt ist.
Auch der Text von Rochelle Fack aus Paris erscheint in diesem Buch zur selben Installation derselben NACHT, 6 Wochen jeden Tag 6 Stunden lang in einem Raum von 40 Meter Länge und 20 Meter Höhe auf einer 8x6 Meter Leinwand in leerem Raum rundum lauten Getöses, und er führt von jenem Hitler in eben diesen Monolog, der hier zwangsläufig kommen musste, wie dieser zur Wiedererrichtung des Ortes, von dem alles seinen Ausgang nahm und von wo nun diese Herausgabe der DVDs kommt.
Die Kritiken zum Ludwig-Requiem im Paris des Jahres 1973 eröffneten neben Visconti‘s Ludwig aus den Schlössern eine Diskussion über die Erweiterung des Filmbegriffs aus der Virtualität ganz anderer Welten unserer geistigen und poetischen Möglichkeit.
Das Leben von Karl May im Film, von Henri Langlois entdeckt und von Ernst Bloch mit Tränen in der Stimme begrüsst, war der Lieblingsfilm von Edith Clever aus dieser Reihe. Er verbindet nicht nur Ludwig mit diesem Hitler und damit die 100 Jahre, die hier umrissen sind. Er wurde vorwiegend ausserhalb des Studios gedreht und mit Darstellern aus der Zeit des Leben bestimmenden Kinos ihrer Zeit, die der Ufa gehörte.
Die Fotos aus NY von Helga E. Syberberg aufgenommen, anlässlich der Premiere des Films dort selbst 1980, dokumentieren die heitere und angespannte Situation eines Hitler aus Deutschland in den USA, wie jene Fotos 10 Jahre später nach dem Fall der Mauer im Berlin von Hans Pölkow die Veranstaltung in der östlichen Akademie von Heiner Müller zur Ehrenrettung nach einer Vorführung des Hitler nun auch im Osten, und zusammen mit Kleists Marquise und Penthesilea an zwei auf einander folgenden Abenden als Monologe, wie nie. Hans Pölkow aber war der Freund aus den Tagen der Schulen in Rostock, woher beide zusammen kamen.

HJS, Nossendorf, Ende Februar 2008

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