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Otomo

OTOMO Frieder Schlaich, D 2000, 82 min

Zwei Ausnahmeschauspieler in einem international preisgekrönten deutschen Film!

Stuttgart im August 1989. Eine simple Fahrausweisprüfung in der Straßenbahn löst eine Tragödie aus: Der Asylbewerber Frederic Otomo wird bei einer Kontrolle festgehalten und gerät in Panik. Als er wenige Stunden später auf einer Brücke gestellt wird, ersticht er zwei Polizisten.
Nach einem authentischen Fall.

„Blutbad auf offener Straße“ titelt eine Tageszeitung und berichtet von „einem der schwersten Verbrechen in der Geschichte der Stadt“, die Boulevardpresse weiß: „Der Schlächter wollte morden.“ Der Innenminister unterbricht seinen Urlaub und will den Schusswaffeneinsatz von Polizeibeamten neu überdenken, allenthalben wird der Ruf nach einer Verschärfung der Asylgesetzgebung laut. Die Volksseele kocht.

Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel entschließt sich, während der Trauerfeier für die ermordeten Polizisten eine längere Rede zu halten als ursprünglich geplant. Als Stadtoberhaupt, so Rommel, müsse er mäßigend wirken, für alle Bürger da sein, für Einheimische wie für Ausländer, für Hellhäutige wie für Dunkelhäutige. Rommels Ausspruch „Es hätte auch ein Weißer, es hätte auch ein Schwabe sein können“, der die Wahnsinnstat beging, ruft in der Bevölkerung heftigste Reaktionen hervor. In den Leserbriefspalten der Tageszeitungen melden sich empörte Bürger zu Wort, der OB erhält zahlreiche anonyme Droh- und Schmähbriefe, selbst Parteifreunde missbilligen Rommels beschwichtigende Äußerungen.

Chronologie der Ereignisse, erstellt nach dem Polizeibericht

6:14 Uhr: Bei der Funkleitzentrale der Polizei geht die Meldung über den Zwischenfall in der Straßenbahn ein. Ein Streifenwagen fährt zum Tatort, ohne jedoch einen Tatverdächtigen festzustellen.

6:50 Uhr: Die Fahndung im Bereich Großmarkt/Schlachthof wird eingestellt.

9:07 Uhr: Die Polizeibeamten Harald Poppe und Peter Quast sehen auf der Ulmer Straße einen Schwarzafrikaner in Richtung Gaisburger Brücke laufen und fragen bei der Funkleitzentrale an, ob die Fahndung noch besteht.

9:12 Uhr: Die Beamten erklären Otomo in englischer Sprache, weshalb er angehalten wird, und fordern ihn auf, mit zur Wache zu kommen. Ein weiterer Streifenwagen und ein VW-Bus der Polizei treffen ein.

9:17:41 Uhr: Funkspruch aus dem VW-Bus, dass Otomo Widerstand leiste. Er sticht mit einem Bajonettmesser auf die ihn umringenden Beamten ein, wird von mehreren Pistolenschüssen verletzt und versucht, in Richtung Schleyer-Halle zu entkommen.

9:17:56 Uhr: Notruf an die Funkleitzentrale aus dem VW-Bus: „Dringend Notarzt zur Gaisburger Brücke, mehrere Kollegen durch Bauch ... zwei Notärzte, der Neger ist wahrscheinlich tot ... erschossen.“ Otomo wird von zwei Schüssen des schwer verletzten Harald Poppe von vorn und drei Schüssen eines anderen lebensgefährlich verletzten Polizisten tödlich getroffen. Poppe und Quast sterben wenig später an den Folgen der erlittenen Messerstiche.

Rekonstruierter Lebenslauf des Frederic Otomo alias Albert Ament

06.08.1941 geboren in Mbassila-Saá, Kamerun 10.03.1966 1. Pass für Frederic Otomo wird in Yaunde/Kamerun ausgestellt Ab 1968 lebt Otomo in verschiedenen Hotels in Straßburg 01.02.1973 Auf dem Generalkonsulat von Kamerun in Paris wird Otomos Pass bis 1976 verlängert 20.05.1973 Mit einem Kurzvisum reist Otomo nach Barcelona, von wo aus er mit einem Touristenvisum nach New York weiterfliegt. Nach Ablauf des Visums setzt ihm die Ausländerbehörde die Frist, bis zum 16.09.73 die USA zu verlassen. Er erhält ein Durchreisevisum für Luxemburg. 27.09.1973 Otomo verlässt Luxemburg und stellt Anfang 1973 in Straßburg einen Visumantrag für die USA 03.02.1974 In den USA schreibt er sich als Student ein. Seine Aufenthaltsgenehmigung gilt bis zum 02.07.74 und wird bis zum 30.06.75 verlängert. Er bleibt aber über diesen Termin hinaus in den USA. 06.04.1976 Auf der Botschaft von Kamerun in Washington lässt Otomo seinen Pass verlängern 19.02.1978 Otomo wird in New Orleans aufgegriffen und von der zentralen Einwanderungsbehörde in Texas in Abschiebehaft genommen 15.03.1978 Die Botschaft von Kamerun stellt einen Passierschein zur Abschiebung nach Kamerun aus 23.03.1978 Weil Otomo die USA freiwillig verlassen will, wird die Abschiebehaft aufgehoben. Bis zum 23.04.78 muss er die USA verlassen. Nachdem das deutsche Generalkonsulat seine Einreise abgelehnt hat, schreibt Otomo an die deutsche Botschaft in Washington und bittet um eine Studienmöglichkeit in Deutschland. 29.04.1978 Otomo wird an die Elfenbeinküste abgeschoben und fliegt am selben Tag nach Kamerun weiter 07.06.1981 Otomo trifft auf einem Frachtschiff in Deutschland ein 11.06.1981 Erste polizeiliche Anmeldung in Dortmund unter dem Namen Albert Ament. Er besitzt keine Papiere und gibt sich als liberianischer Staatsbürger aus. 28.04.1982 Sein Asylantrag wird abgelehnt. Er erhält einen Fremdenpass, der bis zum 13.11.83 gültig ist. Juni 1982 Die Stadt Dortmund fordert ihn auf auszureisen und droht mit Abschiebung. Otomo erhebt Einspruch beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, dieser wird abgelehnt. Die Abschiebung wird angeordnet. 06.02.1984 Weil er keine Papiere auf den Namen Ament besitzt, kommt Otomo aus der Abschiebehaft frei. Da seine Identität nicht festzustellen ist, kann ihm aber kein Fremdenpass ausgestellt werden. Otomo gibt an, in die USA ausreisen zu wollen. Daraufhin wird seine Aufenthaltsgenehmigung auf den Raum Stuttgart ausgedehnt, damit er bei der US-Armee arbeiten kann. 09.07.1987 Ein Duldungsvertrag bis zum 06.01.88 ermöglicht Otomo, im Stuttgarter Kolpinghaus zu wohnen. Er beantragt einen deutschen Pass mit der Begründung, sein Vater sei von der deutschen Kolonialwehrmacht getötet worden. Er droht, Amok zu laufen. 30.06.1988 Er kommt für vier Monate ins Gefängnis, nachdem er in der S-Bahn zwei Kontrolleure mit einem Messer bedroht hat 26.08.1988 Die Behörden versuchen weiterhin, die Identität von Albert Ament festzustellen 24.04.1989 In einem Brief an das Auswärtige Amt bedroht er den Außenminister und verlangt Entschädigung für die Zeit in Abschiebehaft 01.05.1989 Otomo mietet eine Wohnung in Bad Cannstatt, bleibt aber im Kolpinghaus gemeldet. Der Caritasverband unterstützt seine Bitte um einen Fremdenpass. 09.08.1989 Otomo wird bei einer Fahrscheinüberprüfung in der Stuttgarter Straßenbahn fälschlicherweise des Schwarzfahrens beschuldigt und entfernt sich unter Anwendung von Gewalt aus der Bahn. Der Prüfer erstattet Anzeige. Wenige Stunden später versuchen mehrere Polizisten, Otomo festzunehmen. Mit einem Messer tötet Otomo zwei Beamte und verletzt drei weitere schwer. Er selbst wird durch drei Schüsse getötet.

Zur rechtlichen Stellung Aments/Otomos seit 1987: Duldung Nachdem Aments Asylantrag abgelehnt wurde, erging eine Abschiebeverfügung. Sie konnte jedoch nicht vollstreckt werden, weil es nicht gelang, für Ament entsprechende Papiere zu besorgen. Die liberianische Botschaft in Bonn weigerte sich, Ament einen Pass auszustellen mit der Begründung, er sei nicht als liberianischer Staatsangehöriger geführt. Die Abschiebung ist ein Doppelakt: Dem Willen des Abschiebelandes muss die Bereitschaft des Aufnahmelandes gegenüberstehen, den Flüchtling zurückzunehmen. Die Duldung verschafft dem Ausländer kein der Aufenthaltserlaubnis vergleichbares Recht. Im Gegenteil: Die zwanghafte Entfernung wird nur aufgeschoben. Die Duldung ist zeitlich befristet. Sie muss in der Regel alle zwei bis drei Monate verlängert werden.

Isaach de Bankolé zu Otomo

Jeder trägt Gewalt in sich. Wir versuchen, sie unter Kontrolle zu halten. Darin besteht der Unterschied zu den Tieren. Aber wenn die Wut zu stark ist, sind wir nicht mehr unsere eigenen Herren. Wenn man diesen Punkt überschreitet, ist das ein Schritt ohne Wiederkehr.

OTOMO ist die Geschichte eines Mannes, der jahrelang in einer Stadt lebte. Er hatte keine Freunde und war weit entfernt von der Welt, in der er aufwuchs. Er hatte keine Papiere. In dem Stress hat er den Verstand verloren. Auf der Brücke will er sein Leben nur noch gegen das der Polizisten aufrechnen. Wenn er einen tötet, bevor sie ihn töten, sind sie gleich. Wenn er zwei oder drei tötet, ist er in seinem Tod der Sieger. Die Geschichte zeigt die Einsamkeit der Leute in der Großstadt.

Bevor wir den Film drehten, ging ich in einige Asylunterkünfte. Vor allem in solche, in denen viele Leute aus Nigeria, Ghana und Kamerun untergebracht waren. Weiße Flüchtlinge aus Osteuropa wurden besser behandelt als schwarze Flüchtlinge. Die Flüchtlinge können legal in einem Land leben, aber sie können nicht arbeiten. Das ist lächerlich, denn wenn Sie mir erlauben, in Ihrem Haus zu wohnen, und nicht wollen, dass ich arbeite, müssen Sie mich füttern.

Frieder Schlaich erinnert mich ein wenig an Jim Jarmusch. Beide proben intensiv vor den Aufnahmen. Als ich das Skript bekam, fühlte ich mich dem Charakter vertraut. Ich dachte, das sei für mich geschrieben.

Besetzung

ISAACH DE BANKOLE wurde 1959 in Elfenbeinküste geboren. Zum Studium der Mathematik und Physik zog er nach Paris, nach dem Studium besuchte er dort eine Schauspielschule. Für seine Rolle in dem Film „Black Mic Mac“ (1986) gewann der in Frankreich als Theaterschauspieler bekannt gewordene Isaach de Bankolé den César als vielversprechendster Jungschauspieler. In den folgenden Jahren drehte er mehrere Kinofilme, darunter zwei unter der Regie von Claire Denis: „Chocolat“ (1988) und „S’en fout la mort“ (1990). Sein Erfolg als Pariser Taxifahrer in Jim Jarmuschs „Night on Earth“ (1991) machte Bankolé auch in den USA bekannt, unter anderem ist er in James Ivorys „The Soldier’s Daughter Never Cries“ zu sehen. Zu seinen Arbeiten gehören weitere Filme von Jim Jarmusch wie „Ghost Dog: The Way of the Samurai“ und „Coffee and Cigarettes“ sowie Lars von Triers „Mandalay“.

EVA MATTES In der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Eva Mattes, die in Theaterinszenierungen und Filmen so namhafter Regisseure wie Werner Herzog, Franz Xaver Kroetz, Heiner Müller, Michael Verhoeven, Josef Vilsmaier und Peter Zadek auftrat, durch ihre Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder. In „Ein Mann wie Eva“ zeichnete sie ein grandioses Porträt des kurz zuvor verstorbenen Regisseurs, für die Produktionen „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ und „Wildwechsel“ erhielt sie 1972 gleich zweimal das Filmband in Gold. Ungefähr zeitgleich mit OTOMO war Eva Mattes in Didi Danquarts Film „Viehjud Levi“ in den deutschen Kinos zu sehen. In den jüngsten Jahren ermittelt sie u. a. im „Tatort“ als Kriminalkommissarin Katharina Blum.

KLAUS POHL (Drehbuch) Geboren 1952 in Rothenburg ob der Tauber. War nach seiner Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Berlin Schauspieler, u. a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Thalia Theater Hamburg und am Schauspielhaus Zürich. Sein erstes Stück „Da nahm der Himmel auch die Frau“ wurde 1979 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. 1984 wurde er in der Kritikerumfrage von "Theater heute" zum Dramatiker des Jahres gewählt. Für „Das Alte Land“ erhielt er 1985 den Mühlheimer Dramatikerpreis. 1987 wurde er mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis und 1990 mit dem Ernst-Schneider-Preis ausgezeichnet. Neben Stücken hat er außerdem Drehbücher, Hörspiele und Essays geschrieben und arbeitet weiterhin als Schauspieler, seit 1980 auch als Regisseur. Er lebt in Wien und New York. (Rowohlt Verlag)

Buch & Regie Der 1961 in Stuttgart geborene FRIEDER SCHLAICH studierte visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Zusammen mit Irene von Alberti gründete er 1987 die Filmgalerie 451, eine Verbindung aus cineastisch orientiertem Videoverleih, Videovertrieb und Filmproduktion. Neben mehreren Kurzfilmen drehten sie bereits 1985 gemeinsam in Algerien den Film „Ténéré – das Land da draußen“. Schlaichs erster Spielfilm „Paul Bowles – Halbmond“ erhielt 1995 den Preis der deutschen Filmkritik und weitere Auszeichnungen. Der Kurzfilm-Compilation „99 € FILMS“ steuerte er „Die schöne Fremde“ bei (nach einer Szene aus Klaus Pohls gleichnamigem Theaterstück). Als Produzent realisierte er u. a. 2002 den Film „Goff in der Wüste“ von Heinz Emigholz und 2003 „Freakstars 3000“ von Christoph Schlingensief, 2005 den Episodenfilm „Stadt als Beute“ von Irene von Alberti, Miriam Dehne und Esther Gronenborn und zuletzt Christoph Schlingensiefs „The African Twintowers“.

Auszug aus einem Brief von Klaus Pohl an Frieder Schlaich im März 1997

(...) Auf welch schwankendem Boden wir in dieser für unsere Zeit der so genannten Globalisierung mit der so komplizierten Frage stehen, zeigt die stupide und brutale Behandlung des Fremden. Es gibt keinerlei ethisch-moralische Begrifflichkeit für diese Frage. Es gibt nur die Begrifflichkeit der Bürokratie. Das Versagen der Philosophie und der öffentlichen Moral, das Versagen der Religion und die Gottlosigkeit unserer Gesellschaften wird hinter einer tödlich aufgeblähten Bürokratie versteckt. Und wie tödlich Bürokratie ist und ihrem Wesen nach immer sein muss und sein wird, dies wissen wir seit Franz Kafka sehr, sehr genau. Dennoch schweigen die Philosophen, schweigen die Kirchen. Es gibt nur ein immer wieder aufflackerndes sentimentales Aufstöhnen, wenn wieder einmal ein drastischer Fall die Blutspur in die Medien gefunden hat (...). Es liegt an jedem selbst zu fragen, was der Mensch ist – und danach zu handeln. Der Begriff des „Fremden“ wird ja nur deshalb gebraucht, um aus doppelt niedrigen Beweggründen aus dem Menschen eine Sache zu machen.

Pressestimmen zum Film

„Der handwerklich präzise und ideal besetzte Film folgt einer Dramaturgie der skandalösen Zufälligkeit, in der Banalitäten zur Katastrophe führen. Filmisch reflektierte Studie über die Eskalation von Gewalt und das Zerbrechen von Träumen.“ Filmdienst

„Nicht das Was macht diesen Film aus, sondern das Wie: eine Vielzahl von kleinen Details, kleinen Brüchen in der Milieuschilderung, Lügen, Missverständnisse, Unwägbarkeiten. Keine einzige Szene zielt auf den Aha-Effekt, beinahe jede Nebenfigur steht einen Schritt weit neben dem zu erwartenden Klischee; weit genug, um zu überraschen, nah genug, um das Verhältnis der Fremdenfeindlichkeit auf der einen, der Frustration und Zermürbung auf der anderen Seite überzeugend darzustellen. So zwangsläufig die Geschichte in die Katastrophe mündet, eine Verkettung von Unglücken, befördert durch Dummheit und den alltäglichen Rassismus, so erzählt der Film nur eine Version der Ereignisse. Frieder Schlaich hat sie überzeugend inszeniert und lässt doch viele andere denkbar erscheinen. ‚Otomo’ liefert keine einfachen Erklärungen. Sowohl die von Isaach de Bankolé mit großer Nüchternheit verkörperte Figur des Otomo als auch die beiden ungleichen Polizisten sind komplexe Charaktere, die der Film beobachtet, aber nicht festlegt. Was sich wirklich ereignet hat, ist immer noch der Fantasie des Zuschauers überlassen.“ Christoph Terhechte, tip Berlin

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Pressestimmen

Mit hervorragenden Darstellern gelingt es dem Film, das Verhältnis von Fremdenfeindlichkeit und Frustration, Zermürbung und Gewalt darzustellen, ohne auf einfache Erklärungen zu verfallen. Sehenswert! (Tip Berlin)

Der handwerklich präzise und ideal besetzte Film folgt der Dramaturgie der skandalösen Zufälligkeit, in der Banalitäten zur Katastrophe führen. Filmisch reflektierte Studie über die Eskalation von Gewalt un das Zerbrechen von Träumen. (film-dienst 22/99, Ulrich Kriest)

Frieder Schlaich hat einen packenden Film nach dem damals bundesweit Aufsehen erregenden Fall gedreht, einen Film, der nüchtern und analytisch die nervenaufreibende Situation von Asylanten unvoreingenommen - aus der Sicht Otomos und zweier Polizisten - darstellt. Jener folgenschwere Zwischenfall in der Straßenbahn und die spätere Bluttat - sie beide sind authentisch. Die Stunde Film dazwischen ist fiktiv, aber Regisseur und Drehbuchautor konnten an die historisch verbürgten Fakten nahtlos anknüpfen. Mit diesem Spielfilm zeigte die ZDF-Redaktion "Das kleine Fernsehspiel" wieder einmal engagiert Flagge, was Fremdenfeindlichkeit in Deutschland angeht. (Mannheimer Morgen 31.10.2000, Holger Gumprecht)

Preise und Festivals