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Ostkreuz

OSTKREUZ Michael Klier, D 1991, 81 min

Berlin 1989. Die 15-jährige Elfie (Laura Tonke) und ihre Mutter kommen nach der Flucht über Ungarn in ein Containerlager im Westteil der Stadt. Während sich ihre Mutter mit der Lage abfindet, setzt Elfie alles daran aus der kalten Randstadtwelt auszubrechen. Bei ihren Versuchen Geld aufzutreiben, lernt sie den jungen Polen Darius kennen und wird in seine Schwarzmarktgeschäfte verstrickt. Auf ihren Streifzügen trifft Elfie auf den gleichaltrigen Edmund, der von seinen Eltern bei ihrer Flucht in Ostberlin zurückgelassen wurde. Zögernd nähern sich die beiden an.

Michael Klier über OSTKREUZ (im Presseheft zum Kinostart 1992):

"Vor meiner Tür liegt Ostberlin, wo der Film zum größten Teil spielt. Die Stadt zeigte sich nach ihrer Öffnung von ihrer zeitlosen und gleichzeitig science-fiction-haften Seite. Sie war mir fremd. Die Zeit dort ist stehengeblieben und ich wollte unbedingt dort drehen, bevor diese Zeit verschwunden sein würde. Ich fühlte mich an Rosselinis 'Deutschland im Jahre Null' erinnert, der hier in den Nachkriegsruinen gedreht worden war - und in dem übrigens wie in meinem Film ein halbes Kind die Hauptfigur ist. Wir haben zwar nicht gänzlich in Ruinen gedreht, aber Ostberlin scheint uns ziemlich entblößt und nackt. OSTKREUZ ist ein Film, der in einem Dekor der Vergangenheit von der Zukunft handelt."

Kurzbio von Michael Klier: Geboren in Karlsbad, gelernter Theatermaler, längerer Parisaufenthalt, Studium Philosophie und Geschichte an der FU Berlin, ehemaliger Vereinsfußballer. Porträts - über Rossellini, Truffaut, Godards Kameramänner, u.a. DER RIESE (Doku). Hessischer Filmpreis , Preis der deutschen Filmkritik. u.a. für ÜBERALL IST ES BESSER, WO WIR NICHT SIND, Regiepreis Filmfest München, Bayrischer Filmpreis, Kritikerpreis, Publikumspreis Locarno, u.a. für OSTKREUZ, Drehbuch „Der Rote Kakadu“ (D.Graf).Weitere Kinofilme FARLAND, ALTER UND SCHÖNHEIT, Regie - Dozent an deutschen Filmhochschulen, lebt z. Zt. in Berlin.

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Pressestimmen

Michael Kliers Film von 1991 kann mittlerweilse als Klassiker des neueren deutschen Films bezeichnet werden. (Zitty Berlin, 13/2010, Martin Schwarz)