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Neuland

NEULAND Daniel Kunle, Holger Lauinger, D 2007, 74 min

Ein Reisebericht durch die ostdeutsche Transformationslandschaft

NEULAND ist ein Dokumentarfilm über das Leben in schrumpfenden Regionen Ostdeutschlands. Es werden 18 Helden des Alltags portraitiert, die mit ihren außergewöhnlichen Projekten räumliches wie gesellschaftliches „Neuland“ betreten. Die streitbare Dokumentation beschreibt schonungslos aktuelle Problemsituationen und stellt innovative Lösungsansätze vor.

Ein Arbeitsloser mobilisiert „Überflüssige". Ein Rechtsanwalt experimentiert mit Geld. Ein Sozialwissenschaftler spricht von ländlichen Ghettos, Jugendliche über ihre Zukunft in einer sterbenden Stadt. Ein Pionier will im toten Kraftwerk eine lebendige Brauerei. Eine Frau schließt das letzte Kino der Stadt. Ein Bauer kämpft für ein energetisch autarkes Dorf. Eine Kommune zieht in eine ehemalige Puppen-Fabrik. Kulturschaffende wehren sich gegen Nazis. Ein Politiker sieht in regenerativen Energien die Zukunftschance. Neue Siedler besetzen ländlichen Raum. Sie alle leben in NEULAND

Werden wir verschiedene Gesellschaften in unterschiedlichen Räumen haben? Im September 2004 sorgte die Infragestellung der „Notwendigkeit gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Regionen Deutschlands" durch den Bundespräsidenten Horst Köhler für einen kurzen Aufruhr in den Medien des Landes. Nachhaltig aber sind die Probleme, mit denen sich heute zahlreiche Regionen konfrontiert sehen. De- oder Hyperindustrialisierung sind verantwortlich für eine hohe flächendeckende Arbeitslosigkeit. Die Kommunen sind aussichtslos verschuldet. Zunehmend können Infrastrukturleistungen nicht mehr aufrecht erhalten werden. Den disparaten Regionen laufen die Menschen davon. Wenn aber „Gleichwertigkeit“ nicht mehr garantiert wird, könnte dann aus dem „Schattenreich der Globalisierung“ nicht auch ein „Neuland“ für Experimente, Lebens- und Arbeitsweisen jenseits bzw. parallel der aktuellen Vergesellschaftung entstehen?

NEULAND ist ein Reisebericht durch die ostdeutsche Transformationslandschaft. Die Verdichtung von Realitätsfragmenten unterschiedlicher Akteure, von Pionieren und ihren Projekten regt an, Neuland zu denken.

Mit: Rainer Land (Netzwerk Ostdeutschlandforschung), Horst Wilke (Bürgermeister Neulietzegöricke), Stefan Paulisch (FH Reichenbach), G. Hartmann (Ladeninhaber Harz4, Weißenfels), Michael Maurer (Die „Überflüssigen", Jüterbog), Andreas Willisch (Thünen-Institut, Bollewick), Stefan Helfer & Freunde (Bitterfeld), Karin Fahnert (Filmfabrik Wolfen), Melanie Haller & Stephan Meister (Netzwerk Demokratische Kultur, Wurzen), Hajo Schubert (Kraftwerk Plessa), Danny Hübner & Daniel Weller (Vogtland Schneckenzucht), Falk Selka (Buffalo Ranch, Neukieritzsch), Frank Jansky (Der „Urstromtaler", Güsen), Andreas Tornow (Biomassehof Müritz, Varchentin), Hermann Scheer (MDB, Berlin), Eva Stützel (Ökodorf Siebenlinden), Dodo Ender & Lothar Mentz (Kommune Waltershausen)

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Pressestimmen

Es ist eine hochspannende Entdeckungsreise, eine verblüffende Durchmessung des Raums, eine Achterbahnfahrt, auf die man sich mit den beiden Dokumentarfilmern begibt. Sie konstatieren nüchtern die Lage, ohne je larmoyant zu werden. Sie stellen Helden des Alltags vor, die erfinderisch gesellschaftliches wie räumliches Neuland erobern – Scheitern nicht ausgeschlossen. (...) „Neuland“ gewinnt Zuschauer mit unsentimentaler Empathie, Sinn für Ironie und große Neugier. (epd medien)