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Kleist Trilogie - Filme von Hans Neuenfels

KLEIST TRILOGIE - FILME VON HANS NEUENFELS Hans Neuenfels, D 1983-1988, 384 min

Hans Neuenfels' klassische Literaturverfilmungen von Heinrich von Kleists Trauerspielen "Penthesilea", "Familie Schroffenstein" und seinem wichtigsten Essay "Über das Marionettentheater", erstmals auf DVD, digitally remastered, 3 Digipacks im Schuber.

HEINRICH PENTHESILEA VON KLEIST, D 1983, 35mm, 1:1,66, 144 min
Nach dem Trauerspiel »Penthesilea« von Heinrich von Kleist

In dem Film verknüpfen sich drei Ebenen: Zentrum ist Kleists Schauspiel »Penthesilea«. Wie aus der Ferne betrachtet Kleist die Beziehung Mann-Frau, wenn er ins mythische Griechenland verlegt, was ihm in Preußen seinerzeit zum Problem wurde und es auch für uns geblieben ist. Die Assoziationen des Regisseurs während der Arbeit bilden die zweite Ebene. Realität und Fantasie vermischen sich zu einer imaginären Biografie Kleists, der dritten Ebene. Am Ende des Films ist Kleist mit seiner Titelfigur »Penthesilea« identisch.

Mit Elisabeth Trissenaar, Hermann Treusch, Verena Peter, Lieselotte Rau, Nicole Heesters, Berta Drews, Hans Neuenfels und anderen


DIE FAMILIE ODER SCHROFFENSTEIN, D 1984, 16mm, 1:1,38, 130 min
Nach dem Trauerspiel »Familie Schroffenstein« von Heinrich von Kleist

Die verwandten Adelsfamilien der Rossitz und der Warwands belauern sich argwöhnisch und hasserfüllt, seit ein Erbvertrag festlegt, dass die gesamten Güter jeweils der überlebenden Linie zufallen sollen. Wie soll sich da die Liebe zwischen den Kindern Agnes und Ottokar schützen können? Getötet von den eigenen Vätern liegen sie in ihrem Blut. Ein radikales Drama über den Begriff »Familie«.

Mit Ulrich Wildgruber, Annemarie Düringer, René Hofschneider, Stefan Wieland, Peter Palitzsch, Hermann Treusch, Sabine Sinjen, Angela Schanelec, Lore Stefanek und anderen


EUROPA UND DER ZWEITE APFEL, D 1988, 35mm, 1:1,66, 110 min
Nach dem Essay »Über das Marionettentheater« von Heinrich von Kleist

Hans Neuenfels setzt sich in dem Film EUROPA UND DER ZWEITE APFEL mit dem wichtigsten Essay Kleists »Über das Marionettentheater«, das ein Schlüssel zum Kleistschen Gesamtwerk ist, auseinander. Im Mittelpunkt steht Kleist  dabei selbst.

Mit Hans-Michael Rehberg, Ingo Hülsmann, Elisabeth Trissenaar, Bernhard Minetti, Mathieu Carrière, Irm Hermann, Lola Müthel, Eva Evdokimova, Klaus Maria Brandauer und anderen

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Pressestimmen

Wohl kaum ist auf deutschen Bühnen und Leinwänden Kleist je entschlossener gedacht worden! Und sicher wurde er nie klarer gespielt und gesprochen. Die Besetzungsliste der drei Filme liest sich wie ein Schauspielmanach der 1980er, von Sabine Sinjen bis Bernhard Minetti, von Nicole Heesters bis Klaus Maria Brandauer (in einer stummen Rolle als menschliche Marionette!). Hans Michael Rehberg und Ulrich Wildgruber waren wohl kaum je so zurückgenommen präzise zu erleben, und was Hermann Treusch als Achill und Elisabeth Trissenaar als Penthesilea zeigen... muss man sehen! (Die deutsche Bühne 3/2014, Andreas Falentin)

Filme aus den Achtzigern, ohne Scheu vor großen Gesten, üppigen Bildern, vor Glanz und Kulisse - und doch stets nah an Kleists Worten. Woran sonst? (Süddeutsche Zeitung/01.12.2013, Jens Bisky)

Er habe gespürt, dass in Heinrich von Kleists Penthesilea eine Wucht stecke, die eines anderen Mediums bedürfe. Also wechselte Regisseur Hans Neuenfels Anfang der 1980er von der Bühne hinter die Kamera. Aus seiner Auseinandersetzung mit Kleist wurde schließlich eine Trilogie, die jetzt erstmals auf DVD vorliegt. Kleist lässt Hans Neuenfels auch ein Vierteljahrhundert nach Abschluss seiner Trilogie nicht los. In jeder Sekunde des dreiteiligen Interviews, das Sohn und Kameramann Benedict Neuenfels mit seinem Vater für das Bonusmaterial der DVDs geführt hat, ist dies zu spüren. Dort spricht der 1941 in Krefeld geborene Regisseur immer noch mit Verve vom Dichter mit der Frauenseele – ungebremst und klug. (kino-zeit.de, Januar.2014, Falk Straub)

Außerordentlich verdienstvoll ist diese Edition der drei 1984, 1983 und 1988 entstandenen, jahrelang nicht greifbaren Filme, die aus Neuenfels‘ Auseinandersetzung mit Kleist hervorgegangen sind, und ausgestattet sind die DVDs jeweils mit einem Booklet und einem Interview, in dem der renommierte Kameramann Benedict Neuenfels seinen Vater nach dessen Motivation befragt. (ray Filmmagazin, 28.3.2014, Alexandra Seitz)

Preise und Festivals