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Ich will mich nicht künstlich aufregen

ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN Max Linz, D 2014, 84 min

Ein politisches Manifest im Spielfilmformat.

Asta Andersen, Kuratorin für zeitgenössische Kunst, ist eine moderne Kämpferin, tough, durchgestyled, theoriegestählt, das gängige Vokabular der Kulturszene perlt ihr elegant von den Lippen. Durch kritische Äußerungen in einem Radio-Interview verscherzt sie es sich mit ihren Geldgebern, öffentliche Mittel werden auf Eis gelegt.
Im Streit um die Finanzierung ihrer Ausstellung „Das Kino. Das Kunst.“, für die Hannelore Hoger unhörbare Empfehlungen in das Ohr des Bundespräsidenten flüstert, sucht sich Asta schließlich internationales „backing“ bei einem indischen Freund, der zum Glück zufällig vor Ort ist, als es irgendwo im Grünen zur folgenreichen Begegnung mit ihrer Widersacherin, Frau Ober-Kultur-Intenzentin, kommt.

DER REGISSEUR ÜBER SEINEN FILM

»Mit der Setzung einer Kuratorin als Hauptfigur wollte ich die Beschäftigung mit dem Kino direkt in einem Spielfilm thematisieren, ohne dafür auf reflexive Manöver wie den Film-im-Film zurückgreifen zu müssen. Die Kuratorin geht davon aus, dass die Migration von Filmemacher_innen aus dem Kino und dem Fernsehen in andere Bereiche der Bildproduktion, zum Beispiel ins Feld der bildenden oder visuellen Künste, eine Art politisches Exil ist. Dafür spielen unserer Ansicht nach zwei Aspekte eine wesentliche Rolle: zum einen eine bestimmte politisch so gewollte Ökonomie des Kinos, zum anderen ein Diskurs, der immer noch weiter eingrenzt, was Kino ist, um bestimmte Traditionen durchzusetzen oder aufrechtzuerhalten. Dass beide Befunde eine lange Geschichte haben, wird am Anfang des Films deutlich, wenn zwei Zitate vorgelesen werden, eines von Horkheimer/Adorno aus dem Kulturindustrie-Kapitel in ›Dialektik der Aufklärung‹, gefolgt von einem Eintrag aus Brechts ›Arbeitsjournal‹.« Max Linz

ALS DIE MAUER NOCH STAND, KONNTE DER REAKTIONÄR ZUR KRITIKERIN SAGEN: DANN GEH DOCH RÜBER. HEUTE HEISST ES: VIELLEICHT BIST DU BEI DER BILDENDEN KUNST BESSER AUFGEHOBEN. Asta Andersen

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Pressestimmen

Update eines genuin politischen Kinos unter gegenwärtigen Produktionsbedingungen. (taz)

Durchweg selbstreflexiv-komödiantisch. Erinnert an das intelligente politische Kino der späten 1960er Jahre. (NZZ)

Kreuzberg-Bewohner, Schlingensief-Schauspielerin Kerstin Grassmann und Berliner Kulturarbeiter, machen Gymnastik mit Theorie und mit Brecht Yoga. Durch Hannelore Hoger landet der Film aufs Stichwort ›Freiheit‹ beim Bundespräsidentensommerfest von Joachim Gauck. (Der Freitag)

Systemkritik sah nie besser aus. (Perlentaucher.de)

Preise und Festivals