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Heinrich Penthesilea von Kleist

HEINRICH PENTHESILEA VON KLEIST Hans Neuenfels, D 1983, 144 min

Träumereien über eine Inszenierung - Nach dem Trauerspiel „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist

In dem Film verknüpfen sich drei Ebenen: Zentrum ist Kleists Schauspiel »Penthesilea«. Wie aus der Ferne betrachtet Kleist die Beziehung Mann-Frau, wenn er ins mythische Griechenland verlegt, was ihm in Preußen seinerzeit zum Problem wurde - und es auch für uns geblieben ist. Die Assoziationen des Regisseurs während der Arbeit bilden die zweite Ebene. Realität und Fantasie vermischen sich zu einer imaginären Biografie Kleists, der dritten Ebene. Am Ende des Films ist Kleist mit seiner Titelfigur »Penthesilea« identisch.

Uraufführung: 25.02.1983, Berlinale / Internationales Forum des Jungen Films

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Pressestimmen

Kleist und Penthesilea, Autor und Figur, sind für den Regisseur im Film gleichermaßen die geheimnisvollen Größen, die es zu untersuchen gilt. Neuenfels, der einen Teil seiner Inszenierung in die technischen Räume seiner Inszenierung verlegte, stellt sich selbst als der Spurensuchende dar. In den Schlussminuten geht auch die Interpretation von Neuenfels auf, der in der Figur Penthesilea den Autor Kleist entdeckt, der im Obrigkeitsstaat Preußen, der vernünftig, also nach der Vernunft des Staates organisiert ist, verzweifelt. Kleist wie Penthesilea rebellieren nicht gegen die Regeln ihrer Staaten. Sie suchen sie geradezu inbrünstig zu befolgen, das bringt sie um, beide. In der Schlusseinstellung, sind Penthesilea und Kleist identisch. (Kölner Stadt-Anzeiger, 1984)

Der verschränkte Titel besagt, dass es hier nicht allein um die Verhängnis-Verwandtschaft zwischen dem griechischen Halbgott und der Amazonenfürstin geht, die aus der Liebesnot, wer wen besiegen soll, solange keinen Ausweg finden, bis Penthesilea gemeinsam mit ihren Hunden den Helden zerfleischt und daraufhin ihren eigenen Tod als Seelen-Suizid vollstreckt. (1984, Sibylle Wirsing)

Hans Neuenfels, vielleicht der genialste Exzentriker des deutschen Gegenwartstheaters, inszeniert Heinrich von Kleist mordrasendes Trauerspiel „Penthesilea“. Hinreißend schön und überkanditelt. (1984, Lothar Schmidt-Mühlisch)

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