Navigation überspringen

 
Haider lebt - 1 April 2021

HAIDER LEBT - 1 APRIL 2021 Peter Kern, A  2002, 74 min

Wo die Realität schon schlimm genug ist, muss die Satire noch viel schlimmer sein!

Wien im Jahre 2021. Europa ist in amerikanische Sektoren aufgeteilt, Johnny Bush (der Sohn von George Bush) ist Bundeskanzler in Österreich. Der deutsche Journalist August Maria Kaiser (August Diehl) kommt nach Wien, um eine Reportage über den verschollenen Jörg Haider zu recherchieren.

Kommentar des Regisseurs

„In Österreich ist ein gewisses Potential an Faschisten, an Nazis permanent vorhanden, das sich sehr bedeckt hält, nicht nach außen sich outet, aber im Geheimen, in der Wahlkabine das unterstützt, damit die einen auf den Deckel kriegen, die ihnen angeblich dieses Österreich vermiesen. Das sind die Ausländer, das sind die Schwulen und das sind alles die alten Geschichten, wie wir sie seit 40, 50 Jahren haben. In Österreich verändert sich nichts. Es wird alles immer noch konventioneller, noch schlimmer. Dieses Land ist die größte Undemokratie die man sich vorstellen kann.

Egal wo ich war auf der Welt hieß es: »Na Ihr mit Eurem Haider da in Österreich.«, und ich habe das alles nie erlebt. Ich kam ja jetzt erst wieder zurück nach Österreich und habe jetzt die ganze Situation wahrgenommen. Und hab gesehen, dass die österreichischen Filmemacher nicht in der Lage sind politische Filme zu machen, über konkrete politische Situationen zu reflektieren. Und da saßen wir im Burgtheater in der Kantine zusammen, August, ich, Paulus Manker. Und ich hab gesagt ich möchte gern einen Film über den Haider machen. Und da hat der August gesagt, er macht mit und ich:  »Na gut, ich denk mir ne Geschichte aus«. Und dann ist mir eingefallen dass da ein Journalist, im Jahre 2021, vom letzten deutschen freien Fernsehen nach Österreich kommt und recherchiert wie es möglich war, dass Jörg Haider zwanzig Jahre Bundeskanzler gewesen ist. Das ist der Ausgangspunkt der Geschichte … und das ist ein sehr erfolgreicher Film geworden.

Ein Film wird nie etwas verändern. Das ist die schlimmste Erkenntnis in meinem Leben, dass ich mit meiner Kunst nichts verändert habe. Ich dachte immer, schon in den 68-Jahren, dass wir was verändern, dass wir Anstöße geben, dass wir die Politik in eine gewisse Richtung treiben, dass wir Bewusstsein schaffen. Das ist alles ganz, ganz naiv gedacht. Doch das muss man lernen. Aber zumindest habe ich es doch zu einer Streitkultur gebracht. Und eine Streitkultur schafft Bewusstsein, und auch manchmal Erkenntnis.“

Peter Kern im Interview mit Frieder Schlaich (Berlin, 2011)

mehr... weniger...

Pressestimmen

"Wo die Realität schon schlimm genug ist, muss die Satire noch viel schlimmer sein." (Skip - Das Kinomagazin)

Politsatire von Peter Kern: Ein deutscher Reporter (August Diehl), findet im zukünftigen Österreich die Missstände der Gegenwart exponentiell vervielfacht. Visionär! (Die Presse)

Ein Low-Budget-Werk voll wüster Verunglimpfungen von links und rechts, das naturgemäß keine Förderungsstelle auch nur irgendwie angerührt hätte. (Der Standard)

Die schärfste, weil grellste Absrechnung mit Haider. (FR)