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GHASHIRAM KOTWAL

GHASHIRAM KOTWAL K. Hariharan, Mani Kaul, India 1977, 107 min

Intrigen, Mordanschläge und Spionage im alten Indien am Vorabend der Kolonialisierung

GHASHIRAM KOTWAL basiert auf dem gleichnamigen Drama. Der Film verbindet die Formensprache des Theaters mit experimentellem Kino, um die letzten Jahre des Marathenreichs vor der Machtübernahme der Briten zu schildern. Er gibt Einblick in eine von Intrigen geprägte Welt, in der die Adligen über ein bereits geschwächtes Reich herrschen und gleichzeitig die arbeitende Bevölkerung und die Frauen rücksichtslos ausbeuten. Der Film ist zugleich eine Hommage an die Tradition des Tanztheaters, das im westlichen Indien die Grundlage der volkstümlichen Kultur und der Gegenkultur bildete.

GHASHIRAM KOTWAL war das erste Projekt von YUKT, einer Filmkooperative, die 1976 von sechzehn Studenten des Film & Television Institute of India gegründet worden war.

GHASHIRAM KOTWAL ist die aufbereitete Filmfassung eines Schauspiels, das die Herrschaft der Peshwas im westlichen Indien nachzeichnet. Das Reich der Peshwas hatte seinen Mittelpunkt in Pune und war das einzige größere Hindureich im damaligen Indien. Nachdem er den unmündigen Madhav Rao als König eingesetzt hat, übernimmt Nana Phadnavis die Herrschaft als Premierminister. Um seine Macht abzusichern, ernennt er Ghashiram zum Polizei- und Spionagechef des Staates. So werden die Zuschauer direkt in das Zentrum einer feudalen und dekadenten, aber auch romantischen Welt versetzt, die von Intrigen, Mordanschlägen und Allianzen geprägt ist, während gleichzeitig die Briten in das Reich der Marathen vordringen. Mithilfe seines Spionagenetzes durchschaut Nana die subversiven Aktionen der Briten, leistet ihnen Widerstand und bringt ihnen bei Wadgaon eine vernichtende Niederlage bei (1779).

Währenddessen entwickelt sich Ghashiram zu einem Spiegelbild Nanas. Während dieser zum sechsten Mal heiratet – ein noch nicht erwachsenes Mädchen –, setzt Ghashiram eine Schreckensherrschaft gegen die intriganten Brahmanen in Gang. Doch eines Tages ersticken mehrere Brahmanen aus Andhra in einem Kerker, in den sie auf Befehl Ghashirams geworfen worden waren. Aufgebracht über seine Tyrannei fordern die Brahmanen von Pune, dass Ghashiram geköpft werden soll. Nana beruhigt den gefangen gesetzten Ghashiram und verspricht ihm metaphysische Belohnungen, stimmt aber später dem Todesurteil zu. Die Peshwas konnten sich noch halten, als die anderen indischen Herrscher bereits unterworfen waren. Schließlich müssen aber auch sie sich der Herrschaft der Briten beugen, die nun das gesamte Indien beherrschen.

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