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Eine Serie von Gedanken (Miscellanea IV–VII)

EINE SERIE VON GEDANKEN (MISCELLANEA IV–VII) Heinz Emigholz, D 1986-2010, 91 min

Eine Serie von Gedanken besteht aus vier Teilen: EL GRECO IN TOLEDO, LEONARDOS TRÄNEN, AN BORD DER USS TICONDEROGA und EIN MUSEUMSBAU IN ESSEN.

Die Serie bildet einen Gedankengang zum religiös-politisch motivierten und militärstrategisch exekutierten Sohnesopfer. El Greco in Toledo dokumentiert 2009 die dortige Existenz des Gemäldes "Die Beerdigung des Grafen Orgaz", das El Greco 1588 vollendet hat. Leonardos Tränen verbindet alle Ansichten des brasilianischen Mittelfeldspielers Leonardo Nascimento de Araujo, die von der Fußball WM 1998 gesendet wurden, mit einer Textcollage zu "Grace Jones" aus dem Jahr 1986. An Bord der USS Ticonderoga erzählt eine Fotografie nach, die Wayne Miller am 5. November 1944 auf einem amerikanischen Flugzeugträger im Pazifik aufgenommen hat. Ein Museumsbau in Essen zeigt die im Dezember 2009 noch leeren Räume des Neubaus des Museum Folkwang von David Chipperfield Architects, in die man sich die vorangegangenen Bilder hineindenken kann.

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Pressestimmen

"Eine Serie von Gedanken" ist ein schönes Einstiegsangebot in Heinz Emigholz' einzigartigen Modus der Bildreflexion. Die ersten drei Abschnitte verbinden visuelles Material aus sehr unterschiedlichen medialen Quellen (Fotografie, Fernsehen, Gemälde) mit Voice-over-Kommentaren, die mal nah, mal weit weniger nah an den Bildern bleiben. "Ein Museumsbau in Essen", der letzte Gedanke der Serie, schließt an Emigholz' Architekturfilme an. Der Regisseur filmte das neu errichtete Folkwang-Museum Anfang 2009 kurz nach seiner Fertigstellung und kurz vor seiner Einräumung, in der kurzen Zeitspanne, in der nicht die jeweilige Ausstellung, sondern das Gebäude selbst das primäre Blickobjekt sein durfte. Das faszinierendste Segment aber ist dasjenige, in dem Bild und Ton am weitesten auseinanderklaffen: "Leonardos Tränen" verbindet Fernsehaufnahmen des brasilianischen Fußballspielers Leonardo Nascimento de Araújo während der Weltmeisterschaft 1998 mit einem Hörspiel, das ein Jahrzehnt vorher produziert wurde. Während Leonardo, eher funktionales als herausragendes Mitglied einer der besten Fußballmannschaften aller Zeiten, gefoult wird, gestikuliert, zum Eckball läuft, sich den Schweiß vom Gesicht wischt, tragen vier verschiedene Sprecher melancholische, wütende Texte über Kunst, Homosexualität und das Verzweifeln an der Gegenwart vor. (TAZ, Lukas Förster)

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