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Egomania - Insel ohne Hoffnung

EGOMANIA - INSEL OHNE HOFFNUNG Christoph Schlingensief, D 1986, 84 min

Dr. Faustus im ewigen Eis

Ein anderes Weltende wird es nicht geben: Erbitterte Kämpfe voller Hass und Liebe um Inzest und Reichtum. Udo Kier als Tante des Teufels und Tilda Swinton als Brünhilde. Ein junges Paar gefangen im ewigen Eis, in zärtlicher Liebe, von allen bedroht.
Auf einer trostlosen Ostseeinsel herrscht der unheimliche, vampirähnliche Baron Tante Teufel. Wo früher Friede und Freude das Leben der Inselbewohner bestimmte, walten nun Hoffnungslosigkeit und Zwietracht. Als plötzlich eine wahre Liebe die Tristesse seiner Insel bedroht, dreht der Baron durch ...

Aus dem Presseheft zum deutschen Kinostart 1987

Eine deutsche Geschichte über den Verfall der Zivilisation in der Tradition der Nibelungen -
Ein Drarna Über Liebe, Eifersucht, Gier und Mord ...

Auf einer einsamen Insel im Atlantik lebt eine handvoll Menschen, in deren Mittelpunkt ein junges Paar steht, deren aufkeimende Liebe von allen anderen bedroht wird. Jeder hat sein eigenes Motiv. So sind es die beiden bösen Schwestern, die ihr Aschenputtel nicht aufgeben wollen und nicht davor zurückschrecken, deren Kind, kaurn hat sie es geboren, zu verkaufen. Der Notar, der den Kaufvertrag besiegelt, hat dafür sogar eine hurnanistische Rechtfertigung und stärkt damit die Selbstliebe des eitlen Barons, der in Frauenkleidern, als Tante des Teufels, größtes Unheil auf die einst friedliche Insel bringt. Das Verderben läßt sich nicht rnehr aufhalten und zum Schluß erfüllt sich das Schicksal aller im schier unstillbaren Blutrausch des Bösen.
EGOMANIA - INSEL OHNE HOFFNUNG ist ein Filrn, der sich nicht literarisch erklärt, sondern vor allem von der atrnosphärischen Dichte seiner Bilder und seiner Musik lebt.

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Pressestimmen

Ein junger Oberhausener entwickelt sich mit halsbrecherischem Tempo zum Apokalyptiker des deutschen Films. (EPD Film, 1987)

"Wenn es einen Film gab, der rigoros das wahrlich dünne Eis betrat, das wie cineastisches Neuland aussieht, dann war es dieser." (Peter W. Jansen, 1987)

Durch dieses Chaos der schiefen Zitate, unterstützt von dröhnenden Geräuschen aus der Punkzeit taumelt Schlingensief dem Ende der Illusion entgegen. Rette sich, wer kann, vor gebildeten Exegeten. (Helmut Schödel, 1987)

EGOMANIA läßt sich weder erklären noch nacherzählen. (...) Überfallartige Bilder und Töne, manchmal schreiende Farben und dann wieder eine pastellartige Zartheit. Ein Bilder- und Geräuschstrom hält alle Sinne wach, auch wenn sich nicht unbedingt ein Sinn dahinter entdecken lässt. ("Der mutmaßliche Rimbaud des Films Christoph Schlingensief", Torsten Alisch, 20.05.1987) mehr...

Das gibt es nur noch selten im Kino, daß Bilder eine primäre Seherfahrung ausdrücken und nicht von zweiter, dritter Hand sich nähren. Um so mehr gilt es, die Augen offenzuhalten, sich bereitzumachen für Bilder, die als Empfindungen zutiefst originär und dennoch völlig unrealistisch erscheinen. ("Die Zeichen dazwischen - EGOMANIA von Christoph Schlingensief", Rolf Aurich, 1987) mehr...

Preise und Festivals