Der Zynische Körper
KÖLNER STADTANZEIGER, Hans Schifferle
Ein packender Maler-Dichter-Philosophie-Sex-Film
In Hamburg, auf dem Kölner Dom und vor Gaudís Kathedralenbau La Sagrada Familia, auf der Erde und im Himmel, spielt Heinz Emigholz' komplexer, toller, witziger, packender Maler-Dichter-Philosophie-Sex-Film Der Zynische Körper. Er handelt vom Zusammenhang zwischen Bauten und Körpern und Landschaften, zwischen philosophischen Texten und Daliah-Lavi-Schlagern wie Wär" ich ein Buch zum Lesen. Er erzählt vom Dichten und vom Sammeln, von der Liebe zwischen Bisexuellen, Heteros und Schwulen, und vom Tod. Komisch wirkt das, und dann immer tragischer.
VOGUE, Bernd Skupin
Unter den Bildern dieses Films sind einige der schönsten, die man in den letzten Jahren gesehen hat.
TIP, Wolf Donner
Die ungewöhnlichen Kameraperspektiven, die kühnen architektonischen Erkundungen, die Grenzverschiebungen zwischen Realität und Imagination, auch die nachdenkliche Tristesse des Films provozieren Tagtraum-Atmosphären, die angenehme Unsicherheit von Zwischenzonen. Man ahnt Absturzgefahr, und Angstvisionen gewaltsamer Todesstürze gibt es gleich mehrfach. Seit zwanzig Jahren eifert Emigholz, wie jeder anständige Experimentalfilmer, gegen das traditionelle narrative Kino; er examiniert das etablierte ästhetische Vokabular, propagiert neue Sehweisen und Bildsprachen. Selten geschah das so kreativ und so kulinarisch.