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Deadlock

DEADLOCK Roland Klick, D 1970, 85 min

Klicks psychedelische Treibjagd im Niemandsland

Die Banditen Sunshine und Kid flüchten nach einem Bankraub in die Geisterstadt Deadlock in der mexikanischen Sierra. Die einzigen Bewohner sind Charles Dump und seine Tochter Jessy. Dump versucht, den Banditen ihre Beute abzujagen ... Akkustisch und optisch bestechend, dramaturgisch konsequent bis zum Schluss, prägt sich einem dieser Film für immer ein.
Deadlock heißt ein Türschloss, das sich nur von einer Seite öffnen lässt. Der Spielort des Films ist so eine Falle, aus der es kein Entrinnen gibt. Nach klassischer Dramaturgie wandert der Geldkoffer der demolierten Gangster von einem zum anderen, unterstützt von dem schier Beckett'schen Unvermögen der Galgenvögel, den jeweiligen Besitzer umzulegen.
Mario Adorf als rührend tolpatschiger Pechvogel, Anthony Dawson als alternder Killer und Marquard Bohm, "Schwabings Understatement-Ungeheuer", als verletzter Gangster schleichen zu dem psychedelischem Soundtrack der Avantgarde-Rockband Can um die Beute wie die Katzen um den heißen Brei.

(Alte 4:3 - Fassung! Wir empfehlen die neu restaurierte Fassung in der Roland Klick - Collection.)

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Zitate

Pressestimmen

DEADLOCK ist, obwohl das ein ebenso rasanter wie schmutziger, harter wie sentimentaler Actionthriller ist, vor allem ein abstrakter Film. Weil er genau das zeigt, wie Kino, wie das Erzählen im Kino funktioniert. DEADLOCK ist ein Endspiel vom Kino, weil er das Kino bis auf die Knochen enthäutet. Weil er nichts Überflüssiges enthält, was überhaupt ein Kennzeichen der Filme von Roland Klick ist... Und gerade weil DEADLOCK nichts Überflüssiges hat, ist der Film so reich: weil man genau zusieht, aufpaßt wie ein Luchs. Denn es könnte einem etwas entgehen. Deadlock heißt Pattsituation, Stillstand. Ich denke, das ist ein wichtiges Wort für die Filme von Roland Klick. Es ist der Stillstand des Lebens, der Augenblick und der Augen-Blick, der ihn fasziniert, der Augenblick vor der Handlung, vor der Tat, vor dem unerbittlichen Fortgang der Geschichte, der Geschichte einer Gesellschaft, aber vor allem der Geschichte, die im Kino erzählt wird ... (Aus der Laudatio anläßlich einer Roland Klick Retrospektive, 1992, Peter W. Jansen)

Klicks frühes Meisterwerk, eine Mischung aus psychedelischem Western und absurdem Theater, zeigt zwei Gangster die sich in einem ausgestorbenen Wüstenkaff die Beute streitig machen. (...) Ein Duell, das als fortschreitendes Delirium inszeniert ist, ein fiebriger Alptraum. (SZENE HAMBURG, 12/97, Jörg Schöning)

Ein erstaunlich guter Film des Jungfilmers Roland Klick, der sich von der esoterischen Nabelschau und dem ideologischen Geschwätz abgewandt und dem harten Action-Film zugewandt hat. (Badische Neueste Nachrichten, 13.11.1970)

Dieser Film erfüllt endlich einmal die Kunstregeln des Metiers und außerdem die Ansprüche des Publikums. Insofern bestünde durchaus Grund, an die schöpferische Potenz im deutschen Filmbetrieb aufs neue zu glauben. (Pforzheimer Zeitung, 24.10.1970)

Ein ausgezeichneter böser Thriller! (Aachener Nachrichten, 24.10.1970)

Preise und Festivals