DEADLOCK Roland Klick, D 1970, 85 min
Klicks psychedelische Treibjagd im Niemandsland
Deadlock heißt ein Türschloss, das sich nur von einer Seite öffnen lässt. Der Spielort des Films ist so eine Falle, aus der es kein Entrinnen gibt. Nach klassischer Dramaturgie wandert der Geldkoffer der demolierten Gangster von einem zum anderen, unterstützt von dem schier Beckett'schen Unvermögen der Galgenvögel, den jeweiligen Besitzer umzulegen.
Mario Adorf als rührend tolpatschiger Pechvogel, Anthony Dawson als alternder Killer und Marquard Bohm, "Schwabings Understatement-Ungeheuer", als verletzter Gangster schleichen zu dem psychedelischem Soundtrack der Avantgarde-Rockband Can um die Beute wie die Katzen um den heißen Brei.
Zitate
- Deadlock ist phantastisch. Ein bizarrer, glühender Film! (Alejandro Jodorowsky, 1970)
Pressestimmen
DEADLOCK ist, obwohl das ein ebenso rasanter wie schmutziger, harter wie sentimentaler Actionthriller ist, DEADLOCK ist vor allem ein abstrakter Film. Weil er genau das zeigt, wie Kino, wie das Erzählen im Kino funktioniert. DEADLOCK ist ein Endspiel vom Kino, weil er das Kino bis auf die Knochen enthäutet. Weil er nichts Überflüssiges enthält, was überhaupt ein Kennzeichen der Filme von Roland Klick ist... Und gerade weil DEADLOCK nichts Überflüssiges hat, ist der Film so reich: weil man genau zusieht, aufpaßt wie ein Luchs. Denn es könnte einem etwas entgehen. Deadlock heißt Pattsituation, Stillstand. Ich denke, das ist ein wichtiges Wort für die Filme von Roland Klick. Es ist der Stillstand des Lebens, der Augenblick und der Augen-Blick, der ihn fasziniert, der Augenblick vor der Handlung, vor der Tat, vor dem unerbittlichen Fortgang der Geschichte, der Geschichte einer Gesellschaft, aber vor allem der Geschichte, die im Kino erzählt wird... (Aus der Laudatio anläßlich einer Roland Klick Retrospektive, 1992, Peter W. Jansen)
Klicks frühes Meisterwerk, eine Mischung aus psychedelischem Western und absurdem Theater, zeigt zwei Gangster die sich in einem ausgestorbenen Wüstenkaff die Beute streitig machen. (...) Ein Duell, das als fortschreitendes Delirium inszeniert ist, ein fiebriger Alptraum. (SZENE HAMBURG, 12/97, Jörg Schöning)
Preise und Festivals
- Bundesfilmpreis in Gold 1971 - Bester Regisseur



