DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER Christoph Schlingensief, D 1990, 60 min
Sie kamen als Freunde und wurden zu Wurst
Nach der Vereinigungssoße jetzt der Film um Aufzuwachen! Laut und agressiv! 60 skrupellose Minuten zur deutschen Einheit!
Das Deutsche Kettensägenmassaker' ist eine kurzfristige Reaktion auf eine kurzfristige politische Entwicklung. Die rasenden Kamerafahrten, das im Hintergrund stets vernehmbare Geräusch einer Kettensäge und ihre effekthaschende Darbietung im konkreten Einsatz am Menschen, verwendet Schlingensief bewusst als Element des Trashs. Als solchen interpretiert der Film auch die deutsche Einheit, als bluttriefenden, kannibalistischen Akt der Einverleibung des Ostens durch den Westen.
Der zweite Teil von Schlingensiefs Deutschland-Trilogie (1. Teil: 'Hundert Jahre Adolf Hitler', 3. Teil: 'Terror 2000')
Zitate
- In Anbetracht der stattgefundenen "Wieder"vereinigung und den damit verbundenen Gewalttaten widmet sich dieses Projekt den 4 Prozent der DDR-Bevölkerung, die ihr ehemaliges Heimatland zwar verlassen haben, seitdem aber nirgendwo mehr offiziell registriert wurden. (Christoph Schlingensief)
Pressestimmen
Nur scheinbar veranstalten Schlingensiefs Protagonisten ein Blutbad ohne Grund, in Wahrheit verkörpern sie die radikalste und geschmackloseste Absage an den Taumel von Eintracht und Vereinigung. Es sind wildgewordene Obsessionen: Was zusammenwachsen soll, zerstückeln sie, was andere als "Kolonisierung" des Ostens bezeichnen, bringen sie auf den unglaublichen Punkt - die Verwurstung der Neubürger. (epd Film, 01/1991, Rudolf Worschech)



