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Das deutsche Kettensägen-Massaker

DAS DEUTSCHE KETTENSÄGEN-MASSAKER Christoph Schlingensief, D 1990, 60 min

Sie kamen als Freunde und wurden zu Wurst

3. Oktober 1990 - Clara beseitigt ihren Leipziger Ehemann und fährt mit ihrem Trabi über die noch immer von verwirrten und hysterischen Zöllnern provisorisch verteidigte Grenze. Eine aktive Lesbe bewahrt sie zunächst davor, in der dortigen Wurstfabrik von ihren Verwandten sofort verarbeitet zu werden.

Nach der Vereinigungssoße jetzt der Film um Aufzuwachen! Laut und agressiv! 60 skrupellose Minuten zur deutschen Einheit!

Das Deutsche Kettensägenmassaker' ist eine kurzfristige Reaktion auf eine kurzfristige politische Entwicklung. Die rasenden Kamerafahrten, das im Hintergrund stets vernehmbare Geräusch einer Kettensäge und ihre effekthaschende Darbietung im konkreten Einsatz am Menschen, verwendet Schlingensief bewusst als Element des Trashs. Als solchen interpretiert der Film auch die deutsche Einheit, als bluttriefenden, kannibalistischen Akt der Einverleibung des Ostens durch den Westen.

Der zweite Teil von Schlingensiefs Deutschland-Trilogie (1. Teil: 'Hundert Jahre Adolf Hitler', 3. Teil: 'Terror 2000')

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Zitate

Pressestimmen

Nur scheinbar veranstalten Schlingensiefs Protagonisten ein Blutbad ohne Grund, in Wahrheit verkörpern sie die radikalste und geschmackloseste Absage an den Taumel von Eintracht und Vereinigung. Es sind wildgewordene Obsessionen: Was zusammenwachsen soll, zerstückeln sie, was andere als "Kolonisierung" des Ostens bezeichnen, bringen sie auf den unglaublichen Punkt - die Verwurstung der Neubürger. (epd Film, 01/1991, Rudolf Worschech)