TYKHO MOON (RED LINE) Enki Bilal, F/D/I 1996, 105 min
Eine düstere Vision von Comic-Star Enki Bilal
Paris ist tot. Das Paris von morgen wird von einem grauen Überwachungsstaat beherrscht. Sein totkranker Diktator Mac Bee kämpft mit einem perfekten System von Razzien und Kontrollen gegen seine Widersacher. Doch wird es ihm gelingen, seinen Nachschub an lebensnotwendigen Spenderorganen zu sichern und seine eigenen Alpträume zu bewältigen?
Tykho Moon lebt, so heißt es auf den Flugzetteln, die durch den Film
geistern...Wer ist diese geheimnisvolle Gestalt, die den Herrschenden
Alpträume beschert und dem unterdrückten, mutlosen Volk ein letztes
Symbol des Wiederstandes wird?
Zitate
- Ich war vom Kino angezogen, wie - denke ich - alle Comic-Autoren. Film ist ein dem Comic verwandtes Medium. Man erzählt eine Geschichte in Bildern, nur daß - und das fasziniert den Comic-Autor ganz besonders - die Bilder im Film sich bewegen... Ich glaube, beides ist komplementär, auch wenn beide Erzählformen eine jeweils andere Annährung fordern. Man muß anders schreiben, näher beim Menschen bleiben: die Dialoge müssen absolut echt, natürlich tönen. Dann natürlich der Rhythmus - der Film zwingt dem Zuschauer einen Rhythmus auf, während der Comic-Leser seinen eigene Rhythmus wählen kann - dem muss man Rechnung tragen... (Enki Bilal)
Pressestimmen
Beängstigende und faszinierende Visionen aus der nahen Zukunft. Bilder von einem anderen Stern. (TZ München)
Tykho Moon ist ein Film der Brüche, seine Dialoge sind eine Geheimschrift, sein Ort ist ein schwarzer U-Topos, seine Zeit eine Zuspitzung, seine Botschaft eine Frage. Ein Blick auf den Mond und umgekehrt. (Schnitt, 24.10.1996, Daniel Hermsdorf)
Tykho Moon ist zwar keine direkte Comic-Verfilmung, mindestens aber schafft es Bilal immer wieder, die Figuren in seinen Filmen so aussehen zu lassen wie die Charaktere in seinen Comics: Furchenhafte eingefrorene Gesichter, immer von einer gewissen Traurigkeit. (Splatting Image, 9/2009, Sven Regenstein)
Eine Parabel über Freiheit und Unterdrückung, über Überwachung, die totalitär wird und über die Trauer, die in allem Wissen liegt - ein sehr aktueller Film also, der es gut verträgt, mehrmals angesehen zu werden. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.9.2009, Rüdiger Suchsland)


