THE FORMATIVE YEARS (I) (ARSENAL EDITION) Heinz Emigholz, D 1972-74, 142 min
Fünf Filme von Heinz Emigholz - Für Great Birnam Wood
"Diese Filme erforschen, über kommunikative Strukturen hinaus, durch Wahrnehmungen und Bewegungen, die Prozesse entstehender Bedeutungen. Sie fangen, ohne abzubilden, Vorstellungen von End- und Zeitlosigkleit in rigorose Kompositionen ein. Dabei entfaltet sich etwas wie eine Logik der Materie... Man hat nicht den Eindruck, nach den meist zwanzig bis dreißigminütigen Filmen das Gefilmte besser zu kennen, wohl aber ein entschiedeneres Bewusstsein vom Eigenleben von Landschaften und Dingen, von der Beschränktheit dessen, was wir mit unserem Blick aufnehmen, und der Unzulässigkeit unserer immer anthropomorphen Wahrnehmungsweise. Man beginnt zu überlegen, wie ein technisches Medium mit soviel Möglichkeiten, die alten Wahrnehmungsweisen der anderen Künste zu verändern, so total von ihnen aufgesogen werden konnte." (Frieda Grafe, Geraffte Zeit, geballter Raum)
SCHENEC-TADY I
SCHENEC-TADY I war bei seiner
Uraufführung in London 40 Minuten lang und ist 1975 auf seine jetzige
Länge gekürzt worden. Die herausgeschnittenen Teile dienten 1975 als
Grundlage für SCHENEC-TADY III. Die SCHENEC-TADY-Filme sind mit Hilfe
von Gobsek produziert worden.
SCHENEC-TADY IIDer Film ist unter dem Titel CONNECTICUT projektiert worden und sollte aus zwei Teilen bestehen. Das Negativ des im Mai 1973 in Hamburg gedrehten ersten Teiles ist in der Post verlorengegangen. Daraufhin wurde das Projekt zu dem jetzt vorliegenden Film umgeschrieben.
SCHENEC-TADY III
Die aufwendigen
Kopierarbeiten sind 1975/76 in Hamburg ausgeführt worden. Die
SCHENEC-TADY-Filme sind Great Birnam Wood gewidmet.
ARROWPLANE
Der Film stellt die
Multiplikation eines Kameraschwenks mit sich selbst dar, angewandt auf
drei Landschaften - Wiesenhügel, Stadt und Strand. Die Kamera ist
während der Aufnahmen fest an einem Ort montiert. Der Schwenkwinkel
beträgt in allen drei Teilen 180 Grad. Auf jedem dritten Grad liegt ein
Einstellungspunkt für die Kamera. Fotografiert wurde nur von diesen,
auf dem Stativ vorgegebenen Einstellungspunkten aus. Es wurden nur
einfach belichtete Einzelbilder aufgenommen.
TIDE
Der erste Teil von TIDE zeigt in 15
Minuten die Progression von Ebbe bis Flut. Der zweite, gleich lange
Teil verfolgt die Veränderungen von Flut bis Ebbe. Die besondere
Arbeit des Künstlers bestand in der Festlegung eines komplexen
Aufnahme-Plans (Score), der genau beschrieben werden muss. Das
Endergebnis ist eine mehrschichtige, fließende Filmhandlung, die einen
linearen Zeitablauf nicht zeitlich linear darstellt, sondern
aufeinanderfolgende Momente einander gleichzeitig gegenüberstellt. Arthur Gordon Pym gewidmet
Preise und Festivals
- Festival of Independent Avantgarde Film London 1973
- Projekt '74 Köln
- documenta 6, 1976
- Berlinale Forum 1974, 1975, 1976
- Forum Expanded 2010


