TANGERINE Irene von Alberti, D/MAR 2008, 95 min
In Tanger, dem Tor zwischen Europa und der islamischen Welt, begegnet ein marokkanisches Mädchen einem jungen Paar aus Deutschland. Es entspinnt sich eine vielschichtige Dreiecksbeziehung in der Geld, Lügen und Prostitution zum Widersacher einer wirklichen Freundschaft oder gar Liebe werden.
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- Offiziell gibt es keine Prostitution in arabischen Ländern, das Thema ist nach wie vor absolut tabu, aber jeder weiß trotzdem um ihre Existenz. Mich interessiert die Definition von Prostitution und die Grauzone darin: Wann prostituiert sich ein Mädchen? Wann ist ein Geschenk eine Bezahlung? Geht es um Luxus oder um die Sicherung der Existenz? Ich habe lange in Marokko gelebt und gearbeitet und mich über die immer wiederkehrenden Missverständnisse gewundert, die zwischen Europäern und Marokkanern entstehen. Vieles liegt an verschiedenen Definitionen von Begriffen wie Freundschaft, Treue, Besitz oder Lügen. Um diesen Missverständnissen auf die Spur zu kommen, habe ich die Geschichte dieser Dreiecksbeziehung aus beiden Perspektiven erzählt, der deutschen und der marokkanischen. (Irene von Alberti)
Pressestimmen
Die Regisseurin erzählt von einem Zusammenstoß der Kulturen im marokkanischen Tanger, von der unmöglichen Freundschaft zwischen einer deutschen Musikerin und einem Mädchen das als Tänzerin arbeitet. Die Grenzen zur Prostitution sind fließend. Ein flanierender, mit Handkamera gedrehter Film über die Verschränkung von Geld und Gefühl, mit zwei überzeugenden Hauptdarstellerinnen (Nora von Waldstätten und Sabrina Ouazani), dem man einen deutschen Kinostart wünscht - nicht zuletzt deshalb, weil Irene von Alberti im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen versucht, aus dem üblichen deutschen Mittelstandsverhältnissen wegzukommen und andere Lebenswirklichkeiten einzufangen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2008, Rüdiger Suchsland über die Hofer Filmtage 2008)
... Oder „Tangerine“, der erste Langfilm von Irene von Alberti („Stadt als Beute“). Eine runde Geschichte, die über den Tellerrand des Privaten hinausblickt. Großartig besetzt geht es um die Stellung der Frau, um Liebe, Freundschaft, Affäre und Prostitution in Marokko. (Zitty Berlin, 28.10.2008, Martin Schwarz über die Hofer Filmtage 2008)
...so wie Irene von Alberti, deren "Tangerine" in Marokko gedreht wurde und in Sachen Fotografie-, Drehbuch- und Darstellerqualität einen der stärksten Eindrücke der Filmtage hinterließ. Die mittlerweile in Berlin ansässige ko-produzierende Firma Filmgalerie 451 hatte mit Werner Schroeters "Nuit de Chien" noch ein weiteres Eisen im Feuer. Allerdings fand das ganz große Schroeter-Fest dann doch nicht in Hof, sondern ein paar hundert Kilometer südöstlich auf der Viennale statt. (Stuttgarter Zeitung, 27.10.2008, Ulrich Kriest über die Hofer Filmtage 2008)
"Tangerine" gelingt als deutschem Film das Kunststück, Einblicke in das Leben marokkanischer Frauen zu geben, ohne dabei in die Perspektive und Maßstäbe der deutschen Figuren zu verfallen, ohne zu werten und ohne einen touristischen Blick anzunehmen. Die Schauspieler, allen voran die aus Abdellatif Kechiches Filmen bekannte Sabrina Ouazani sowie Nora von Waldstätten, haben mit ihrem sympathischen und präzisen Spiel erheblichen Anteil an der wirklich entwaffnenden Natürlichkeit des Films, die ihn zu einem unprätentiösen, uneitlen und trotzdem intelligenten Genuß machen. (Schnitt, 04/2009, Oliver Baumgarten)
Preise und Festivals
- Uraufführung bei den Hofer Filmtagen 2008
- Filmfestival Max Ophüls Preis 2009
- 15ème Festival International du Cinéma Méditerranéen de Tétouan, Marokko
- achtung berlin 2009: Preis für die beste Kamera für Birgit Möller für TANGERINE
- Große Kinopremiere am 6. Mai 2009 in der Kulturbrauerei in Berlin mit Darstellern & Filmteam
- 19. Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern 2009
- Hachenburger Filmfest 2009
- 6th International Women's Film Festival 2009, Israel
- Cambridge Film Festival 2009, England



