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Stilles Land

STILLES LAND Andreas Dresen, D 1992

Die Wende in der Provinz - Das Debüt von Andreas Dresen

Die DDR im Herbst 1989: Den jungen ambitionierten Regisseur Kai verschlägt es an ein Provinztheater im hohen Norden. Während draußen das Land zusammenbricht, versucht er mit 'Warten auf Godot' neuen Schwung in das resignierte Ensemble und die triste Kleinstadt zu bringen. Blaue Augen und Missverständnisse bleiben da nicht aus ...

6 Kurzfilme:

'Konsequenzen' (1987):
'Der letzte Arbeitstag eines Industriearbeiters in der DDR zwischen lauten Maschinen, Duschräumen und Lebensplänen gegen die Vernunft.

'Was jeder muss' (1988):
Susanne und Dieter sind 20. Sie haben gerade ein Baby bekommen. Das Familienleben könnte beginnen, aber Dieter muss zur Armee. Der Film begleitet ihn die ersten sechs Wochen, zeigt Zweifel, Einsichten und Zustände, die kaum zu akzeptieren sind. Ein kleiner realistischer Blick in die NVA vor der Wende.

'Nachts schlafen die Ratten' (1988):
Ein kleiner Junge in der Trümmerwüste des zweiten Weltkriegs und die Notlüge eines älteren Mannes – nach einer Geschichte von Wolfgang Borchert.

'Zug in die Ferne' (1989):
Ein trostloser Provinzbahnhof und sechs Personen, die auf den verspäteten Anschlusszug zum Hauptbahnhof warten. Über das Fernweh und die Sehnsucht der Eingeschlossenen im Oktober 1989, als den November noch keiner vermutete.

'Jenseits von Klein Wanzleben' (1989):
Ein Dokumentarfilm über den Alltag einer kleinen DDR-Brigade in Simbabwe, die zwischen exportierter Spießigkeit und besten Absichten, junge Afrikaner in Bauberufen ausbildet.

'So schnell geht es nach Istanbul' (1990):
Die einfühlsam erzählte Begegnung eines türkischen Gastarbeiters und einer Ost-Berlinerin kurz nach der Öffnung der Mauer - voller Unsicherheit und Situationskomik.

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Pressestimmen

Eine witzige, aber auch nachdenklich stimmende Rückblende auf die letzten Tage eine sich auflösenden Landes. (Berliner Kurier, 07.10.1992)

Andreas Dresen hat seine Ausbildung noch zu den Defa-Zeiten begonnen, hat in seinen Kino- und Fernsehfilmen von dem erzählt, was der Wandel mit den Menschen anstellt. Er ist deswegen ganz gewiss kein Regisseur für Ossi-Themen. Er hat etwas von einem humanistischen Realismus für unsere Kinematografie gerettet, für den es im Westen kaum eine Chance gab. Sich Menschen genauer anzuschauen, Personen und Schauplätzen zu vertrauen, dazu war keine Zeit. Im westdeutschen Film gab es verlassene Menschen auf dem Land und heftige Typen in der Stadt. (Die Zeit, Georg Seeßlen)

Deutschland zur Zeit der Wende mit komödiantisch unbeschwerten Händen angefasst zu haben, ist sicherlich das größte Verdienst des Spielfilm-Debütanten Andreas Dresen. Keine Schwermut, keine Larmoyanz, vielmehr die genaue Beobachtung alltäglicher Details der zwischenmenschlichen Beziehungen. Das ist seine Stärke. (Berliner Morgenpost, 08.10.92))

Das Sympathische an Andreas Dresen ist, dass er im 45-minütigen Interview durchaus in der Lage ist, vieles selbstkritisch zu sehen, auch wenn ihn der unverdiente Misserfolg des Films wurmt. (...) Man erfährt alles, was man noch nicht über die Anfänge des Andreas Dresen wusste, dank einer der besten DVDs des Jahres. (EPD Film 6/2007, Jörg Taszman)