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Lucy

LUCY Henner Winckler, D 2006, 82 min

Der 2. Spielfilm nach dem außergewöhnlichen Debüt 'Klassenfahrt'

Die 18jährige Maggy ist gerade Mutter geworden. Mit ihrer Tochter Lucy lebt sie bei ihrer Mutter Eva. Maggys Leben verläuft in seltsam unbestimmten Bahnen zwischen Teenager-Ritualen und Kinderbetreuung, vagen Träumen und der Unfähigkeit, sich die eigene Zukunft auszumalen. Als sie den 25-jährigen Gordon kennen lernt, stürzt sie sich in ein neues Leben, das die alten Widersprüche lösen soll. In der Hoffnung, es besser zu machen als ihre Mutter, sucht Maggy nach einem Familienglück, von dem sie selbst nur eine ungefähre Vorstellung hat.

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Pressestimmen

Winckler hält nichts von Bevormundung, die erspart er seinen Figuren und seinen Zuschauern. Was passiert, passiert und braucht deshalb auch nicht weiter kommentiert zu werden. (TAZ, Dietmar Kammerer) mehr...

Ein intelligentes und berührendes, psychologisch scharfsinniges und faszinierendes Drama, fast schmerzhaft wahrhaftig dank der authentischen Darsteller, vor allem der starverdächtig talentierten Kim Schnitzer. (Variety, Derek Elley)

Lucy ist ein Berlin-Film, aber beileibe nicht als groß angelegtes Porträt, sondern als Entwurf einer kleinen Welt zwischen Alexanderplatz, Landsberger Allee und Friedrichshain, ein mit großer Genauigkeit geschilderter Ort. Und dass man nicht viel sieht von der Stadt, heißt eben nicht, dass sie – wie in den Elementarteilchen – bloße Behauptung bliebe. Ein Blick vom Balkon, die Straßenbahn, der Brunnen am Alexanderplatz. Weil alles stimmt in der Mikrobeschreibung, ist es spürbar, unverkennbar Berlin. (TAZ)

Wincklers Blick auf die Jugendlichen, ihre gedruckste Sprache und verhuschte Körperlichkeit hat eine unglaubliche Sicherheit. Mit feinem Gespür für Stimmungswechsel, für das alles entscheidende Schweigen zwischen den spärlichen Dialogen tastet er die bloß oberflächliche Ereignislosigkeit ab und stößt genau auf die Stellen, an denen sich das Drama der Pubertät mit dem einer schwierigen Mutterschaft überkreuzt. (Die Zeit)

"Lucy" lebt von der Klarheit und der Wahrhaftigkeit der vielen kleinen Szenen und Situationen, von der präzisen Schilderung und der Lakonik, und er hat den Lebensrhythmus von Maggy ganz diskret in der Montage aufgenommen. Man kann das Realismus nennen. Aber der Regisseur ist klug genug, um sich keinem Konzept zu verschreiben. "Mir geht es nicht in erster Linie darum, Wirklichkeit darzustellen", hat der 37jährige in einem Interview gesagt, um sofort zuzugeben, wie sehr es ihn beeindruckt, "wenn Schauspieler einen Text genauso sagen, wie sie ,Hallo' sagen, wenn sie jetzt zur Tür hereinkommen". Vermutlich ist das der Trick: Über den Umweg zur Wirklichkeit zu finden. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.6.2006, Peter Körte)

Preise und Festivals