DEADLOCK (SPECIAL EDITION / RED LINE) Roland Klick, D 1970, 88 min
Klicks psychedelische Treibjagd im Niemandsland - mit Can-Soundtrack!
Deadlock heißt ein Türschloss, das sich nur von einer Seite öffnen lässt. Der Spielort des Films ist so eine Falle, aus der es kein Entrinnen gibt. Nach klassischer Dramaturgie wandert der Geldkoffer der demolierten Gangster von einem zum anderen, unterstützt von dem schier Beckett'schen Unvermögen der Galgenvögel, den jeweiligen Besitzer umzulegen.
Mario Adorf als rührend tolpatschiger Pechvogel, Anthony Dawson als alternder Killer und Marquard Bohm, "Schwabings Understatement-Ungeheuer", als verletzter Gangster schleichen zu dem psychedelischem Soundtrack der Avantgarde-Rockband Can um die Beute wie die Katzen um den heißen Brei.
Zitate
- 'Deadlock' war eigentlich ein unmögliches Abenteuer. Da war grad Krieg gewesen, Sechs-Tage-Krieg, da standen die sich noch waffenstarrend gegenüber. Da drüben war Jordanien, hier war Israel, wirklich waffenstarrend, in den Bergen lagen die Kanonen! Und genau dazwischen, im Niemandsland, da war unser Drehort! Und da war ein Typ, der hätte mitfinanziert...aber der hat gesagt: Keinen Pfennig! Die schiessen Euch da zusammen. Die Israelis haben dann gesagt, ihr dürft das ruhig machen, die schiessen Euch nicht zusammen, wir passen auf! (Roland Klick)
Pressestimmen
Ein Quasi-Western, ein Reißer und ein lyrisches Gespinst aus Farben, flirrendem Licht, Wüstensand und schemenhaften Figuren. 100 %! (TZ)
Deadlock ist phantastisch. Ein bizarrer, glühender Film. (Alejandro Jodorowsky, 1970)
Dieser Film erfüllt endlich einmal die Kunstregeln des Metiers und außerdem die Ansprüche des Publikums. Insofern bestünde durchaus Grund, an die schöpferische Potenz im deutschen Filmbetrieb aufs neue zu glauben. (Pforzheimer Zeitung, 24.10.1970)
Ein ausgezeichneter böser Thriller! (Aachener Nachrichten, 24.10.1970)
Ein erstaunlich guter Film des Jungfilmers Roland Klick, der sich von der esoterischen Nabelschau und dem ideologischen Geschwätz abgewandt und dem harten Action-Film zugewandt hat. (Badische Neueste Nachrichten, 13.11.1970)
Mit 'Deadlock' stellt sich der erste deutsche Abenteurerfilm vor, der sich nicht nur bei uns sondern in der ganzen Welt sehen lassen kann! (Hamburger Morgenpost, 16.1.1971)
'Deadlock' ist ein absolut ungewöhnlicher Film. Ein Abenteuerfilm im Westernstil made in Germany. Mit diesem Streifen katapultierte sich der junge Regisseur Roland Klick an die Spitze (Nordwest-Zeitung, 27.2.1971)
DEADLOCK ist, obwohl das ein ebenso rasanter wie schmutziger, harter wie sentimentaler Actionthriller ist, DEADLOCK ist vor allem ein abstrakter Film. Weil er genau das zeigt, wie Kino, wie das Erzählen im Kino funktioniert. DEADLOCK ist ein Endspiel vom Kino, weil er das Kino bis auf die Knochen enthäutet. Weil er nichts Überflüssiges enthält, was überhaupt ein Kennzeichen der Filme von Roland Klick ist... Und gerade weil DEADLOCK nichts Überflüssiges hat, ist der Film so reich: weil man genau zusieht, aufpaßt wie ein Luchs. Denn es könnte einem etwas entgehen. Deadlock heißt Pattsituation, Stillstand. Ich denke, das ist ein wichtiges Wort für die Filme von Roland Klick. Es ist der Stillstand des Lebens, der Augenblick und der Augen-Blick, der ihn fasziniert, der Augenblick vor der Handlung, vor der Tat, vor dem unerbittlichen Fortgang der Geschichte, der Geschichte einer Gesellschaft, aber vor allem der Geschichte, die im Kino erzählt wird... (Aus der Laudatio anläßlich einer Roland Klick Retrospektive, 1992, Peter W. Jansen)
Klicks frühes Meisterwerk, eine Mischung aus psychedelischem Western und absurdem Theater, zeigt zwei Gangster die sich in einem ausgestorbenen Wüstenkaff die Beute streitig machen. (...) Ein Duell, das als fortschreitendes Delirium inszeniert ist, ein fiebriger Alptraum..." (SZENE HAMBURG, 12/97, Jörg Schöning)
'Deadlock' ist wie ein Lehrfilm der alten Klick-Schule. Lustvoller als jemals zuvor spielt er mit Andeutungen und Geheimnissen, deren Bedeutungen (...) und dem außergewöhnlichen Drehort. Hier lebt die Wüste wirklich noch! Die flirrende Sonne, der demolierte Pappcowboy über den Dächern und nicht zuletzt der psychedelische Soundtrack von Can reichern das aufreibende Katz-und-Maus-Spiel mit mystischen Bewußtseinserweiterungs-Phantasien an. Die Kargheit des Sets und das Fehlen jeglicher moralischer Verhaltensformen in diesem völlig desozialisierten Ambiente lassen mehr als eine Ahnung von Italo-Western aufkommen. (Splatting Image, 03/99 , Andreas Busche)
Preise und Festivals
- Bundesfilmpreis in Gold 1971 - Bester Regisseur


