DAS KINO DES ROLAND KLICK Roland Klick / Frieder Schlaich, D 1997, 177 min
Portrait eines Ausnahmeregisseurs!
Zu den Kurzfilmen von Roland Klick:
"Für seinen zweiten Kurzfilm LUDWIG (1964; nach seinem gefeierten Kurzfilm WEIHNACHT) jagte Klick Otto Sander (...) durch die entmythologisierte Tristesse eines kleinen Bauerndorfes. Für diesen Film kehrte er nach Jahren an den Ort seiner unbeschwerten Kindheit zurück. (...) Heute meint Klick, daß ihm mit LUDWIG ganz intuitiv etwas gelungen ist, was er sich in den folgenden Jahren erst wieder hart erarbeiten mußte: das Ineinandergreifen von einer "sozialer Wahrheit", die man ablichtet, und Kino.
Die Geschichte um JIMMY ORPHEUS (1966), kein Kurzfilm mehr, aber auch vom Spielfilm noch weit entfernt, ist exemplarisch für Klicks Filmographie. Nach drei Kurzfilmen war für Klick klar, daß der nächste Film ein langer sein würde. Aber der Bankrott des Atlas-Verleihs zwang Klick und Kameramann Robert van Ackeren (...) den Film unter extrem bescheidenen Bedingungen zu Ende zu flicken. Am Ende ist JIMMY ORPHEUS nicht der Film geworden, der er hätte sein können, eine Kategorie, die scheinbar nur für Roland Klick eingerichtet wurde, und die er auch in den folgenden Jahren reichlich bediente"
(in: 'Roland Klicks Exile on Mainstream', Splatting Image, 03/99, Andreas Busche)
Zitate
- Ich wollte immer Publikumskino machen und habe dem Neuen Deutschen Film seine Publikumsfeindlichkeit vorgeworfen. Das wurde mir seinerzeit als Korruption ausgelegt, aber es bedeutet das genaue Gegenteil. (Roland Klick)
Pressestimmen
Professionalität ist bei Roland Klick keine Frage des Outputs, sondern der Haltung. Kein anderer Regisseur in Deutschland hat so geradliniges, physisches Kino gemacht wie er, kein anderer hat sich zugleich so kompromißlos auf die Seite seiner Protagonisten geschlagen. Niemals wurden Schauspieler - bei Klick waren es immer entweder Stars oder Laien - von ihm zu Illustrationen irgendwelcher Thesen degradiert. Stets ging es Klick um ihre Individualtität, die immer spürbar in den Rollen aufging. An Intensität und Wahrhaftigkeit suchen seine Filme darum hierzulande ihresgleichen. (SZENE HAMBURG, 12/97, Jörg Schöning)
Klick erzählt Geschichten und läßt sich auf Nebensächliches nur ein, wenn es dem Erzählen von Geschichten dient und damit nichts Nebensächliches mehr hat. Vielleicht liegt es an dieser ungewohnten und unerhörten Ökonomie, liegt es daran, daß er nichts anderes will als klassisches, schlankes Erzählkino, daß Roland Klick immer auch ein Fremder gewesen ist im deutschen Film, vor allem im Neuen Deutschen Film, der für einen, der sowenig Platz und jedenfalls keinen überschüssigen in Anspruch nimmt, prompt auch keinen rechten Platz gefunden hat. So ist er zwischen alle Stühle geraten als einer, mit dem man nicht gerechnet hatte... (Aus der Laudatio anläßlich einer Roland Klick Retrospektive, 1992, Peter W. Jansen)
Kino und Geschichtenerzählen. Das ist der rote Faden, der sich durch alle Filme von Roland Klick zieht. Seine Liebe zum Kino. Und sein Bewusstsein davon, was es schon alles gab, was schon probiert wurde und was gewagt. (epd Film, 10/84, Norbert Grob)


