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Blissfully yours

TIP Berlin, 22.07.08 , Alexandra Seitz

Weerasethakul gelingt nicht weniger, als im Verlauf dieses rauschhaften Nachmittags den sinnlichen Daseinsgenuß selbst sichtbar zu machen, das unspektakuläre Wunder des Lebens ebenso wie dessen nie endenden Schmerz. Herausragend!

taz, 11.09.08, Ekkehard Knörer zum Erscheinen der DVD

Apichatopong Weerasethakuls Filme sind politisch präzise, besitzen zugleich aber absurden Witz, Eleganz, eine tiefe Freundlichkeit allem gegenüber, das sie zeigen.

Was sie so einzigartig macht, ist vor allem ihre emphatische Offenheit fürs gar nicht Besondere, das aber angesichts dieser Offenheit und Geduld ganz eigentümliche Verführungskräfte entfaltet. Ihre Offenheit ist so fundamental, dass sie alle Konventionen so sanft wie selbstverständlich missachtet. Das gilt auch und gerade für ihre Form. Auch sie kann sich jederzeit öffnen für Fremdkörper, die der Film freudig auf dem eigenen Gebiet empfängt, ohne sie sich sofort aneignen zu müssen. So hören wir mitten im Film eine Stimme aus dem Nichts, aus dem Off. Min spricht - aber fast zögert man, dieses Ich sofort wieder zu objektivieren - und erzählt, wie er von Roong Thai gelernt hat. Er erwähnt auch kleine Zeichnungen, die er heimlich anfertigt. Und während er spricht, aus dem Off, sehen wir weiße Schriftzeichen, gleich darauf krakelige Zeichnungen, die übers Filmbild geblendet werden und dann wieder verschwinden.

Alles ist möglich in Apichatpong Weerasethakuls Filmen. Sie sind voller erstaunlicher Fremdkörper, verzauberter Dinge, erstaunlicher Neuanfänge und grotesker Einfälle. Nun haben die Filmemacher von der Filmzeitschrift Revolver den vielleicht immer noch schönsten der Filme des Regisseurs auf DVD herausgebracht. Man sollte ihnen dankbar sein und sich durch den Kauf reich beschenken.

Arte Online

Der Film setzt sich ebenso über gewohnte narrative Strukturen wie über eine klassische Dramaturgie hinweg, und konzentriert sich ganz darauf, die dichte, intensive Atmosphäre des Augenblicks heraufzubeschwören.

Jump Cut, Ekkehard Knörer

Eine atemberaubend selbstgewisse Erkundung dreier Menschen im Präsens des scheinbar Dokumentarischen.

(...) Weerasethakul zeigt Menschen, als wären sie Natur. Er verfestigt sie nicht zu Charakteren, er verweigert ihre Entzifferung, indem er Zusammenhänge unerläutert lässt, aber auch, indem er das zu sehen Gegebene mit der wie unbeteiligten Kamera skizziert, ohne es aufzufüllen zu jener Nachvollziehbarkeit, die das Einfühlen des Betrachters erst möglich macht. All die Figuren verharren diesseits der Schwelle des Identifizierbaren. Sie sind nicht verrätselt, sondern gerade durch die absolute Klarheit der Darstellung prä-psychologisch.

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